Toro Rosso 2017: Sainz wird bleiben, was passiert mit Kwjat?

, 21.06.2016

Carlos Sainz wird auch 2017 für Toro Rosso in der Formel 1 fahren - Daniil Kwjat fährt in der zweiten Saisonhälfte um seine Zukunft - Wird er von Pierre Gasly ersetzt?

Drei Red-Bull-Fahrer sind für die Formel-1-Saison 2017 so gut wie gesetzt. Im Hauptteam werden Daniel Ricciardo und Max Verstappen bleiben. Obwohl Carlos Sainz bei der Fahrerrochade im Frühling nicht befördert wurde, geht Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost davon aus, dass der Spanier noch eine dritte Saison im Juniorteam fahren wird. "Es sieht danach aus, - und persönlich hoffe ich, dass das der Fall ist - dass Carlos Sainz bei Toro Rosso bleiben wird", sagt Tost bei der FIA Sportkonferenz in Turin. "Ich glaube, er wird bald offiziell bestätigt werden."

Der Österreicher stellt auch klar, dass er immer von einem Dreijahresprogramm für neue Fahrer spricht. Offen ist, ob Daniil Kwjat nach seiner Rückversetzung von Red Bull zu Toro Rosso noch eine Zukunft hat. "Wir werden es sehen", äußert sich Tost über den Russen. "Die Fahrerpaarung von Toro Rosso für das nächste Jahr ist noch nicht zu 100 Prozent entschieden. Ich gehe davon aus, dass Carlos bei uns bleiben wird."

Letztendlich liegt es nicht in der Hand von Tost. "Am Ende trifft Red Bull die Entscheidung für einen Fahrer, der zeigt, dass er die beste Performance für das Team und letztendlich auch für Red Bull bringen kann", spricht er seinen Landsmann Helmut Marko an, der im Motorsport für Red Bull die Zügel in der Hand hält. Der nächste Youngster, der für die Formel 1 in der Warteschleife steht, ist Pierre Gasly. Wir der Franzose Kwjat ersetzen? "Könnte sein", schließt Tost diese Möglichkeit nicht aus.

"Persönlich hoffe ich, dass Kwjat bei uns bleiben wird, weil ich denke, dass er ein richtig guter Fahrer ist. Er muss sich aber gut fühlen und dann werden wir sehen, was die Zukunft bringt. Er kann gute Arbeit leisten und die Leute sehen, dass er talentiert ist", findet Tost nur lobende Worte für seinen Fahrer. "Es wird wichtig sein, dass er sein Selbstvertrauen zurückfindet." Der 22-Jährige fährt erst seit 2014 in der Formel 1 und hat bereits die Höhen, Tiefen und die brutale Performance-Realität des Sports erlebt.

Kwjat womöglich zu früh zu Red Bull befördert

Nach einer Saison bei Toro Rosso wurde Kwjat schon zu Red Bull befördert und übernahm das Cockpit von Sebastian Vettel, der nach vier WM-Titeln zu Ferrari wechselte. Auf Kwjat lastete von Beginn an Druck, obwohl auch Red Bull in keiner konkurrenzfähigen Situation war. "Das war ursprünglich nicht geplant, denn man ging davon aus, dass Sebastian Vettel bleiben würde", gibt Tost im Rückblick zu. "Daniil war der nächste Fahrer. Ich finde auch, dass er gute Rennen gefahren ist."

Vielleicht kam diese Beförderung für Kwjat zu früh. "Idealerweise wäre es vielleicht besser gewesen, wenn er noch bei Toro Rosso geblieben wäre. Aber die Umstände zu diesem Zeitpunkt verlangten das. Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber wir dürfen nicht vergessen, dass Red Bull um WM-Titel kämpfen will. Wenn man um Titel kämpft, dann braucht man Erfahrung", meint Tost. Max Verstappen ist offenbar die Ausnahme der Regel.

Seit Barcelona läuft für Kwjat der Countdown für seine Formel-1-Karriere. Entweder hält Red Bull zu ihm, was aber nicht in seinen Händen liegt, oder er empfiehlt sich für andere Teams. "Er kann sehr glücklich sein, dass Red Bull zwei Teams hat, sonst wäre er jetzt draußen aus der Formel 1", spricht Tost die nackte Realität an. "Er sieht das sehr realistisch. Ich erwarte, dass unser Auto in der zweiten Saisonhälfte sehr gut sein wird, obwohl wir den Motor aus dem Vorjahr haben. Er wird einen guten Job machen."

Deswegen glaubt Tost, dass Kwjat in den verbleibenden 13 Rennen noch mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machen wird. "Am Beginn war er ziemlich geschockt, aber jetzt ist er zurück in seiner guten Verfassung. Wir hatten viele Meetings und Diskussionen. Ich hoffe, dass Toro Rosso ihm alle Voraussetzungen dafür bieten kann, dass er sich wohlfühlt und eine gute Leistung zeigt. Zuerst müssen wir ihm erst einmal ein gutes Auto geben, weil wir alle wissen, dass Daniil ein sehr schneller und hochtalentierter Fahrer ist. Ich erwarte gute Ergebnisse von ihm, weil ich weiß, dass er das schaffen kann", spricht er dem Russen Mut zu.

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