Mysteriöse Panne: Droht Sebastian Vettel eine Strafe?

, 01.04.2016

Geheimniskrämerei bei Sebastian Vettel und Ferrari nach dem mysteriösen Defekt im Freien Training: Will man eine Strafe wegen einer losen Radmutter abwenden?

Was war da los bei Sebastian Vettel? Am Ende des zweiten Freien Trainings in Bahrain wurde der Ferrari-Star plötzlich langsamer und stellte den SF16-H nach Kurve 4 ab. Der Ferrari-Kommandostand vermutete zuerst einen Elektronikdefekt, doch Vettel verdächtigte via Boxenfunk eine lose Radmutter. Das Problem: Wenn ein Rad nicht korrekt angeschraubt wird, droht eine Strafe - das liegt im Ermessen der Rennkommissare.

Auch Vettels Verhalten deutete auf ein Problem an der Hinterachse hin: Als das Auto vom Bergungsfahrzeug angehoben wurde, stützte der Pilot das linke Hinterrad - damit es sich nicht löst? "Ich habe nur geschaut, ob alles passt, und ich habe versucht, den Jungs ein bisschen zu helfen, das Auto aufzuladen", rechtfertigt der viermalige Weltmeister sein Verhalten. Ein weiteres Foto zeigt ein eindeutig nach unten geneigtes linkes Hinterrad des Ferraris am Haken.

Rätselraten um Trainingsdefekt

Auch von einer losen Radmutter will er plötzlich nichts mehr wissen. Auf die Frage nach der Ursache für das Abstellen des Autos, antwortet er bloß: "Wir wissen noch nicht zu 100 Prozent, was vorgefallen ist. Als ich aus Kurve 4 herauskam, verlor ich Vortrieb, also habe ich mich dazu entschieden, das Auto abzustellen, denn wir wollen natürlich keine Beschädigung riskieren."

Bei Ferrari argumentiert man, dass es sich gar nicht um eine lose Radmutter handeln konnte, denn dann hätte sich das Rad sofort gelöst. Es könnte also auch eine gebrochene Radaufhängung sein. Man darf gespannt sein, ob es für Vettel Konsequenzen geben wird.

Interessant: Bereits im Vorjahr lief Vettel im zweiten Freien Training in Bahrain Gefahr, sich wegen eines losen Rades eine Strafe einzuhandeln. Damals kam der Ferrari-Star aus der Box und kollidierte in der ersten Kurve mit Sergio Perez und fuhr langsam an die Box zurück.

Déjà-vu: Im Vorjahr entkam Vettel nur knapp einer Strafe

Während man zunächst versuchte, dem Force-India-Piloten die Schuld in die Schuhe zu schieben, wurde später klar, dass Vettel seinen Boliden wegen eines nicht angeschraubten rechten Vorderrades nicht mehr ordentlich steuern konnte. Rennleiter Charlie Whiting drückte damals noch ein Auge zu.

Sollte sich dies nun wiederholt haben, dann könnte Vettel, der sein Auto abstellte, Glück haben: Wer mit einem nicht angeschraubten Rad an die Box zurückfährt, kann einer Bestrafung kaum noch entkommen.

Defekt verhinderte Vettel-Longrun

Auch so bleibt das Problem nicht ganz ohne Folgen, denn es trat während seines Longruns auf. "Und der war mit das Wichtigste heute, und den konnten wir leider nicht wirklich fertigfahren", klagt Vettel. Insgesamt landete der Heppenheimer auf dem sechsten Platz - mit 1,649 Sekunden Rückstand auf den Inhaber der Tagesbestzeit, Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Teamkollege Kimi Räikkönen rangierte 0,198 Sekunden vor Vettel auf dem fünften Platz.

Ist Ferrari also doch nicht so stark, wie man sich vor dem Bahrain-Wochenende erhofft hatte? "Auf der schnellsten Runde hatte ich einen Patzer, deswegen war das vielleicht nicht ganz das, was im Auto drinsteckt", relativiert Vettel. "Das Gefühl hat gepasst, aber es fehlen uns ein bisschen Runden."

Zum Vergleich: Vettel (40) und Räikkönen (54) kommen gemeinsam auf 94 Runden, während die Mercedes-Piloten Rosberg (62) und Lewis Hamilton (56) 118 Umläufe absolvierten. Trotzdem hofft Vettel am Samstag auf die erste Startreihe: "Ich denke, dass wir hier etwas näher sein könnten, aber ich weiß nicht, was Mercedes heute gemacht hat. Sie sehen sehr konkurrenzfähig aus. Sie sind auf jeden Fall das Team, das es zu schlagen gilt, also werden wir richtig pushen. Hoffentlich können wir uns morgen steigern."

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