Silverstone-Test: Bianchi holt Tagesbestzeit für Ferrari

, 09.07.2014

Jules Bianchi (Ferrari) Schnellster am Schlusstag in Silverstone - Abflug von Giedo van der Garde sorgt für vorzeitiges Testende - Lotus testet 18-Zoll-Räder

Zwei Tage lang testeten die elf Formel-1-Teams in Silverstone. Nachdem sich am Dienstag Williams-Pilot Felipe Massa mit einer Zeit von 1:35.242 Minuten Platz eins gesichert hatte, war es am Mittwoch bei vergleichbaren Bedingungen (trockene Strecke, 19 Grad Celsius Luft- und 30 Grad Celsius Asphalttemperatur) Ferrari-Testfahrer Jules Bianchi, der das Klassement anführte.

Mit seiner Tagesbestzeit von 1:35.262 Minuten kam Bianchi am Steuer des F14 T aber nicht ganz an die Massa-Marke vom Dienstag heran. Der Brasilianer in Williams-Diensten steht somit als Schnellster des Zwei-Tages-Tests in den Ergebnislisten.

Das Hauptaugenmerk am Mittwoch galt aber nicht Bianchi, sondern Charles Pic im Lotus. Dem französischen Testfahrer kam die Ehre zu, die ersten Formel-1-Runden der Geschichte mit 18 Zoll großen Rädern zu absolvieren. An seinem Lotus E22 waren die größeren Felgen mitsamt den dazugehörigen 18-Zoll-Reifen von Pirelli direkt zu Testbeginn um 9:00 Uhr Ortszeit (10:00 Uhr MESZ) montiert. Pics Bestwert nach 14 Runden mit den größeren Rädern wurde mit 1:44.728 Minuten notiert.

Am Nachmittag ging Pic auch mit den gewohnten 13-Zöllern auf die Strecke und steigerte sich auf eine persönliche Bestzeit von 1:41.906 Minuten - Platz zehn der Tageswertung. Insgesamt spulte der Franzose bis zum Testende um 17:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr MESZ) 39 Runden ab. Am Nachmittag hatte der Lotus viel Zeit in der Box verbracht.

Van der Garde sorgt für vorzeitiges Testende

Zweitschnellster hinter Bianchi war nach acht Stunden Toro-Rosso-Stammfahrer Daniil Kwjat mit einem Rückstand von 0,282 Sekunden. Am frühen Nachmittag war der Rookie aus Russland für eine Rote Flagge verantwortlich, kurz nachdem er seine persönlich schnellste Runde auf die Bahn gelegt hatte.

Auf Platz drei reihte sich ein weiterer Rookie ein: McLaren-Stammfahrer Kevin Magnussen. Der Däne war ganze 49 Tausendstelsekunden langsamer als Kwjat. Am Vormittag hatte auch Magnussen für eine kurze Unterbrechung mit der Roten Flagge gesorgt, als sein MP4-29 auf der Strecke ausrollte.

Platz vier ging nach acht Stunden an Sauber-Testfahrer Giedo van der Garde mit einem Rückstand von 1,065 Sekunden auf den Tagesschnellsten Bianchi. Unmittelbar nach seiner persönlich schnellsten Runde setzte van der Garde den C33 in die Leitplanken und sorgte damit gut 15 Minuten vor dem geplanten Ende für einen vorzeitigen Abbruch der Session. Die beschädigte Leitplanke konnte in der Kürze der Zeit nicht mehr repariert werden.

Silverstone-Sieger Hamilton beginnt mit Dreher

Platz fünf ging an Lewis Hamilton im Mercedes. Der Arbeitstag des Briten hatte denkbar schlecht begonnen. Die erste Ausfahrt des Silverstone-Siegers endete direkt im Kiesbett von Stowe Corner, weil die Reifen noch nicht auf Betriebstemperatur waren. So konnte Hamilton erst am Nachmittag ins Testgeschehen eingreifen. Mit 47 zurückgelegten Runden drehte der Mercedes-Pilot 44 weniger als Magnussen, der sich mit 91 Umläufen den Tagesbestwert in der Distanzwertung sicherte.

Die zweite Hälfte der Top 10 wurde von Valtteri Bottas (Williams; 6.) angeführt, gefolgt von Max Chilton (Marussia; 7.), Force-India-Testfahrer Daniel Juncadella (8.) und Sebastian Vettel (Red Bull; 9.). Der Weltmeister drehte insgesamt 76 Runden, fuhr dabei aber offenbar ein anderes Testprogramm als Ferrari und Co. Vettels Rückstand auf die Tagesbestzeit betrug unterm Strich etwas mehr als vier Sekunden Sekunden.

Hinter Lotus-Testfahrer Pic wurde das Schlusslicht in der Zeitentabelle wie schon am Dienstag von Caterham gestellt. Bei den "Grünen" hätten sich am Schlusstag eigentlich Julian Leal und Rio Haryanto die Testarbeit teilen sollen. Doch weil es am Vormittag Probleme mit der MGU-H gab, kam GP2-Pilot Leal erst mit Verspätung zu seinem Formel-1-Testdebüt. Am Nachmittag drehte der Kolumbianer 51 Runden. Auf seiner persönlich schnellsten fehlten ihm mehr als sieben Sekunden (1:42.635) auf die Tagesbestzeit von Bianchi. Weil Leal erst in den Nachmittagsstunden fahren konnte, schaute Haryanto in die Röhre.

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