Sebastian Vettel: "Habe mich angezweifelt"

, 15.10.2015

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel gibt zu, dass er nach den verloren Stallduellen gegen Ricciardo im Vorjahr Selbstzweifel hatte, und erklärt, wie er mit Niederlagen umgeht

Dieses Jahr hat Sebastian Vettel seine Kritiker Lügen gestraft: Alle, die meinten, der viermalige Weltmeister sei nur im gemachten Nest bei Red Bull konkurrenzfähig, sei kein Teamleader und könne nur im besten Auto Rennen gewinnen, erleben im ersten Ferrari-Jahr einen anderen Vettel. Und das, obwohl der 28-Jährige im Vorjahr sogar bei Red Bull unter die Räder gekommen war. Im Vorjahr war Teamneuling Daniel Ricciardo, der bis dahin einen siebten Platz als persönliche Bestmarke zu Buche stehen hatte, schneller als Vettel.

Das hinterließ durchaus Spuren, wie der dreimalige Saisonsieger gegenüber 'El Pais' zugibt. "Klar habe ich mich angezweifelt. Und es ist mir nicht unangenehm, das zu gestehen. Es ist ganz normal, das einem das irgendwann einmal passieren kann. Es gab Zeiten, in denen ich nicht das geliefert habe, was ich liefern hätte müssen." Als Ursachen nennt er "die neuen Motoren und die wenigen Kilometer, die wir vor der Saison gefahren sind" sowie Gründe, die nicht ans Tageslicht gedrungen sind". Für ihn sei dies aber heute kein Thema mehr: "Das Wichtigste ist, dass ich weiß, wann ich zu mehr in der Lage bin und wann nicht."

Wie Vettel mit Niederlagen umgeht

Auf die Frage, wie es sich anfühlte, als viermaliger Weltmeister vom Team aufgefordert zu werden, Ricciardo vorbeizulassen, antwortet er: "Das eine ist der eigene Stolz, das andere der Respekt vor anderen. Es wäre sehr dumm von mir, zu denken, dass die anderen Kerle Idioten sind, nur weil ich vier Titel habe." Natürlich wolle er der Beste sein - "und wenn ich besiegt werde, dann ärgere ich mich. Dennoch respektiere ich es sehr, wenn jemand besser ist als ich."

Doch wie geht Vettel am Montag nach einem Rennen mit Niederlagen um? Der Heppenheimer hat den Ruf, Rückschläge alles andere als stoisch hinzunehmen, sondern in sochen Situation durchaus aufgebracht zu sein. "Manchmal ziehe ich mich etwas zurück, aber es gibt Aspekte des Rennens, die bleiben. Ich denke nicht, dass es gut ist, alles zu vergessen, aber es hilft auch nichts, wenn man sich am Montag und am Dienstag im Kreis dreht. Wenn ich zuhause bin, dann fällt es mir nicht schwer, mich durch andere Dinge ablenken zu lassen."

Wie das Privatleben des Formel-1-Stars, der in der Schweiz mit Freundin und Nachwuchs auf einem Bauernhof lebt, aussieht, ist kaum bekannt, denn Vettel legt seit jeher darauf wert, dieses komplett von der Öffentlichkeit abzuschoten. Dafür musste er sich auch schon von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone rügen lassen.

Warum Vettel sein Privatleben nicht preisgibt

Er bleibt aber standhaft: "Ich bin Sportler, nicht mehr. Wenn man am Sonntag in der Startaufstellung steht, die Tribünen voller Leute sind, die einen ermutigen, die Ferrari-Flaggen haben, dann hat man ein Hochgefühl. Aber mein Privatleben ist etwas anderes, das ist nicht zwingend mit meiner Arbeit verbunden, zumindest sehe ich das so."

Einer, der dies anders sieht, ist Titelverteidiger Lewis Hamilton. Der Brite setzt seinen Fananhang über all seine Aktionen via Twitter in Kenntnis und bastelt an einer Karriere als Superstar. Vettel weiß: "Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen Hamiltons Lebensstil und meinem. Aber jeder kann sein Leben leben wie er glaubt. Derzeit habe ich genug zu tun, denn Ferrari ist noch nicht dort, wo wir gerne sein würden."

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