Pirellis Plan 2016: Wieder mehr Boxenstopps in der Formel 1

, 19.11.2015

Pirelli möchte in der Formel-1-Saison 2016 wieder mehr Boxenstopps pro Rennen - Die Reifen sollen daher wieder ähnlich abbauen wie noch vor einigen Jahren

Bereits seit 2011 ist Pirelli der alleinige Reifenausrüster der Formel 1. Wirklich frei von Kritik waren die Italiener in diesem gesamten Zeitraum nie. Auch in diesem Jahr gab es wieder einige scharfe Schüsse in Richtung Pirelli. So behauptete Sebastian Vettel nach seinem Abflug in Spa, dass die Pneus bereits "seit Jahren" eine miserable Qualität hätten. Trotzdem macht Pirelli auch 2016 weiter und hat sich auch schon etwas auf die Agenda geschrieben: In der neuen Saison soll es wieder mehr Boxenstopps geben.

Pirellis Motorsportdirektor Paul Hembery verrät, dass man den Reifen daher wieder eine Charakteristik verpassen möchte, für die die Pneus der Italiener in ihren Anfangsjahren in der Formel 1 bekannt waren - oder besser gesagt gefürchtet. Damals bauten die Reifen extrem plötzlich und schnell ab, wodurch es in jedem Rennen deutlich mehr Stopps gab, als es aktuell der Fall ist.

Hembery erklärt, dass es sich stattdessen in den vergangenen Jahren etabliert habe, die einzelnen Stints in die Länge zu ziehen. Diesem Trend möchte man auf "angemessene" Art entgegenwirken. Erste Versuche in diese Richtung soll es bereits beim ersten Wintertest nach dem Saisonfinale geben. "Ich weiß nicht, ob wir genug Möglichkeiten haben, um während des Tests in Abu Dhabi eine Lösung zu finden, die perfekt funktioniert", so Hembery.

Als "ideale Situation" bezeichnet er Rennen mit zwei oder drei Stopps. "Die Mischungen werden sich nicht ändern, aber es gibt Dinge, die wir innerhalb der Reifen anstellen können", erklärt Hembery und verrät: "Es kann chemisch umgesetzt werden." So könnte die chemische Zusammensetzung der Reifen dafür sorgen, dass der Abbau deutlich rasanter abläuft, sobald er einen gewissen Punkt einmal erreicht hat.

"Wir versuchen das, damit man keinen Vorteil mehr daraus ziehen kann, längere Stints zu fahren. Es bedeutet, dass du zum Wechseln (der Reifen; Anm. d. Red.) reinkommen musst", erklärt Hembery und betont, dass Pirelli damit auch den Wünschen der Teams entgegenkommen würde. Kurioserweise sorgte genau diese Eigenschaft der Reifen bei vielen Fahrern und Teams vor einigen Jahren aber noch für eine Menge Kritik.

Sergio Perez würde sich über die Änderung aber vermutlich freuen. Der Mexikaner erklärt: "Wir brauchen aggressivere Reifen. Die Leuten wollen mehr Show sehen, sie wollen mehr Spielereien mit der Strategie. Während der Rennen sollte mehr passieren. Wenn die Mischungen weicher wären, dann würde das helfen." Perez erarbeitete sich in seiner Zeit bei Sauber einst den Ruf als "Reifenflüsterer".

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