Sven-Müller-Kolumne: Mama, Papa, Nervenkrieg

, 02.06.2014

Der Porsche-Junior berichtet in seiner Kolumne vom Hungaroring, wie seine Eltern Rennen im Carrera Cup erleben und warum Golf der perfekte Ausgleichssport ist

Liebe Motorsport-Freunde,

zum ersten Mal fuhr der Porsche Carrera Cup Deutschland in Budapest und ich wäre beinahe auf's Podium gefahren. Am Sonntag wurde ich Vierter von 37 Fahrern! Für einen Rookie nicht schlecht, oder? Grundsätzlich muss ich sagen: Ich mag Ungarn und ich mag den Hungaroring. Wir wohnten mit unserem Team Project 1 nur zehn Minuten von unserem Fahrerlager entfernt und wenn wir morgens auf der Landstraße Richtung Strecke gefahren sind, kamen wir an einem großen idyllischen Teich mit Wald und ein paar Häuschen vorbei. Da könnte man auch mal Urlaub machen, schoss es mir durch den Kopf.

Und auch die Strecke vor den Toren Budapests gefällt mir richtig gut, denn sie passt sich in die Landschaft ein und irgendwie wirkt alles sehr harmonisch. Diese positive Stimmung habe ich auch versucht, jeden Tag mit an die Strecke zu nehmen. Schließlich darf ich momentan den coolsten Beruf der Welt ausüben: Rennfahrer. Die Leidenschaft für Geschwindigkeit entwickelte sich bei mir schon relativ früh. Im Alter von einem Jahr war ich zum ersten Mal an einer Rennstrecke, denn mein Vater Michael ist früher auch Rennen gefahren. Puma-Cup hieß eine Serie damals und später fuhr er VLN auf der Nordschleife.

Meine Eltern sind eine große Unterstützung für mich und gaben mir immer den nötigen Rückhalt, damit ich mich weiterentwickeln konnte. Als sie jetzt am Wochenende mit in Budapest waren, musste ich manchmal schmunzeln, denn die beiden sind vor einem Rennen fast nervöser als ich. Grundsätzlich können mein Vater Michael und meine Mutter Anouk kein Rennen von mir gemeinsam angucken, da sie sich gegenseitig verrückt machen. Mein Vater steht meist beim Team in der Boxengasse, meine Mutter sucht sich immer ein eigenes Plätzchen.

Küchenschlacht mit dem Bruder

Am aufregendsten ist für beide der Start. Da werden die Weichen für das Rennen gestellt, außerdem kann ja auch immer was passieren. Zum Glück sind die Autos heutzutage extrem sicher. Wir sind in unserem Porsche 911 GT3 Cup durch einen Sicherheitskäfig geschützt, der aus einem Stahlrohrrahmen besteht und dafür sorgt, dass im Falle eines Crashs die Karosserie nicht zusammengedrückt wird. Hinzu kommen feuerfeste Klamotten, Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt, ein guter Helm und das Nackenschutz-System HANS. Aber wie steht es noch immer auf jedem Formel-1-Paddock-Pass: "Motorsport is dangerous".

Deshalb erfordern die Einsätze auf der Rennstrecke höchste Konzentration. Dafür haben wir bestimmte Motorsport-Konzentrationsübungen, aber ich versuche mich in dem Bereich auch durch eine andere Sportart zu verbessern. Seit vergangenem Jahr habe ich das Golfspielen für mich entdeckt. Um dort gut zu sein, muss man sich auch perfekt konzentrieren können und benötigt bei den Schlägen eine optimale Präzision. Eigentlich genau wie im Motorsport. Außerdem mag ich die Natur auf den meist wunderschön gelegenen Golfplätzen. So habe ich genau die richtige Mischung zwischen Entspannung und Anspannung.

Nachdem ich jetzt mehrere Wochen bei meinem Team Project 1 im niedersächsischen Lohne verbracht habe, genieße ich die nächsten zwei Wochen in meinem Elternhaus in Bingen. Meine Eltern sind im Urlaub und ich freue mich darauf, viel Zeit mit meinem Bruder Benedict zu verbringen. Das wird bestimmt lustig, wenn wir zusammen kochen, Sport machen und ein bisschen abhängen. Im Porsche Carrera Cup fahre ich wieder vom 27. bis 29. Juni. Dann geht's nach Nürnberg zum Norisring. Kommt mich dort doch mal besuchen. Ich freu mich drauf!

Bis dahin, Euer Sven

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