Nach Pokal-Frust: Vettel bekommt Porzellan nachgeliefert

, 29.07.2015

Sebastian Vettels Beschwerde zeigt Wirkung: Die Veranstalter des Grand Prix von Ungarn liefern ihm einen Siegerpokal aus Porzellan nach

Zuletzt hatte schon Lewis Hamilton seinem Ärger über die immer PR-getriebeneren Siegertrophäen in der Formel 1 Luft gemacht, nun bläst auch Sebastian Vettel ins gleiche Horn. Der Ferrari-Pilot ist nach seinem Triumph beim Grand Prix von Ungarn in Budapest "nur zu 99,8 Prozent" glücklich, "weil es nicht mehr die traditionellen Siegertrophäen aus Porzellan gibt".

Bis einschließlich 2013 hatte der Sieger des Formel-1-Rennens auf dem Hungaroring noch einen Pokal aus dem berühmten ungarischen Herend-Porzellan erhalten. Diese Tradition wurde schon bei der Premiere des Grand Prix von Ungarn in der Formel 1 im Jahr 1986 eingeführt. Ab 1992 wurden teilweise auch konventionelle Trophäen vergeben, aber immer wieder auch welche aus Porzellan. Vor 2013 war das zuletzt 2006 bis 2009 der Fall.

"Darauf hatte ich mich schon gefreut", bedauert Vettel, der stattdessen eine Vase aus Silber erhielt. "Nicht dass ich eine Schwäche für Porzellan hätte, aber das gehört zu diesem Grand Prix dazu. An die Veranstalter: Bitte geht wieder dazu zurück!" Ein Ruf, der erhört wurde: Von Hungaroring-Pressesprecherin Anita Toth gab's nach der offiziellen Siegerehrung noch einen kleinen Porzellanpokal. Einer in Originalgröße wird nachgeliefert.

Nicht begeistert von PR-Trophäen

"Ich weiß nicht, was da passiert ist", sagt Vettel. "2010 hätte ich fast gewonnen, habe aber leider einen dummen Fehler gemacht. Da hatten wir diesen sehr hässlichen Hund mit vier, fünf oder sechs Beinen - ich sage nicht von welcher Marke (Mineralölhersteller eni; Anm. d. Red.). Dann gab es wieder Porzellan, jetzt wieder etwas anderes. Es ist großartig, hier zu gewinnen, aber es ist nicht perfekt."

Binnen weniger Minuten nach der Zieldurchfahrt wurde übrigens Vettels Porträt in dem Fußgängertunnel aufgehängt, der in den Paddock führt. Dort lächeln einen alle Sieger aus 30 Jahren Hungaroring an - jetzt eben auch der Deutsche. "Daran habe ich jedes Mal gedacht, wenn ich durchgegangen bin", sagt er. "Ich habe Piquet, Senna und zum Schluss Daniel gesehen, und ich dachte mir jedes Mal, dass ich da auch rauf muss."

Flieger verpasst beim ersten Toro-Rosso-Rennen

Neun Versuche hat es gebraucht, bis Vettel dort endlich sein eigenes Porträt signieren durfte. "Ich habe diese Strecke schon immer gemocht", schwärmt der Deutsche. "Großartig, so viele Fans zu sehen, viele Deutsche und Österreicher. Ich schätze, dieses Jahr waren es weniger Österreicher, aber dafür viele italienische und Ferrari-Flaggen. Ich bin sehr, sehr glücklich, diesen Sieg endlich abhaken zu können."

Auch, weil er zum Hungaroring eine besondere Beziehung hat: 2007 fuhr er dort sein letztes Rennen in der Formel Renault 3.5 und ein paar Wochen später sein erstes Rennen für Toro Rosso in der Formel 1. An jenes Wochenende hat Vettel übrigens gemischte Erinnerungen: "Ich hatte meinen Flug verpasst, war zu spät dran. Heute ist das eine gute Story, aber damals habe ich mich damit als der Neue im Team nicht gerade beliebt gemacht."

"Es ist für mich in Ungarn auf und ab gegangen, ich weiß nicht warum", sagt Vettel. "Ich stand einige Male auf Pole-Position. 2010 hätte ich gewinnen müssen, aber da war dieser dumme Fehler während der Safety-Car-Phase. Danach haben sich einige Rennen unglücklich entwickelt, sodass ich meine Chance nie nutzen konnte. Es ist toll, es jetzt geschafft zu haben, noch dazu auf Ferrari. Ich bin sehr glücklich. Hoffentlich ist das für meine Ungarn-Karriere der Wendepunkt!"

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