Red Bull hadert mit dem Timing der Safety-Car-Phasen

, 20.09.2015

Daniel Ricciardo in Singapur auch im Rennen erster Verfolger von Ferrari-Pilot Sebastian Vettel - Für Ärger sorgen lediglich die beiden Neutralisationen

Während Mercedes beim Grand Prix von Singapur keine Rolle im Kampf um den Sieg spielte, bot Red Bull mit Daniel Ricciardo am Steuer dem von der Pole-Position gestarteten Ferrari-Piloten Sebastian Vettel zumindest zwischenzeitlich Paroli. Nach 61 Rennrunden, die von zwei Safety-Car-Phasen gekennzeichnet waren, kreuzte Vettel mit 1,478 Sekunden Vorsprung auf Ricciardo als Sieger die Linie. Der geringe Vorsprung war jedoch eher darauf zurückzuführen, dass Vettel seine Führung am Schluss nur noch verwaltete.

Im ersten Stint tat sich der von Position zwei losgefahrene Ricciardo schwer, das Tempo von Vettel zu halten. Als in Runde 14 aufgrund der Kollision zwischen Felipe Massa (Williams) und Nico Hülkenberg (Force India) zunächst eine virtuelle und kurz darauf eine echte Safety-Car-Phase auf den Plan gerufen wurde, spielte dies Ricciardo ebenso wenig in die Karten wie die zweite Safety-Car-Phase, die in Runde 37 aufgrund eines auf die Strecke gelaufenen Zuschauers ausgerufen wurde.

Angesichts der Safety-Car-Phasen kam Ricciardo jeweils in der gleichen Runde wie Spitzenreiter Vettel an die Box. Somit wurde nichts aus dem Plan, den Ferrari gegen Ende der Stints im Fernduell zu schlagen. "Seb hat wohl ein bisschen experimentiert. Beim Start zog er davon, merkte aber, dass ich gegen Ende des Stints näher kam", berichtet Ricciardo und fügt hinzu: "Im zweiten Stint nach der ersten Safety-Car-Phase verhielt er sich anders. Sein Tempo war aber gut. Ich glaube, wir hatten heute die zwei schnellsten Autos."

Bestes Saisonergebnis für Ricciardo

Platz zwei ist für Ricciardo das beste Ergebnis in einer über weite Strecken enttäuschend verlaufenen Saison 2015. Als i-Tüpfelchen auf das bisher beste Ergebnis des Jahres holte sich der Australier noch die schnellste Rennrunde. So fällt das Fazit positiv aus "Wir kamen mit Zuversicht hier her und unser Tempo war in der Tat gut. Wir können zufrieden sein", so Ricciardo.

Teamkollege Daniil Kwjat, der von Startplatz vier ins Rennen ging, wurde von der ersten (zunächst virtuellen) Safety-Car-Phase auf dem falschen Fuß erwischt. Weil er in der Runde zuvor an der Box gewesen war, fiel er hinter die beiden Mercedes zurück. Lewis Hamilton fiel wenig später aus. An Nico Rosberg kam Kwjat nicht mehr vorbei. Stattdessen musst er in der zweiten Rennhälfte auch noch Williams-Pilot Valtteri Bottas ziehen lassen und beendete das Rennen schließlich vier Positionen hinter Teamkollege Ricciardo auf Platz sechs.

Ohne die Safety-Car-Phasen...

Wie beurteilt Red-Bull-Teamchef Christian Horner das Rennen? "Daniel fuhr ein großartiges Rennen. Um ehrlich zu sein, haben uns die Safety-Car-Phasen heute nicht geholfen. Wir waren gegen Ende der Stints ganz klar stärker. Dank der Safety-Car-Phase konnte Ferrari immer wieder durchatmen. Ohne die Safety-Car-Phasen hätten wir sie vielleicht schlagen können. Auf jeden Fall aber hätten wir ihnen das Leben schwerer gemacht."

Ricciardo bestätigt: "Das Safety-Car kam für uns heute zum ungünstigen Zeitpunkt heraus. Anderenfalls hätten wir eine Chance auf den Sieg gehabt. Ich sage nicht, dass wir das Rennen mit Sicherheit gewonnen hätten, aber wir hätten eine Chance gehabt, wenn das Safety-Car nicht in beiden Fällen genau im Boxenstoppfenster herausgekommen wäre."

Dennoch ist man bei Red Bull im Großen und Ganz zufrieden, vor allem vor dem Hintergrund der Probleme im bisherigen Saisonverlauf. "Wir haben Seb so hart zugesetzt wie wir konnten. Dass Daniel die schnellste Runde für sich beansprucht, wird Seb nicht gefallen", grinst Teamchef Horner in Anspielung auf seinen ehemaligen Angestellten, der unter dem Flutlicht von Singapur der einzige war, der den ersten Red-Bull-Saisonsieg zu verhindern wusste.

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