Erklärt: Darum ist FanBoost nur bis 50% Ladezustand sinnvoll

, 28.07.2017

Am Wochenende könnte auch der FanBoost über den Formel-E-Titel entscheiden: Wir erklären die Besonderheit hinter der effektiven Nutzung des Zusatzschubes

Wenn die Formel E am Wochenende ihren neuen Meister findet, könnten Kleinigkeiten entscheiden - etwa der FanBoost. Die Titelrivalen Sebastien Buemi (Renault e.dams) und Lucas di Grassi (Abt) gehören regelmäßig zu den Empfängern des Zusatzschubs und könnten auch in Montreal davon profitieren. Wer den FanBoost zur richtigen Zeit einsetzt, könnte am Ende eventuell die Meisterschaft entscheiden.

Doch den Boost von 100 Kilojoule effektiv einzusetzen, ist die große Kunst. Denn es gibt nur einen bestimmten Zeitraum, in dem sich die volle Leistung des Elements maximal nutzen lässt. In dieser Saison ist der Einsatz nur im zweiten Boliden möglich, doch was fast kaum einer weiß: In der zweiten Hälfte des zweiten Stints ist der FanBoost kaum nützlich. Denn: "Wir können den FanBoost nur verwenden, solange die Batterie zwischen 100 und 50 Prozent gefüllt ist", erklärt di Grassi.

Zwar ist es nicht verboten, den FanBoost auch bei einem geringeren Ladezustand der Batterie einzusetzen, aber die volle Performance gibt es eben nur oberhalb von 50 Prozent. "Wenn man es am Ende benutzt, hätte es nur einen kleinen Effekt", beschreibt di Grassi. Das hat technische Gründe: Das Batterie-Management-System von Williams erlaubt die maximale Leistung von 200 kW nur dann, wenn der Ladezustand eben mehr als 50 Prozent beträgt.

Darunter sinkt die Maximalleistung. So könnte der FanBoost später vielleicht nur noch mit 180 kW eingesetzt werden, was gerade einmal zehn kW mehr wären als die 170 kW Rennleistung der Formel-E-Boliden. Das wäre viel zu wenig, um seinen Gegner zu überholen. Zwar wären die 100 Kilojoule dann nicht so schnell aufgebraucht, allerdings gibt es auf den Stadtkursen keine langen Geraden, bei denen sich ein längerer Einsatz lohnen würde.

Beim ePrix von Monaco gab es bereits ein direktes Duell zwischen den beiden Titelrivalen. Di Grassi hetzte Buemi in der Schlussphase um den Kurs und kam schließlich mit 0,3 Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel. Den FanBoost hätte der Abt-Pilot einsetzen können, tat es aber nicht. "Am Ende habe ich es nicht benutzt, weil ich versucht habe, es im richtigen Moment zu verwenden", erklärt der Brasilianer. "Das war ein Fehler".

Sollte das in Montreal am Wochenende auch der Fall sein, dürfte di Grassi wohl nicht so zögerlich agieren, schließlich muss er Punkte auf den Renault-Piloten aufholen. Gut möglich, dass sich beide Piloten wie in Monaco bis zum letzten Fünkchen Energie duellieren - denn auch das ist in diesem Jahr anders.

In den Vorjahren kam es immer wieder vor, dass Piloten zwar das Ziel durchfuhren, im Nachhinein aufgrund zu hohen Energieverbrauchs aber eine Strafe bekamen - in dieser Saison war das jedoch nicht der Fall. "Wir haben in diesem Jahr ein System, das das Auto abschaltet, wenn man 28 Kilowattstunden verbraucht hat. Man kann also nicht mehr zu viel Energie von der Batterie verbrauchen", erklärt di Grassi.

Wer die Feinheiten des Formel-E-Boliden in Kanada am besten beherrscht, der kann sich Hoffnungen auf den Titel machen.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Formel 2-News

Helmut Marko findet die Rennen der Formel E toll, sonst eher wenig

Helmut Marko: Formel-E-Rennen "gar nicht so schlecht"

Die Formel E spaltet die Gemüter der Motorsportfans: So zieht die Elektroformelserie derzeit Hersteller aus aller Herren Rennserien an, die in die Meisterschaft von Alessandro Agag einsteigen. Dennoch kämpft …

Lucas di Grassi will Sebastien Buemi den zweiten Formel-E-Titel noch abnehmen

"Bis zuletzt kämpfen": Di Grassi will Titelchance wahrnehmen

Wie in den beiden ersten Saisons fällt auch dieses Mal erst beim Finale die Entscheidung, wer der neue Champion der Formel E wird. Als Favorit kommt Titelverteidiger Sebastien Buemi aus dem Renault-Werksteam …

Loic Duval tut sich sowohl in DTM als auch Formel E überraschend schwer

Duval frustriert: Fahrstil passt weder zu DTM noch Formel E

Es war zumindest ein Hoffnungsschimmer, als Loic Duval beim ersten Rennen des ePrix in New York als Fünfter endlich sein erstes zählbares Resultat der Saison einfuhr. Der Franzose holte damit auf einen …

Nick Heidfeld fuhr im zweiten New-York-Rennen als Dritter aufs Podest

Formel E New York: Sam Bird feiert Doppelsieg

Sam Bird feiert bei der New-York-Premiere der Formel E einen vollen Erfolg. Nach seinem Sieg im Samstagsrennen triumphierte der DS-Virgin-Pilot auch am Sonntag von der Pole-Position aus. Ein starkes zweites …

Sechs Qualifyings, sechs Pole-Positions: Charles Leclerc ist der schnellste Mann

Sechste Pole in Folge: Leclerc auch in Silverstone …

Charles Leclerc bleibt der Qualifying-König der Formel-2-Saison 2017. Der Prema-Pilot sicherte sich auch in Silverstone die Pole-Position. Damit hat Leclerc weiterhin eine weiße Weste an, denn er stellte bei …

AUCH INTERESSANT
20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

AUTO-SPECIAL

20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

Härter, schneller und noch krasser: „Pikes Peak“ ist der „Heilige Gral“ unter den Bergrennen und geht in die Extreme. Volkswagen war dort so schnell wie niemand zuvor und schaffte es, einen …


Motorsport-Total.com

TOP ARTIKEL
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und der Preis
Ford Mustang Bullitt 2018: Der erste Check und …
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV die Wende?
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV …
LKW Versicherung: So einfach gibt es das günstige Paket
LKW Versicherung: So einfach gibt es das …
VW Touareg R-Line 2018 Test: Das Update auf ein neues Level
VW Touareg R-Line 2018 Test: Das Update auf ein …
BMW X4 M40d 2018 Test: Was er besser kann als der BMW X3
BMW X4 M40d 2018 Test: Was er besser kann als …
Seat gliedert Cupra aus: Die Taktik für den Erfolg
Seat gliedert Cupra aus: Die Taktik für den Erfolg


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo