Updates mit wenig Effekt: Williams in der Windkanal-Falle?

, 14.07.2016

Williams tritt auf der Suche nach mehr Abtrieb und besserer Reifennutzung derzeit auf der Stelle: Neue Bauteile halten nicht das, was die Windkanal-Daten versprechen

Nach einem tiefen Leistungsloch in der Formel-1-Saison 2013 ist Williams wieder in angenehmeren Regionen etabliert. In den vergangenen zwei Jahren holten sich die Briten souverän Rang drei in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, man setzte zahlreiche Glanzlichter - unter anderem Pole-Positions und Podestplatzierungen. Seit dem Start in die aktuelle Saison 2016 scheint Williams jedoch auf dem absteigenden Ast zu sein.

Red Bull ist am Team aus Grove vorbeigezogen, in der Gesamtwertung rückt Force India immer näher und macht Williams Platz vier streitig. Die aktuellen Entwicklungen legen den Schluss nahe, dass das traditionsreiche Privatteam von Frank Williams in den vergangenen beiden Saison hauptsächlich dank des Mercedes-Antriebs derart konkurrenzfähig war. In der Entwicklung von Fahrwerk und Aerodynamik konnte man in den vergangenen Wochen und Monaten kaum große Sprünge machen.

Die anhaltenden Probleme sollten beim zweitägigen Test der Formel 1 in Silverstone analysiert und aussortiert werden. Dies gelang jedoch nur teilweise. "Wir haben drei verschiedene Frontflügel probiert, alles Varianten aus diesem Jahr. Einer war vom Beginn der Saison, die anderen beiden die neuesten Versionen - aber der Unterschied war nur minimal", berichtet Valtteri Bottas nach den Probefahrten im Gespräch mit 'Autosport'. Aus den Worten des Finnen ist Frust zu vernehmen.

"Ganz ehrlich: Wir können die Fortschritte, die wir erwarten, nicht wirklich umsetzen und zeigen", erklärt der Williams-Stammpilot. "Die Berechnungen zeigen uns immer potenziell größere Sprünge, aber derzeit können wir das nie in mehr Abtrieb oder bessere Rundenzeit umsetzen." Die Schilderungen von Bottas lassen auf ein Problem schließen, das schon viele Formel-1-Teams hatten: Die Daten aus dem Windkanal korrelieren nicht mit den tatsächlichen Werten beim Betrieb auf der Rennstrecke.

"Wir haben ein paar Erkenntnisse gewonnen, die ist nicht sofort, aber mittelfristig helfen sollten", berichtet der Finne. Klartext: Williams muss in den kommenden Monaten die Systeme im Windkanal neu kalibrieren und die Simulationen anpassen. Beim Test am Mittwoch probierte das Team eine neue Vorderachse sowie Veränderungen der hinteren Aufhängungen aus. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Einen modifizierten Heckflügel, der schon in Barcelona einmal am Auto war, nutzte man für die Simulation der Abtriebswerte des kommenden Jahres. 2017 werden die Boliden mehr Anpressdruck generieren.

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