Neustart in Europa: Vettel hofft auf Ferrari-Updates

, 12.05.2016

David Coulthard glaubt nicht, dass Sebastian Vettel 2016 noch Weltmeister werden kann, Ferrari aber setzt ab Barcelona auf technische Updates

67 Punkte auf WM-Spitzenreiter Nico Rosberg - und das in einem Ferrari, der dem Mercedes momentan nicht ebenbürtig ist, weder vom Speed noch von der Zuverlässigkeit her: Für Sebastian Vettel ist die Ausgangslage vor dem Europa-Auftakt der Formel-1-Saison 2016 knifflig. Das glaubt zumindest Formel-1-Experte David Coulthard.

"Vorbei ist es erst, wenn das letzte Rennen gefahren ist, aber nach den ersten vier Rennen ist klar: Sie sind nicht so konkurrenzfähig, wie sie vor Saisonbeginn gehofft hatten. Seb könnte zu gewinnen anfangen und Mercedes könnte Zuverlässigkeitsprobleme bekommen. Dann kann ein Rückstand ganz schnell kleiner werden", erklärt Coulthard gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Aber er befürchtet: "Die Geschichte hat gezeigt, dass das ganz selten passiert."

Zumal nicht nur das aktuelle Kräfteverhältnis gegen einen Vettel-Titel spricht, sondern auch die Statistik: Hat ein Fahrer die ersten vier Saisonrennen gewonnen, so wie das in diesem Jahr Rosberg gelungen ist, dann wurde der anschließend immer auch Weltmeister. Aber Vettel gibt nichts auf solche Statistik-Spielereien, sondern findet diese "ein bisschen langweilig. Ist doch immer das Gleiche! Nach vier Rennen kann man nicht so viel sagen."

Ferrari soll leichter geworden sein

"Im Moment sieht es nicht rosig aus, wenn man die Punkteausbeute sieht, aber auf der anderen Seite: Die zwei Rennen, die wir ins Ziel gefahren sind, waren ganz okay", so der Ferrari-Fahrer. "Das Potenzial ist da, wir fühlen uns wohler mit dem Auto und versprechen uns, dass noch ein bisschen was kommt. Wo uns die Reise hinbringt, werden wir in den nächsten Monaten erfahren."

Der Beginn der europäischen Formel-1-Saison könnte (besser gesagt: muss) für Ferrari einen Wendepunkt darstellen. Und dafür wird auch einiges in die Waagschale geworfen: Seitenkästen und Diffusor des SF16-H wurden für den Grand Prix von Spanien überarbeitet, der neue Frontflügel von Sotschi ist wieder im Gepäck. Und nebenbei soll das Auto auch Gewicht abgespeckt haben.

Bessere Chancen in Barcelona und Monte Carlo

"Wir haben ein paar Neuerungen, die uns helfen sollten. Der Papierform nach gibt es ein paar Dinge, die dafür sprechen, dass wir dieses Wochenende ein bisschen besser aussehen werden", sagt Vettel, ohne auf technische Details einzugehen ("Die sind streng geheim!"). "Aber gefahren wird nicht auf dem Papier, sondern auf der Strecke."

Barcelona als Gradmesser-Rennen für die restliche Saison zu nehmen, hält er für überbewertet, aber der WM-Fünfte räumt ein: "Wer sich in Barcelona schwer tut, tut sich überall ein bisschen schwerer. Aber die Wintertests waren ganz gut für uns." Barcelona und Monaco (29. Mai) stimmen ihn generell zuversichtlich, "weil ich glaube, dass uns die Streckencharakteristik besser liegt. Monaco hat seine eigenen Gesetze. Da kann der Fahrer einen Unterschied machen."

"Sowohl Russland als auch China spielen dem Mercedes aus verschiedenen Gründen historisch gesehen in die Hände. Die beiden Strecken, die jetzt kommen, sind ein Bruch, was das angeht", hofft Vettel. Und Teamkollege Kimi Räikkönen ergänzt: "Wir sind nicht so weit weg, wie es die Ergebnisse vermuten lassen. Die reinen Ergebnisse sagen nicht immer die Wahrheit. Ja, wir müssen noch arbeiten, aber es ist jetzt keine Katastrophe."

Vettel: So schlecht wie 2014 wird's nicht

Der Finne war in den ersten vier Rennen einmal Zweiter, einmal Dritter und einmal Fünfter, hat um zehn Punkte mehr als Vettel auf seinem WM-Konto und liegt damit in der Fahrerwertung an dritter Stelle. In der Konstrukteurs-WM hat Ferrari allerdings bereits 81 Zähler Rückstand auf Mercedes. Und Vettels 33 Punkte sind genauso schlecht wie sein Zwischenstand nach vier Rennen 2014. Damals wurde er auf Red Bull WM-Fünfter.

"Ich bin zuversichtlich, dass ich sehr viel mehr Punkte holen werde als 2014", winkt der Deutsche beim Blick auf die Statistik erneut ab. Gleichzeitig räumt er ein: "Wir haben uns das Ziel gesetzt, dieses Jahr zu gewinnen. Das haben wir noch nicht erreicht. Aber was hinter uns liegt, ist Schnee von gestern. Wir schauen nach vorne."

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