Aston Martin V12 Zagato: Der Straßen-Rennwagen im Italo-Design

, 20.02.2012


Aston Martin krönt seine Vantage-Serie mit dem V12 Zagato. Zog die Rennversion als Prototyp bereits im Jahr 2011 die Zuschauer des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife in ihren Bann, um den Feinschliff im harten Renneinsatz zu erhalten, präsentieren die Briten endlich die finale Straßenversion und ihre Details. Modern und aggressiv von den Italienern eingekleidet, erfolgt die Auslieferung des 517 PS starken und über 300 km/h schnellen Aston Martin V12 Zagato an die Kunden ab Herbst 2012.


Nur 150 Exemplare des Aston Martin V12 sollen entstehen. Basierend auf dem angriffslustigen Aston Martin V12 Vantage, ist der V12 Zagato als absolute Fahrmaschine ausgelegt. Vom Motorsport abgeleitete Komponenten unterstreichen das Ziel, eine echte Fahrmaschine zu bauen, deren handgefertigte Karosserie aus Carbon und Aluminium besteht. Während die Motorhaube, das Dach und die Türen aus Aluminium gefertigt werden, kommt bei den Kotflügeln, den Schwellern und der Heckklappe Carbon zum Einsatz.

Exterieur: Kraft und Schönheit in fesselnder Symbiose

Optisch setzt sich der 4,385 Meter lange, 2,022 Meter breite und 1,250 Meter hohe Zweisitzer mit einem Radstand von 2,600 Metern durch ein athletisches Design mit weichen und harten Linien ab. Die modifizierte Front mit einem großen Kühlerschlund und einem Gitter markanter Z-Optik sowie ein Carbon-Splitter zur Reduzierung des Auftriebs deuten bereits darauf hin, dass der Aston Martin V12 Zagato ein aerodynamisch optimiertes Kraftpaket mit hoher Leistung darstellt. Weitere Luftöffnungen in der Motorhaube sorgen für eine optimierte Effizienz des Triebwerkes und zeugen vom kraftstrotzenden Aggregat.

Handgefertigt spannt sich die Aluminium-Karosserie über das Chassis. Breit ausgestellte Radhäuser lassen die Muskeln spielen. Die Formgebung der vorderen Seitenteile ist das Resultat einer Analyse der Luftströme in den Radhäusern. Auch die Luftdurchlässe hinter den Radhäusern - deutlich kleiner als die der Rennversion - dienen der Verbesserung der Aerodynamik und Entlüftung der Bremsen.

Durch Sicht-Carbon bestechen neben dem Splitter auch die A-Säulen, die Außenspiegelgehäuse, der Heckflügel, die Gehäuse der Rückleuchten und der mächtige Diffusor. Selbstredend, dass alle Kohlefaser-Komponenten die gleiche Carbon-Struktur aufweisen.


Neu gezeichnete Seitenschweller führen die Luft am Aston Martin V12 Zagato vorbei. Erinnert die Seitenpartie durchaus an den japanischen Nissan-GT-R, bietet die Heckpartie eine beeindruckende Optik mit einem gewaltigen, ebenfalls im Vergleich zur Rennversion abgeänderten Diffusor, der den Anpressdruck im Zusammenspiel mit einem neuen Heckflügel ebenfalls erhöht. Markant gestaltet sind die zwei runden Heckleuchten und die zwei großen, im Diffusor integrierten Endrohre. Für genügend Kopffreiheit - auch mit aufgesetztem Rennhelm - führte Zagato zu guter Letzt das sogenannte "Double-Bubble"-Dach aus.

Alleine für die aufwändige Herstellung der Karosserie veranschlagt Aston Martin 2.000 Mann-Stunden. Sodann lässt sich V12 Zagato in jeder gewünschten Farbe lackieren. Darüber hinaus kreierten die Briten extra für den neuen Sportwagen die vier exklusiven Farbtöne „Scintilla Silver“ (Silber), „Alloro Green“ (Grün), „Alba Blue“ (Blau) und „Diavolo Red“ (Rot). Für ein perfektes Farbbild nimmt die Lackierung nicht weniger als 100 Stunden in Anspruch.

Antrieb: 517 PS für eine gewaltige Performance

Für den Vortrieb des Aston Martin V12 Zagato sorgen nicht weniger als 517 PS und ein maximales Drehmoment von 570 Nm bei 5.750 U/min, die das 6,0 Liter große V12-Triebwerk mobilisiert. Dem gegenüber steht ein Leergewicht von etwa 1.680 Kilogramm. Für reichlich Fahrspaß ist damit gesorgt: In Kombination mit einer 6-Gang-Handschaltung spurtet der V12 Zagato in nur 4,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Top-Speed von 305 km/h. Dem gegenüber steht ein durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch von 16,4 Litern auf 100 Kilometern.

Für den Kontakt zum Asphalt sorgen speziell für den Aston Martin V12 Zagato in Leichtbauweise hergestellte 19-Zoll-Felgen, die vorne mit „Pirelli P Zero Corsa“-Reifen im Format 255/35 bestückt sind und hinten mit Pendants in der Größe 295/30. Den Vortrieb zügelt eine mächtige Bremsanlage mit 398 Millimeter dimensionierten Bremsscheiben und 6-Kolben-Sätteln. Hinten verrichten 360-Millimeter-Scheiben und vier Kolben ihren Dienst.

