Toto über Susie Wolff: "Ihrer Karriere mehr geschadet"

, 09.01.2015

Toto Wolff sieht seine Frau wegen ihrer Ehe benachteiligt, von Jobbeschaffung kann keine Rede sein - Testfahrerjob bei Williams hatte aber zunächst Marketinggründe

Dass Susie Stoddart seit einigen Jahren Susie Wolff heißt, mag nicht mehr als eine Formalie für die Passkontrolle und das Finanzamt sein. Derjenige, dem sie den neuen Nachnamen zu verdanken hat, sieht das allerdings anders. Im Gespräch mit 'Auto Hebdo' stellt Toto Wolff klar, dass er die Karriere seiner Gattin mit seinen diversen Funktionen im Motorsport keineswegs beschleunigte, sondern sie eher behinderte: "Sie musste und muss noch immer wegen mir viele Kompromisse eingehen", sagt Wolff.

Das bezieht sich auf mehrere Sachverhalte. Erstens: Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und die Anerkennung der Leistungen der Schottin in der Motorsportgemeinde. Allen voran die Reduktion auf seine Person missfällt dem Österreicher. "Ich höre oft, dass von ihr als Ehefrau von Toto Wolff' gesprochen wird, was absolut unfair ist", beklagt er und schildert, wie er für seine Susie zum Klotz am Bein wird: "Es gibt Werbeverträge, die sie wegen mir und einem möglichen Interessenkonflikt nicht abschließen kann."

Was den zweiten Punkt berührt: seine Rolle als Mercedes-Motorsportchef und HWA-Teilhaber. Zu Zeiten des DTM-Engagements seiner Frau standen die beiden auf diese Weise auch an der Strecke in direkter Verbindung zueinander, allerdings betrieb Toto Wolff nach eigener Aussage damals auf keinen Fall Vetternwirtschaft. Im Gegenteil: "Susie ist eine kleine Frau von großer Persönlichkeit, die schon vor mir bei Mercedes war. Sie war schon in der DTM, als ich mich bei HWA eingebracht habe", stellt er klar.

Susies Leistungen im Tourenwagen betrachtet er als unterschätzt, weil die Struktur der DTM mit den Einsatzteams und den inzwischen abgeschafften Jahreswagen nicht beachtet worden sei: "Als sie sich direkt mit David Coulthard und Roberto Merhi gemessen hat, war sie auf deren Niveau", meint ihr Ehemann, räumt aber ein, dass der Schritt in die Formel 1 zu Williams auch mit Publicity zu tun hatte: "Erst war eine Frau eine Marketingidee, aber die einzige auf dem nötigen Niveau war Susie."

Er habe als damals bedeutender Anteilseigner nicht dabei mitgewirkt, ihr den Drive zu verschaffen. Toto Wolffs Resümee fällt sogar leicht melancholisch aus: "Was mich etwas traurig stimmt: Ich habe das Gefühl, ihrer Karriere, die sie schon weit bevor wir uns kennengelernt haben aufgebaut hat, mehr geschadet als genützt zu haben."

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