PanamaPapers: Nico Rosberg soll Briefkastenfirmen nutzen

, 05.04.2016

Wie der 'NDR' berichtet, würde der Arbeitsvertrag des Mercedes-Piloten über ein Konstrukt aus Briefkastenfirmen abgewickelt - Strafbar habe er sich nicht gemacht

Der Name Nico Rosberg taucht offenbar im Zusammenhang mit den so genannten "PanamaPapers" auf. Wie der 'NDR' berichtet, soll der Mercedes-Pilot seinen Arbeitsvertrag mit dem Rennstall über die Briefkastenfirma Ambitious Group mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln abwickeln. So würden es die der 'Süddeutschen Zeitung' von einem anonymen Informanten zugespielten Archive der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama dokumentieren, heißt es in diversen Berichten. Strafbar gemacht hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen den Unterlagen zufolge aber weder Rosberg noch Daimler.

Mit dem Unternehmen, an dessen angeblichem Hauptsitz im karibischen Steuerparadies Hunderte andere von besagten Juristen betreute Firmen gelistet sind, würden "Fahrerdienste" abgewickelt. Die Gesellschafter der Ambitious Group seien weitere Briefkastenfirmen mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey. Sie ist Kronbesitz, gehört aber weder zum Vereinigten Königsreich noch zur Europäischen Union und genießt in Finanzfragen viel Autonomie - genutzt, um sich zur Steueroase zu machen.

Laut 'NDR' hätten Limited-Gesellschaften (britisches Gegenstück zur deutschen GmbH) mit den Namen Magnus Nominees und Fidelis Nominee die Aufgabe, wahre Eigentümer und Profiteure zu verschleiern. Sie stünden als Schein-Gesellschafter seit dem Jahre 1997 in Verbindung mit der Familie Rosberg, als ein Hausverkauf auf Ibiza von Vater Keke über eine weitere Scheinfirma, die Euro Promotions, abgewickelt worden sei. Dazu führt den Recherchen zufolge eine Spur zu der Privatbank Coutts-Bank, die in die Gründung der Ambitious Group involviert gewesen sein soll.

Eine Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' beantwortet das Mercedes-Formel-1-Team am Dienstag kurz: "Die Ambitious Group gehört nicht zum Daimler-Konzern und nicht zu Mercedes-Benz GP Ltd. (Betreiberin des Teams, deren Eigner Daimler, Sportchef Toto Wolff und Niki Lauda sind; Anm. d. Red.). Grundsätzlich gilt bei allen Geschäftsbeziehungen das Vertraulichkeitsprinzip."

Weiter heißt es, dass der Rosberg-Vertrag nach bisherigen Erkenntnissen in Einklang mit den ethischen Richtlinien des Konzerns stünde: "Unser Compliance-Management-System ist risikobasiert und wir hatten bezogen auf unsere Geschäftspartner und unsere Aktivitäten in dieser Konstellation bislang keine Auffälligkeiten." Der Anwalt des deutschen Formel-1-Stars betont, dass sein Mandant nichts Unrechtes getan habe.

Rosbergs Anwalt erklärt: Kein Raum für Fehlverhalten

"Entgegen anders lautender Berichte besitzt unser Klient Nico Rosberg keinerlei Briefkastenfirma in Panama. Richtig ist, dass durch die Kanzlei Mossack Fonseca eine Briefkastenfirma für Nico Rosberg auf den British Virgin Islands eingerichtet wurde. Der alleinige Grund hierfür waren haftungsrechtliche Fragen und die Möglichkeit, international zu agieren", heißt es in der Erklärung. "Mit steuerrechtlichen Fragen hat diese Einrichtung nichts zu tun."

"Herr Rosberg hat sich vielmehr steuerrechtlich in jeder Hinsicht korrekt verhalten. Er hat seinen steuerlichen Wohnsitz in Monaco und ist daher auch in Monaco steuerpflichtig. Sämtliche Vergütungen, die er durch den britischen Rennstall erhielt, wurden daher auch direkt nach Monaco bezahlt", so der Rosberg-Anwalt mit Sitz in Berlin. "Für ein Fehlverhalten ist damit von vornherein kein Raum. Wir bitten daher um entsprechende Berücksichtigung dieser Tatsachen bei der künftigen Berichterstattung."

Die "PanamaPapers" beschäftigen seit einigen Tagen die Weltöffentlichkeit. Im Mittelpunkt stehen Millionen von E-Mails und Dokumenten der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca über Offshore-Geschäfte, die in einer umfangreichen Recherche von internationalen Journalisten ausgewertet wurden.

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