Nicht nur Pay-TV: Warum kein Deal wie in England winkt

, 02.07.2017

Die Formel 1 gibt es in Großbritannien bald nur noch im Pay-TV zu sehen: Marketingchef Sean Bratches erklärt, wieso das in Deutschland unwahrscheinlich ist

Der zahlungsunwillige Formel-1-Zuschauer in Deutschland könnte bald in die Röhre schauen - allerdings im übertragenen und nicht im bildlichen Sinn. Denn die Königsklasse droht größtenteils in den Pay-TV-Bereich abzurutschen. Ende der Saison 2017 laufen die Verträge von RTL und auch Sky in Deutschland aus - wo die Königsklasse 2018 zu sehen sein wird, ist aktuell noch vollkommen offen.

Der neue Formel-1-Eigentümer Liberty Media hatte schon mehrfach anklingen lassen, dass man sich ein Modell vorstellen könnte, bei dem ein Teil der Rennen im Free-TV, der Rest aber auf einem Bezahlsender zu sehen ist. "Meine Vision sieht ein Hybridmodell vor", erklärt Marketingchef Sean Bratches. Rund 30 Prozent der Rennen sollen frei empfangbar sein (was ungefähr sechs Rennen wären), der Rest nicht - so zumindest seine Idealvorstellung.

"Wir brauchen einen prominenten Free-TV-Platz. Das ist wichtig für den Fan. Das ist aber auch wichtig für die Sponsoren und für die Relevanz in den Märkten auf der Welt", so Bratches weiter. "Aus meiner Sicht braucht man eine gewisse Anzahl an Grands Prix, besonders die wichtigen im spezifischen Markt, die frei empfangbar sind. Dann können wir mit dem Pay-TV Einnahmen generieren, die wir wieder in den Sport investieren, um ihn besser zu machen."

Wie es nicht geht, habe man jedoch in Großbritannien gezeigt. Derzeit sind die Rennen wie geplant auf Free- und Pay-TV aufgeteilt, doch ab 2019 gibt es ohne Bezahlung keine Formel 1 mehr für den Fan. Zwar würde Bratches diesen Deal gerne verändern, allerdings wurde der Vertrag vor der Beteiligung von Liberty Media geschlossen und ist für die Amerikaner unveränderbar. "Wir respektieren die Deals, die vor unserer Ankunft geschlossen wurden", sagt er.

Formel-1-Fans in Deutschland müssen also nicht fürchten, dass die Königsklasse komplett im Bezahlfernsehen verschwindet, auch wenn eine 100-prozentige Ausstrahlung im Free-TV in Zukunft sehr unwahrscheinlich erscheint. Denn Liberty Media möchte auch Rücksicht auf die Fernsehgewohnheiten der einzelnen Länder nehmen - und Pay-TV ist hierzulande nicht salonfähig.

"Jeder Markt ist anders. In einigen, wie in den USA, beträgt der Durchbruch des Bezahlfernsehens 80 bis 90 Prozent, von daher kann man einen anderen Blick darauf haben als in Deutschland, wo es nur sieben Prozent sind", so Bratches. "Wir werden die Charakteristiken und Dynamiken der einzelnen Märkte in Erwägung ziehen, wenn wir die Entscheidungen treffen. Aber Free-TV ist für uns sehr wichtig."

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