Air-Race-Finale in Spielberg: Nigel Lamb neuer Weltmeister

, 26.10.2014

Nigel Lamb verdirbt dem Österreicher Hannes Arch beim Air-Race-Saisonfinale am Red-Bull-Ring in Spielberg die WM-Party und krönt sich zum Champion

Alles war angerichtet für die große WM-Party von Lokalmatador Hannes Arch, letztendlich herrschte unter den 35.000 Zuschauern (insgesamt 50.000 am Wochenende) am Red-Bull-Ring in Spielberg dann aber der große Frust. Denn nicht der Österreicher krönte sich zum Air-Race-Weltmeister 2014, sondern der Brite Nigel Lamb. Den Tagessieg beim achten und letzten Saisonrennen sicherte sich der Franzose Nicolas Ivanoff.

Arch hatte es selbst in der Hand, den Sack zuzumachen und Spielberg zum Beben zu bringen. Der erste von den drei Titelanwärtern, Paul Bonhomme, verabschiedete sich als Fünfter bereits in der Super-8-Runde, in der Arch mit Bestzeit in die Final-4-Entscheidung einzog. Lamb schaffte den Cut als Vierter gerade noch. Als der Brite dann auch noch langsamer blieb als Ivanoff, schien Archs zweiter WM-Titel schon auf dem Silbertablett zu liegen.

Aber der Österreicher, der nur bei einem Sieg Weltmeister geworden wäre, lag nach einem Wendefehler beim Start/Finish-Gate schon bei den Zwischenzeiten zurück und fuhr in 57,839 Sekunden nur die zweitbeste Zeit - damit war der Traum vom Titel geplatzt. Zu allem Überdruß unterlief ihm bei Gate 7 auch noch ein Fehler, der von der Rennleitung mit zwei Sekunden Zeitstrafe geahndet wurde. Also gewann Ivanoff in 57,468 Sekunden vor Lamb (58,052) und dem Tschechen Martin Sonka (59,704).

Besonders bitter: Arch hätte seine Super-8-Zeit von 56,701 Sekunden ebenso zum Titelgewinn gereicht wie seine Qualifying-Bestzeit von 55,545 Sekunden am Samstag. "Ich wollte gewinnen und habe alles versucht - im letzten Run vielleicht ein bisschen zu viel", so der 47-Jährige, der nach dem Rennen von seiner Freundin getröstet wurde, während Lamb von Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko die WM-Trophäe überreicht wurde.

Für den Briten, übrigens Pilot und Teammanager in Personalunion, eine große Überraschung: "Meine Zeit war so schlecht, dass ich nicht einmal glaubte, auf dem Podium zu stehen!" Letztendlich reichte ihm ein einziger Sieg in acht Rennen (in Putrajaya/Malaysia) für den Gewinn der Weltmeisterschaft - mit neun Punkten Vorsprung vor Arch. Dritter der Gesamtwertung wurde der entthronte Champion Paul Bonhomme, 2010 Sieger der bisher letzten Air-Race-Saison.

Ein frühes Aus setzte es in Spielberg für den einzigen deutschen Piloten im Starterfeld, Matthias Dolderer. Als starker Qualifying-Zweiter für viele ein Geheimtipp für seinen zweiten Podestplatz der Saison, kassierte er bereits in der Top-12-Vorrunde eine Zwei-Sekunden-Strafe wegen inkorrekten Passierens eines Gates und verlor somit sein Duell gegen Pete Mcleod. Die reine Flugzeit wäre theoretisch ausreichend gewesen, um den Einzug in die Super-8-Runde zu schaffen. Dolderer hatte zuletzt beim aufgrund von äußeren Bedingungen umstrittenen Air-Race in Las Vegas seinen ersten Podestplatz geholt.

Rennergebnis Spielberg:

01. Nicolas Ivanoff

02. Nigel Lamb

03. Martin Sonka

04. Hannes Arch

05. Paul Bonhomme

06. Michael Goulian

07. Kirby Chambliss

08. Pete Mcleod

09. Yoshihide Muroya

10. Matt Hall

11. Matthias Dolderer

12. Peter Besenyei

WM-Endstand:

01. Nigel Lamb (62 Punkte)

02. Hannes Arch (53)

03. Paul Bonhomme (51)

04. Nicolas Ivanoff (42)

05. Pete Mcleod (38)

06. Matt Hall (33)

07. Matthias Dolderer (21)

08. Martin Sonka (18)

09. Yoshihide Muroya (10)

10. Kirby Chambliss (7)

11. Peter Besenyei (6)

12. Michael Goulian (3)

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