Zur Ausstattung des Aston Martin V12 Zagato gehört ferner eine speziell zugeschnittene dynamische Stabilitätskontrolle (DSC) mit einem speziellen „Track“-Modus für die Rennstrecke. Dazu kommen unter anderem eine Traktionskontrolle, ein Antiblockiersystem (ABS), eine elektronische Bremskraftverteilung (EBD) und ein Sperrdifferential.

 

Interieur: Das wahre Erlebnis kommt von innen

Das Interieur des Aston Martin V12 Zagato glänzt geradezu geschmackvoll und präsentiert den Einsatz von Carbon auf dem Armaturenbrett und der Mittelkonsole zur sportlich-edlen Betonung genau richtig, während Akzente in schwarzem Klavierlack das Ambiente weiter verfeinern. Rennsport-Atmosphäre vermittelt die gelochte Alu-Pedalerie, die der Fahrer sicherlich kräftig treten dürfte, um den satten Durchzug bei jeder Geschwindigkeit zu spüren.


Die Sportsitze mit Memory-Funktion lassen sich elektrisch verstellen und gegen Aufpreis mit einer Sitzheizung versehen. Als wahre Augenweide verzierten die Macher die Ledersitze mit einem von Hand eingestickten Wellenmuster, das sich ebenfalls im Dachhimmel und den Türeinsätzen wiederfindet und visuell für zusätzliche Bewegung sorgt. Auf Wunsch gibt es darüber hinaus besonders leichte, 6fach verstellbare Schalensitze aus Carbon/Kevlar, die nochmals 17 Kilogramm an Gewicht einsparen könnten.

Das Wohlbefinden an Bord bereichern unter anderem serienmäßig eine Klimaautomatik, ein Bord-Computer, ein Tempomat, ein automatisch abblendbarer Innenspiegel sowie elektrisch anklappbare und beheizbare Außenspiegel. Eine Alarmanlage, eine Rückfahrkamera zum erleichterten Einparken, ein Navigationssystem und ein Reifendruckkontrollsystem stellen weitere Features dar.

Für Entertainment sorgt serienmäßig ein 700 Watt starkes Premium-Audio-System mit „Dolby Pro Logic II“ und Apple iPod-Anschlussmöglichkeit sowie USB-Schnittstelle. Optional erhältlich ist das 1000 Watt starke BeoSound-System von Bang & Olufsen. Den Aschenbecher, den Zigarettenanzünder und den Regenschirm im Kofferraum, der übrigens 300 Liter fasst, gibt es nicht serienmäßig.

Das automobile Kunstwerk hat natürlich seinen Preis: Aston Martin ruft für den V12 Zagato 330.000 Britische Pfund auf. Zuzüglich der deutschen Mehrwertsteuer sind das aktuell rund 400.000 Euro.

Aston Martin DB4 GT Zagato: Die Geburt einer Legende

Aston Martin und Zagato schufen mit dem originalen von 1960 bis 1961 produzierten Aston Martin DB4 GT Zagato eines der begehrtesten Sammlerfahrzeuge unserer Zeit, das mehrere Millionen Euro wert ist und damals durch starke Rundungen wie eine konsequente Gewichtsreduzierung bestach. Für den Vortrieb sorgte ein 3,7 Liter großer Sechszylinder-Motor mit 314 PS, der den Spurt auf 60 mph (96,56 km/h) in 6,1 Sekunden und eine Top-Speed von 246 km/h ermöglichte.


Jetzt tritt der Aston Martin V12 Zagato die legitime Nachfolge des DB4 GT Zagato als moderne Ikone an - zumindest die Ankündigung bzw. die Darbietung der zwei Prototypen beim 24-Stunden-Rennen kommen auf das Jahr genau 50 Jahre später. Vom originalen Aston Martin DB4 GT Zagato wurden 19 Exemplare gebaut, die heute noch allesamt existieren, mehrere Millionen Euro wert sind und damals zum Teil intensiv als Rennwagen genutzt wurden.

Im Jahre 1986 kooperierten die beiden Unternehmen erneut und schufen den Aston Martin V8 Zagato, der bis 1990 insgesamt 89 Mal gebaut wurde (52 Coupés und 37 Cabrios). Für den 438 PS starken V8 Zagato gaben die Briten einen Spurt von 0 auf 60 mph (96,56 km/h) in nur 4,8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h an.

Es folgte eine weitere Zusammenarbeit: Von dem streng limitierten Aston Martin DB7 Zagato (Coupé), der von 2002 bis 2003 produziert wurde, verkauften die Briten genau 99 Exemplare und behielten die Nummer 100 für sich. Dank eines 6,0 Liter großen V12-Motors mit einer modifizierten Abgasanlage generierte der DB7 Zagato rund 435 PS und meisterte den Spurt von 0 auf 60 mph (96,56 km/h) in 4,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 299 km/h.

Mit gleichen Leistungs- und Performance-Werten entstand vom Aston Martin DB7 Zagato außerdem eine offene Variante, die den Namen „AR-1“ (American Roadster 1) trug. Der von 2003 bis 2004 hergestellte Aston Martin AR-1 besaß kein Dach und wurde ebenfalls in einer Auflage von 99 Exemplaren verkauft, während die Nummer 100 wiederum bei Aston Martin blieb.

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