Sebastian Vettel: "Podestplatz muss unser Ziel sein"

, 14.03.2015

Sebastian Vettel verpasst im ersten Qualifying für Ferrari nur knapp den dritten Startplatz - Im Grand Prix von Australien will er aufs Podest fahren

Mit Spannung wurde die Leistung von Ferrari im ersten Qualifying des Jahres erwartet. Nach den Freien Trainings im Albert Park zeichnete sich ab, dass die Scuderia in der Zeitenjagd eine Chance gegen Williams haben könnte. Am Ende musste sich Ferrari einem Williams beugen, den anderen hatte man im Griff. Sebastian Vettel startet seinen ersten Grand Prix für den berühmtesten Rennstall der Welt von Platz vier aus der zweiten Reihe. Teamkollege Kimi Räikkönen wurde Fünfter.

Im Stallduell hatte Vettel um die Kleinigkeit von 0,033 Sekunden die Nase vorne. Nach den ersten schnellen Runden in Q3 lag der viermalige Weltmeister auf dem starken zweiten Platz. Am Ende klappte der zweite Angriff nicht und Vettel wurde noch von Nico Rosberg (Mercedes) und Felipe Massa (Williams) überholt. "Der letzte Versuch war Murks", gibt Vettel im Anschluss an das Qualifying zu. "Ich habe die Runde abgebrochen, weil ich nicht die Aussicht hatte, meine Zeit zu verbessern."

Im ersten Versuch kam Vettel auf 1:27.757 Minuten. Massa war am Ende nur um 0,039 Sekunden schneller. "Mit dem ersten Versuch in Q3 war ich recht glücklich. Ich habe aber hier und da etwas liegenlassen. Deswegen habe ich nicht alles rausholen können. Es ist etwas bitter, denn Platz drei wäre möglich gewesen", sagt Vettel klar. Ferrari und Williams kämpfen in Melbourne um den Verfolgerplatz hinter den übermächtigen Silberpfeilen.

Der Rückstand von Vettel auf Pole-Mann Lewis Hamilton betrug 1,430 Sekunden. In der Formel 1 ist das eine Welt. "Zweiter oder Erster zu werden, ist im Moment nicht realistisch", betont Vettel. Dennoch ist die Stimmung bei Ferrari positiv, denn es läuft besser als im Vorjahr. Auch der Deutsche ist mit dem Einstand zufrieden: "Das ganze Wochenende lief bisher schon ganz gut. Schade, dass es nicht ganz mit dem dritten Platz geklappt hat, um das erste Team hinter Mercedes zu sein. Es wartet morgen ein langes Rennen, es kann viel passieren."

Fortschritte positiv, Rückstand noch groß

Aus eigener Kraft kann Ferrari nicht gegen Mercedes kämpfen. "Wir können allgemein zufrieden sein, aber der Rückstand zu den Autos vor uns ist noch ziemlich groß", sagt Vettel. Die Fortschritte im Vergleich zu 2014 sind auch auf den Hybrid-Antrieb zurückzuführen. Formel-1-Experte Marc Surer hat die Roten deshalb auf der Rechnung: "Wenn ich an die Testfahrten denke, dann lief der Ferrari-Motor auch im Sauber-Team gut", so der Schweizer bei 'Sky'. "Sie sind hinter Mercedes die zweitmeisten Kilometer gefahren."

"Die Antriebseinheit ist in diesem Jahr gut. Sie ist vielleicht nicht ganz so stark wie Mercedes, aber zuverlässig." Das Qualifying in Melbourne war der erste Indikator für die Saison 2015. Zu viel will Vettel in das Ergebnis nicht hineinlesen: "Jedes Team hat seine eigene Philosophie. Es gibt aus unserer Sicht noch sehr viel zu tun. Die Basis sieht für das erste Rennen schon ganz gut aus. Melbourne darf man nicht ganz für voll nehmen, weil es doch eine eigene Strecke ist. Es schaut aber schon ganz gut aus."

"Wir können im Moment zufrieden sein. Es sieht im Vergleich zum Vorjahr nach einem guten Fortschritt aus. Die ersten Eindrücke nach den Wintertests waren sehr gut, das war der Durchbruch. Nun wurde das bestätigt. Es ist mit Williams sehr eng, hoffentlich behalten wir morgen die Oberhand", sagt Vettel. Lob kommt auch von Mercedes-Teamchef Toto Wolff: "Man muss Sebastians Leistung anerkennen", so der Österreicher bei 'Sky'. "Mit dem Ferrari so einen Sprung nach vorne zu machen, das ist richtig stark."

Und wie lauten Vettels Zielsetzungen für den ersten Grand Prix für Ferrari? Kann er in die Fußstapfen von Fahrern wie Nigel Mansell, Kimi Räikkönen oder Fernando Alonso treten? Dieses Trio konnte gleich den ersten Grand Prix im roten Boliden gewinnen. "Wenn das Podium drin ist, dann müssen wir aufs Podium fahren", sagt Vettel und will das Duell gegen Williams entscheiden. "Das ist realistisch und sollte auch unser Ziel sein."

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