Peugeot bei Dakar-Comeback: Wie stark ist der 2008 DKR?

, 30.12.2014

Peugeot kehrt 2015 mit einem völlig neuen Autokonzept zur Rallye Dakar zurück: Mit Peterhansel, Sainz und Despres stehen drei Topstars in den Startlöchern

Peugeot kehrt werksseitig zur Rallye Dakar zurück und wird im Januar 2015 erstmals seit 25 Jahren den Marathon-Klassiker in Angriff nehmen. Somit hat das Team keinerlei Erfahrung mit dem Terrain in Südamerika. Auch das Auto ist komplett neu. Der 2008 DKR setzt auf einen V6 Bi-Turbo-Diesel. Im Gegensatz zur Konkurrenz von X-raid Mini verwendet Peugeot einen Zweiradantrieb. Die Testfahrten in den vergangenen Monaten sollen vielversprechend gewesen sein, doch die Zuverlässigkeit könnte bei diesem neuen Fahrzeug die Achillesferse sein.

Im Dakar-Umfeld wird im Vorfeld gerätselt, wie stark Peugeot tatsächlich aufgestellt sein wird. Die Fahrer sind über alle Zweifel erhaben. Die "Löwen" haben sich niemand geringeren als "Mister Dakar" Stephane Peterhansel geholt. Teamkollege des elffachen Dakar-Siegers ist Rallye-Legende Carlos Sainz. Das Trio vervollständigt Cyril Despres. Nach fünf Siegen in der Motorradklasse tritt der Franzose erstmals mit einem Automobil an.

Wie stark ist Peugeot nun tatsächlich aufgestellt? "Unser größtes Problem ist, dass wir zwar wissen, dass wir schnell sind, aber wir wissen nicht, wie schnell wir im Vergleich zur Konkurrenz sind", grübelt Peterhansel bei 'RedBull.com'. "Die erste Phase der Rallye wird ein Test für unsere Pace sein. Wir müssen herausfinden, was wir komfortabel erreichen können. Das ist der wichtigste Teil der Strategie, denn auf diesem Wissen baut der Rest auf."

"Man muss genau wissen, wo deine Stärken und deine Schwächen liegen", weiß Peterhansel dank seiner reichhaltigen Erfahrung. "Unser Auto ist ein völlig neues Konzept und ganz anders als die Konkurrenz. Es wird also Abschnitte geben, wo wir einen Vorteil haben werden. Dort müssen wir dann härter pushen. Mit einem Auto mit Zweiradantrieb muss man sauber fahren und darf nicht zu sehr rutschen. Daran muss man immer denken."

Die große Stärke von Konkurrent X-raid ist die Zuverlässigkeit. Hinter Peugeot steht diesbezüglich ein großes Fragezeichen. Deshalb könnte es sein, dass das Team die Strategie aufteilt. Sainz ist bekannt für seinen hohen Speed, während Peterhansel in der Regel sehr überlegt und mit wenig Risiko fährt. Für Despres wird im Vordergrund stehen, bei seinem Automobil-Debüt so viele Kilometer wie möglich zu fahren und das Ziel in Buenos Aires zu erreichen.

Despres vor Auto-Debüt

"Als ich hörte, dass Peugeot zur Dakar 2015 mit Sainz und Peterhansel zurückkehren wird und sie mich als dritten Fahrer haben wollten, wollte ich bei diesem Projekt mitwirken", sagt Despres über seine Entscheidung, den Umstieg zu wagen." Ich habe begonnen, als Autorennfahrer zu denken. Die Motorräder sind für mich abgeschlossen, ich bereue die Entscheidung nicht. Ich habe schon viel Spaß, das Auto zu fahren."

"Mit 40 Jahren bin ich jetzt ein Rookie. Meine Erfahrung wird sich erst später im offenen Terrain auszahlen. Im Moment weiß ich noch nicht, ob ich schnell oder sehr schnell sein werde. Natürlich möchte ich gewinnen, aber in erster Linie sind für mich Kilometer wichtig. Peugeot hat mich nicht geholt, um irgendwo in den Top 10 ins Ziel zu kommen. Sie glauben an mich", strotzt Despres vor Selbstvertrauen.

Auch Sainz, der Dakar-Sieger von 2010, will eine Rolle bei der Vergabe der Podestplätze spielen. "Es ist eine komplett neue Herausforderung", weiß der 52-Jährige. Sein Sohn mit gleichem Namen wird 2015 in der Formel 1 debütieren. Die Blicke sind aber zunächst nach Südamerika gerichtet: "Alles ist neu - das Team, das Auto und auch das Konzept des Autos. Es ist ein Buggy mit den Dimensionen eines 4x4. Der Gedanke dahinter ist, dass dieser Buggy auf jedem Terrain schnell ist."

"Wir haben sehr hart an der Vielseitigkeit des Fahrzeuges gearbeitet. Aber wie bei jedem neuen Projekt, haben wir etwas verspätet begonnen. Wir konnten das Auto aber zweimal in Marokko testen", sagt Sainz über die Vorbereitungen. "Es ist natürlich schwierig, über unsere Ziele zu sprechen. Ich freue mich, dass ich wieder mit Lucas (Cruz; Anm. d. Red.) fahren werde, denn wir haben immer gut zusammengearbeitet."

Peugeot hat vor allem in den 1980er Jahren die Geschichte der Rallye Dakar mitgeprägt. 1987, 1989 und 1990 war Ari Vatanen mit den Modellen 205 T16 und 405 T16 erfolgreich. 1988 holte Juha Kankkunen mit einem Peugeot den Gesamtsieg.

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