Toto Wolff: Ferrari braucht Nationaldenken, keine Söldner

, 26.12.2016

Der Mercedes-Sportchef hat die Scuderia 2017 auf der Rechnung und hält es für richtig, die Toppositionen mit Italienern zu besetzen: "Das ist für mich ein Mehrwert"

Mercedes-Sportchef Toto Wolff hat die Ferrari-Mannschaft als Herausforderer für die Formel-1-Saison 2017 auf der Rechnung. Nicht obwohl, sondern gerade weil die Roten zuletzt von der Strategie abgekommen sind, ihre Spitzenposition im Management- und Technikbereich mit internationalen Spitzenkräften anderer Teams zu besetzen. Wie Wolff der 'Gazzetta dello Sport' laut 'Speedweek' erklärt, seien Italiener die optimale Besetzung für die Mythosmarke: "Ferrari braucht keine Söldner."

Denn Ferrari lebt auch von der Leidenschaft der Mitarbeiter für die Scuderia - ein Aspekt, der derzeit bei McLaren zu fehlen scheint und für den Niedergang der Truppe mitverantwortlich sein könnte. "Ich bin nicht der Meinung, dass es von Nachteil ist, das Nationaldenken zu betonen", vermutet Wolff und erkennt in der Strategie den Patentweg bei der Aufgabe, an die Spitze zurückzukehren.

Er gratuliert dem Ferrari-Präsidenten und seinem Teamchef: "Ich glaube, dass Sergio Marchionne und Maurizio Arrivabene auf dem richtigen Weg sind. Das ist für mich eher ein Mehrwert", betont er die Wichtigkeit italienischer Angestellter. Dagegen spricht, dass Ferrari zu Zeiten Michael Schumachers mit gegenteiliger Personalpolitik erfolgreich war: mit dem Franzosen Jean Todt als Rennleiter, dem Briten Ross Brawn als Technikchef und dem Südafrikaner Rory Byrne als Designer.

Nach dem Abgang des Briten James Allison als Technikchef haben 2017 mit seinem Nachfolger Mattia Binotto und Simone Resta als Designer wieder zwei Italiener den Hut auf. Von Arrivabene ganz zu schweigen. Einzige nennenswerte Ausnahme ist der britische Chefingenieur Jock Clear.

Wolff weiß, wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn sich die Autos im Winter komplett verändern: "2012 und 2013 waren wir keine Favoriten. Aber das neue Reglement hat uns in diese Position gebracht. Das kann auch mit Ferrari passieren, die alle Ressourcen besitzen, um wieder zu gewinnen", warnt der Österreicher vor den finanziellen und technischen Mitteln in Maranello.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 1-News

Sebastian Vettel war 2016 nicht immer Herr seiner Sinne im Auto

Ferrari fordert "mehr Selbstbeherrschung" von …

Seit zehn Jahren wartet Ferrari mittlerweile auf einen Fahrertitel in der Formel 1. Weil der ganz große Wurf nicht mehr gelungen ist, standen viele entscheidende Positionen auf dem Prüfstand - die …

Wenn schon Dominanz, denn lieber von Ferrari findet Monisha Kaltenborn

Kaltenborn: Ferrari-Dominanz wäre besser als Mercedes

Seit 2014 war der Kampf um den WM-Titel in der Formel 1 ein reines Duell der beiden Mercedes-Piloten. Das Silberpfeil-Team hatte sich nach der bisher letzten Regelnovelle einen großen Vorsprung vor der …

Kimi Räikkönen landete am Ende hinter Sebastian Vettel und den Red Bulls

Brave Strategie: Kimi Räikkönen macht Ferrari keinen Vorwurf

Mit einer klugen Strategie konnte sich Sebastian Vettel im finalen Rennen der Formel-1-Saison 2016 noch einmal einen Podestplatz sichern. Ferrari schickte den Deutschen nach einem kurzen Stint auf den …

Manchmal ist es besser, auf das Team zu hören: Podium für Vettel in Abu Dhabi

Trotz Knatsch am Funk: Ferrari-Strategie sichert …

Für Ferrari gab es am Ende einer schwierigen Formel-1-Saison 2016 doch noch einen versöhnlichen Saisonabschluss: Sebastian Vettel holte Rang drei auf dem Yas Marina Circuit, obwohl es …

Maurizio Arrivabene und Sebastian Vettel geben im Tauziehen mit der FIA auf

Vettel-Strafe in Mexiko: Ferrari geht doch nicht in …

Nach langem Tauziehen akzeptiert Ferrari nun doch die FIA-Entscheidung, die Strafe gegen Sebastian Vettel in Mexiko nicht aufzuheben. Und das, obwohl Ferrari vor wenigen Tagen noch einen weiteren Protest …

AUCH INTERESSANT
VW ID.R: Die spektakulärsten Rekorde des Elektro-Racers

AUTO-SPECIAL

VW ID.R: Die spektakulärsten Rekorde des Elektro-Racers

500 kW/680 PS, schneller als ein Formel-1-Rennwagen und dazu ein unglaublicher Rekordjäger: Der VW ID.R ist der erste elektrische Rennwagen von Volkswagen und fährt auf den legendärsten sowie …


Formel1.de

TOP ARTIKEL
Mitsubishi Eclipse Cross Hybrid Test: 3 Motoren zum Sparen
Mitsubishi Eclipse Cross Hybrid Test: 3 Motoren …
Porsche Panamera Turbo S Test: Die stärkste Verbesserung
Porsche Panamera Turbo S Test: Die stärkste …
Mini Cooper SE 2021 Test: Was das E-Auto jetzt besser kann
Mini Cooper SE 2021 Test: Was das E-Auto jetzt …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Audi RS3 2022 Test: Das konnte bislang kein RS3
Audi RS3 2022 Test: Das konnte bislang kein RS3
Porsche: Neue App komponiert automatisch Musik-Songs
Porsche: Neue App komponiert automatisch …
BMW iX 2022 Test: Der zeigt der Konkurrenz, was möglich ist
BMW iX 2022 Test: Der zeigt der Konkurrenz, was …
Mitsubishi Eclipse Cross Hybrid Test: 3 Motoren zum Sparen
Mitsubishi Eclipse Cross Hybrid Test: 3 Motoren …
Opel Mokka 2021 Test: Der Motor mit der Allzweckwaffe
Opel Mokka 2021 Test: Der Motor mit der …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo