Vettel: Lewis Hamilton kann noch Weltmeister werden

, 20.10.2016

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel stärkt Lewis Hamilton den Rücken und würde gerne mit ihm tauschen - Vierter WM-Titel sei realistisch, weil "er schnell genug ist"

Einen so großen Rückstand musste Lewis Hamilton zu diesem Zeitpunkt in einer Saison noch nie gegen Nico Rosberg aufholen. 2014 und 2015 lag er bereits komfortabel voran, im Vorjahr holte er sich die Krone überhaupt schon vorzeitig in Austin. Dass die Saison 2016 mit den Vorjahren nicht vergleichbar ist, zeigt der WM-Stand. 33 Punkte Rückstand muss der Brite auf Rosberg aufholen.

Bei noch 100 zu vergebenden Punkten muss Hamilton versuchen, jedes der vier letzten Saisonrennen zu gewinnen. Auf Rosberg liegt weniger Druck. Er kann sich vier zweite Plätze erlauben, sogar einmal einen dritten, und würde sich trotzdem in die Geschichtsbücher einschreiben - als erst zweiter Sohn eines Formel-1-Weltmeisters, der sich selbst den Titel sichert. Vor ihm gelang dies nur Damon Hill.

Während Hamilton betont, dass er weiterhin kämpfen werde und Rosberg erklärt, dass er nur von Rennen zu Rennen denkt und nicht auf den WM-Stand schaut, trauen immer mehr Experten und auch Kollegen dem Deutschen dessen ersten Titel zu. Sebastian Vettel ist da anderer Meinung, wie er am Donnerstag in der Pressekonferenz verrät. Auf die Frage, ob Hamiltons WM-Chance noch lebe, antwortet der Deutsche knapp: "Natürlich!"

Vettel würde "sofort" mit Hamilton tauschen

Hamiltons dritter WM-Titel in Folge sei realistisch, "weil ich glaube, dass er schnell genug ist. Es ist außerdem realistisch, weil es noch viele Punkte zu holen gibt. Es wäre ziemlich schlecht, wenn man jetzt nachgeben würde", so der viermalige Weltmeister, mit dem Hamilton gleichziehen könnte. "Könnte ich tauschen, würde ich das sofort machen und kämpfen", gibt Vettel, der selbst keine rechnerische Chance mehr auf die diesjährige Krone hat, zu. Kämpfen musste der Deutsche selbst bereits des Öfteren um einen WM-Titel, vor allem in den Jahren 2010 und 2012.

Im ersten Weltmeisterschaftsjahr lag er vier Rennen vor Saisonende 21 Punkte hinter WM-Leader Mark Webber. Er konnte drei der vier letzten Stationen gewinnen (Japan, Brasilien und Abu Dhabi), musste in Südkorea jedoch einen Motorschaden verkraften. Trotzdem krönte er sich zum bis dato jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten. "Ich bin mir sicher, dass er alles geben wird", glaubt der Heppenheimer. "In vier Rennen können noch so viele Dinge passieren. Es ist erst aus, wenn es wirklich aus ist", weiß der Ferrari-Pilot aus eigener Erfahrung. Schließlich kämpfte er sich auch im WM-Finale 2012 vom zwischenzeitlich letzten Platz noch auf die sechste Position nach vorne, was ihm zum Hattrick ausreichte.

Aus könnte der Traum vom vierten WM-Titel für Lewis Hamilton jedoch schon am Start in Austin sein, denn seine Startprobleme ziehen sich nun bereits durch die gesamte Saison. Von Australien über Bahrain bis Italien oder zuletzt in Japan kam der Weltmeister nicht gut aus seiner Startposition. Zuletzt nahm er die Schuld auf sich und erklärte, dass die Kupplung nicht konstant sei. Womöglich könnte ein weiterer schlechter Start sogar den Ausgang der Weltmeisterschaft bestimmen, das weiß auch der Brite selbst.

"Dieses Thema begleitet mich schon die gesamte Saison. Wir haben viele Änderungen vorgenommen, viel Arbeit reingesteckt - vielleicht mehr im Vergleich zu anderen Bereichen. Ich war in der Vorwoche in der Fabrik, hoffentlich haben wir alle Bereiche gut abgedeckt", erklärt Hamilton am Donnerstag in Austin. "Wir hoffen, dass wir an diesem Wochenende in einer besseren Form sind. Das heißt nicht, dass wir auch nächstes Wochenende besser aufgestellt sind. Ich fühle aber, dass wir definitiv in einer besseren Position sind", gibt er zu Protokoll.

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