Falken-Drama in der VLN: Vanthoor nimmt Schuld auf sich

, 26.03.2017

Trotz des Pechs beim VLN-Saisonauftakt ist die Stimmung bei Falken gut - Vanthoor nimmt Schuld für den Abflug auf sich - Bergmeister: "Machen ihm keinen Vorwurf"

Die VLN-Saison 2017 begann mit einem dramatischen Schlussakt bei der 63. Westfalenfahrt: Laurens Vanthoor flog zehn Minuten vor Schluss in der Hohenrain-Schikane ab, nachdem es ein Missverständnis mit einem überrundeten BMW gegeben hatte. Der Belgier rutschte innen über die Auslaufzone, segelte quer über die Strecke und schlug seitwärts ein - das Rennen war gelaufen. Entsprechend geknickt war die Stimmung unmittelbar nach dem Ausfall, doch sie heiterte sich schnell wieder auf.

So berichtet es zumindest Jörg Bergmeister, der sich den Porsche mit Vanthoor und Martin Ragginger teilte, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com': " Bei mir hat sich die Enttäuschung in Grenzen gehalten. Ich war eher davon überrascht, wie gut wir bei der Musik waren. Das Positive überwiegt." Natürlich kam Vanthoor erst einmal geknickt in die Box zurück, zumal er sich auch leicht verletzte: "Er war natürlich alles andere als glücklich und wollte gewinnen. Er hatte Kopfschmerzen und der Fuß tat ein bisschen weh, aber heute hörte er sich wieder ganz positiv an."

Vanthoor erklärte bereits unmittelbar nach dem Unfall, was passiert war: Ende Tiergarten lief er auf einen BMW auf, der den Blinker nach rechts gesetzt hatte. Folglich erwartete der Belgier, dass der BMW nach rechts fahren würde. Möglicherweise war der Blinker aber im Dauerbetrieb, jedenfalls gab der BMW nicht wie erwartet die Linie frei. Der Falken-Porsche geriet mit zwei Rädern links auf die Wiese und konnte nicht mehr ausreichend verzögern. Zuvor hatte Vanthoor bereits durch eine Code-60-Zone so viel Zeit verloren, dass der Manthey-Porsche in Schlagdistanz kam.

"Er hat gesagt, dass es sein Fehler war. Natürlich hat er es nicht mit Absicht gemacht", so Bergmeister, der seinem Werksfahrerkollegen keinen Vorwurf macht. "Er hatte erwartet, dass das Auto durchs Blinken auch Platz lässt und wollte an der Stelle natürlich das Manthey-Auto nicht zu nahe kommen lassen, weil es sonst auf der nächsten Gerade vorbeigekommen wäre. Wenn man um den Sieg kämpft, muss man auch mal etwas aggressiver zu Werke gehen. Und so was kann auf der Nordschleife einfach immer passieren."

Die Performance bis zum Unfall ist jedoch das, was Jörg Bergmeister und Falken Motorsport feiern lässt: Das ganze Rennen über konnte die Mannschaft nicht nur dem Land-Audi bis zu dessen Fehler beim Boxenstopp, sondern auch dem Manthey-Porsche erfolgreich Paroli bieten. "Wir haben beim Set-up einen großen Schritt gemacht, schon vergangenes Jahr. Das Auto funktionierte tadellos und hat Spaß gemacht", freut sich der 41-Jährige. "Dazu war es ein super Teamjob und wir sind hervorragende Zeiten gefahren. Es ist besser, sich das vor Augen zu führen, als dem verlorenen Sieg nachzutrauern."

Auch Frederic Makowiecki, im Vorjahr noch für Falken unterwegs und jetzt bei der siegreichen Manthey-Mannschaft dabei, fühlt im Interview mit 'Motorsport-Total.com' mit seinen ehemaligen Kollegen: "Natürlich tut es mir Leid für sie. Es war ein toller Kampf zwischen uns. Ich konnte im Verkehr etwas Zeit gutmachen und Laurens unter Druck setzen. Dann hat er einen Fehler gemacht. Das gehört dazu."

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