Red Bull: Für Daniil Kwjat bedeutet Bestzeit "gar nichts"

, 25.09.2015

Red Bull startete mit einer Bestzeit von Daniil Kwjat in das Suzuka-Wochenende: Warum diese wertlos ist und wo man sich im Vergleich zur Konkurrenz wähnt

Starker Auftakt von Red Bull in Suzuka: Nachdem das österreichische Team mit Sitz in Milton Keynes bereits in Singapur geglänzt hatte, überzeugten Daniil Kwjat und Daniel Ricciardo am ersten Trainingstag in Japan mit den Plätzen eins und vier. Der junge Russe setzte mit einem Umlauf in 1:48.277 Minuten die Tagesbestzeit und war damit um nur 0,023 Sekunden schneller als Nico Rosberg im Mercedes. Hinter WM-Leader Lewis Hamilton reihte sich Ricciardo mit einem Rückstand von 0,820 Sekunden ein.

Kwjat relativiert aber rasch seine Bestzeit: "Die Performance von heute bedeutet ehrlich gesagt gar nichts." Das liegt einerseits daran, dass man bei Red Bull nicht davon ausgeht, dass es an den kommenden Tagen ebenfalls regnet, zudem stand man die meiste Zeit in der Garage. Das lag nicht an technischen Problemen - stattdessen wollten die Piloten die Regenreifen sparen.

"Wir bekommen nicht viele Regenreifen für das gesamte Wochenende, und man weiß nie, ob es am nächsten Tag auch regnet, also muss man ein paar Sätze sparen", erklärt Ricciardo. "Wir haben also nur ein paar Runden absolviert, um ein Gefühl zu bekommen."

RB11 ein "Regenauto"

Bei Kwjat waren es zwölf Umläufe, bei Ricciardo, der im ersten Freien Training überhaupt keine Rundenzeit setzte, gar nur elf. Dass der Red-Bull-Bolide bei diesen Bedingungen gut funktionierte, ist keine Überraschung, denn bei nasser Piste profitiert man vom enormen Abtrieb, den der RB11 generiert.

"Das Chassis funktioniert gut", bestätigt Kwjat. "Bei Nässe sind wir in den Kurven immer gut, aber wir wissen nicht, wie das Wetter morgen wird. Für uns wäre es gut, wenn es weiter regnet..." Das Wetter brachte für die Red-Bull-Piloten aber auch Herausforderungen: Der Russe funkte am Vormittag, dass die Bremsen schlecht arbeiten, wurde aber vom Team angemahnt, positiv zu denken.

Auch Ricciardo hatte Probleme, die Bremsen auf Temperatur zu bringen: "Das war ziemlich schwierig. Das liegt auch daran, dass wir nicht viele Longruns machen konnten." Zudem kämpften die Red-Bull-Fahrer wie alle anderen mit Aquaplaning. "Es war sehr rutschig, speziell, als es mehr zu regnen begann", klagt Leader Kwjat. "Das Aquaplaning wurde immer schlimmer, und es wurde immer schwieriger, das Auto auf der Strecke zu halten. Die Strecke ist außerdem recht schmal, also gab es einige Kurven, wo man schnell mal einen Fehler macht."

Ricciardo wähnt Red Bull auf Williams-Niveau

Bleibt es an diesem Wochenende feucht, dann ist Red Bull gut vorbereitet, erklärt Ricciardo: "Wir haben in diesen paar Runden herausgefunden, in welche Richtung wir beim Setup unter diesen Bedingungen gehen sollten. Das Auto funktioniert gut im Regen. Wir rechnen aber damit, dass es im Qualifying und im Rennen trocken sein wird."

Unter diesen Umständen erwartet Ricciardo viel Betrieb im morgigen dritten Freien Training und fordert von seinem Rennstall Effizienz ein. "Wir müssen dafür sorgen, dass wir mit dem richtigen Auto in den Tag starten, weil wir nicht viel Zeit haben, um dann die Balance zu verändern", erklärt der dreimalige Grand-Prix-Sieger. Seine Prognose für trockene Bedingungen: "Wir sollten unter den Top 5 sein und das Williams-Tempo mitgehen können, aber wir werden sehen."

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