Monaco: Reality-Check für Barcelona-Sieger Max Verstappen

, 28.05.2016

Crash am Vormittag, Crash im Qualifying mit dem schnellsten Auto: Max Verstappen hat sich die letzte Startreihe in Monaco selbst zuzuschreiben

Nach seinem sensationellen Premierensieg in Barcelona war Max Verstappen der Mann der Stunde in der Formel 1, doch im Qualifying zum Grand Prix von Monaco wurde er von der Realität eingeholt. Verstappen baute am Samstag gleich zwei Unfälle, scheiterte bereits in Q1 und muss morgen aus der letzten Startreihe ins Rennen gehen. Das tut nirgendwo sonst mehr weh als in Monaco.

"Leider hat Max den gleichen Fehler gemacht wie Rosberg", analysiert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. Der Mercedes-Fahrer war in der Schwimmbad-Schikane ein paar Mal hart über die Randsteine geräubert, aber anschließend nie eingeschlagen. Marko: "Max ist etwas zu nahe an die Leitplanken gekommen, nur hat es ihm leider eine Lenkungsstrebe abgerissen. Dadurch ist er ohne Lenkung in die Leitplanke gekracht."

Der Niederländer selbst erklärt zwar, er sei in Q1 "nicht am Limit" gewesen, doch die Schwimmbad-Schikane nahm er so weit innen, dass er dort die Leitplanken küsste. "Hätte ich mehr attackiert, wäre ich weiter draußen gewesen", argumentiert er. Den Fehler an sich nimmt er auf seine Kappe: "Ich habe zu früh eingelenkt. Solche Dinge passieren halt, gerade in Monaco. Zum Glück passiert es mir in einem Qualifying, nach dem Sieg in Barcelona!"

"Eigentlich habe ich mich gut gefühlt", seufzt Verstappen. "Meine erste schnelle Runde hat sich besser angefühlt als alle anderen an diesem Wochenende. Auch die Balance war besser. Im zweiten Sektor war ich auf Anhieb um zwei, drei Zehntel schneller. Alles schien zu passen. Ich hatte im dritten Freien Training etwas mehr Grip als erwartet, dann habe ich etwas zu früh eingelenkt - und dann ging alles daneben."

"Das zeigt einfach, wie schmal der Grenzbereich in diesem Sport ist", nimmt Teamchef Christian Horner den 18-Jährigen in Schutz. Der hatte am Samstagmorgen schon Nerven gezeigt, als er bei der abschließenden Qualifying-Simulation im Abschlusstraining bei der Anfahrt zum Casino Untersteuern bekam und in die Leitplanken rutschte. "Ein Flüchtigkeitsfehler", sagt Horner - und ergänzt, dass die Reifentemperaturen da noch nicht im idealen Fenster waren.

Verstappen glaubt, dass unter normalen Umständen einiges gegangen wäre: "Die Top 4 wären drin gewesen. Aber Daniel ist eine großartige Runde gefahren", gratuliert er seinem Teamkollegen zur Pole-Position. Den Australier hätte er wahrscheinlich so oder so nicht geschlagen, denn Verstappen muss an diesem Wochenende noch auf den neuesten Renault-Antrieb verzichten. Der bringt mindestens eineinhalb Zehntelsekunden pro Runde.

Jetzt kündigt er für Sonntag eine engagierte Aufholjagd an, denn "bis auf Mercedes und Ferrari" seien alle deutlich langsamer als Red Bull. Ein Wetterumschwung (nicht ausgeschlossen) würde ihm jedenfalls entgegenkommen: "Vielleicht regnet es morgen. Das wäre schön. Wir haben ein tolles Auto, der Speed ist da. Hoffentlich kann ich ein paar Autos überholen. Ich werde es zumindest versuchen", so Verstappen.

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