Audi R8 e-tron Piloted Driving: Der erste selbstfahrende Sportwagen

, 25.05.2015


Radikale Ideen und faszinierende Zukunftstechnologien bringt Audi in einem Sportwagen zusammen: Der neue Audi R8 e-tron Piloted Driving Concept bietet nicht nur einen 340kW/462 PS starken Elektroantrieb mit einer imposanten Beschleunigung, sondern darüber hinaus seriennahe Lösungen für das pilotierte Fahren. Doch ist es nicht ein Widerspruch, sich insbesondere von einem Supersportwagen fahren zu lassen, statt selbst das Lenkrad in die Hände zu nehmen und den Fahrspaß aktiv zu genießen? Vielleicht - aber nur auf den ersten Blick.


Mächtige Power sorgt für Beschleunigungsorgien

340 kW/462 PS Systemleistung, von 0 auf 100 km/h in nur 3,9 Sekunden, eine elektronisch limitierte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h und 450 Kilometer Reichweite - Audi entwickelte seinen rein elektrisch angetriebenen Hochleistungssportwagen R8 e-tron tiefgreifend weiter. Die beiden E-Maschinen an der Hinterachse geben jeweils 170 kW/231 PS und 460 Nm Drehmoment ab. Bereits der damalige Prototyp wusste uns bei Testfahrten mit seinem immens hohen Spaßpotential beim Kurvenräubern zu begeistern.

Weiter gedacht und nicht verkehrt: Der Sportwagen soll selbst fahren

Doch nun das: Die Technikstudie Audi R8 e-tron Piloted Driving ist mit allen Funktionen des pilotierten Fahrens ausgestattet. Bei der Datenerfassung spielen ein neuartiger Laserscanner, mehrere Videokameras, Ultraschallsensoren und Radarsensoren an Front und Heck zusammen. Aus den Signalen errechnet das zentrale Steuergerät (zFAS) ein vollständiges Bild der Fahrzeugumgebung. Das System vermag den Fahrer auf Autobahnen bis in höhere Geschwindigkeitsbereiche zu entlasten, Spurwechsel und Überholvorgänge selbstständig durchzuführen und ebenso selbsttätig zu beschleunigen und zu bremsen.

Vor einem Überholvorgang gleicht das Fahrzeug das eigene Tempo an die Geschwindigkeit der Fahrzeuge im Umfeld an. Wenn die Berechnung ergibt, dass Distanz und Zeit genügen, nimmt es den Spurwechsel zügig vor. Wenn das System an seine Grenzen stößt, zum Beispiel in Stadtgebieten, fordert es den Fahrer aus Sicherheitsgründen auf, zwei Tasten am Multifunktionslenkrad zu drücken. Damit übernimmt der Fahrer erneut aktiv die Längs- und Querführung des Autos. Der Hinweis erfolgt rechtzeitig, bevor das Auto die entsprechende Zone erreicht.

Präzises Anbremsen, genaues Einlenken und kraftvoll aus Kurven herauszubeschleunigen und auf der Geraden den puren Vortrieb zu genießen - das aktive Fahren und Dirigieren eines Sportwagens bereitet eine Menge Spaß und sorgt immer wieder für überwältigende Emotionen.


Doch beispielsweise auf Autobahnen mit viel Verkehr, wo sich die Kraft des Sportwagens nicht nutzen lässt, kann das pilotierte Fahren selbst für überzeugte Sportwagen-Fahrer nicht verwerflich sein. Sind im System sogar die Ideallinien von Rennstrecken hinterlegt, kann sich der Besitzer vom fahrenden Auto unter anderem die Ideallinie vorab zeigen lassen, um anschließend selbst den Track mit noch mehr Spaß zu erobern.

Ein gezieltes Torque Vectoring - die bedarfsgerechte Aufteilung der Antriebskräfte zwischen den Hinterrädern - sorgt für maximale Stabilität und Dynamik. Den „Auto“- oder „Dynamic“-Modus gewählt, lässt sich „Torque Vectoring“ sofort spüren; denn das zuvor früh einsetzende Untersteuern ist weg. Der Audi R8 e-tron fühlt sich deutlich bissiger und leichter an, da der E-Renner jetzt noch schneller Kurven durchfährt und sich aus dem hinteren Teil der Kurve regelrecht herausschieben lässt.

Das Aufladen der Batterie ist ein Klacks

Der Audi R8 e-tron Piloted Driving setzt auf den „Audi Space Frame“ (selbsttragende Karosserie aus Aluminium) des neuen Audi R8 auf, der im Sommer 2015 auf den Markt kommt. Dank gezielter Modifikationen an der Außenhaut und den Rädern erzielt der Audi R8 e-tron Piloted Driving einen cw-Wert von 0,28.

Die T-förmige Batterie brachten die Macher strukturintegriert im Mitteltunnel und hinter der Fahrgastzelle unter - der tiefe Schwerpunkt steigert die ohnehin hohe Dynamik des R8 e-tron Piloted Driving weiter. Die Hochvolt-Batterie basiert auf einer neuen Lithium-Ionen-Technologie, die erstmals speziell für einen rein elektrischen Fahrzeugantrieb ausgelegt wurde. Im Vergleich zum ersten Technikträger stieg ihre Kapazität von etwa 49 kWh auf rund 92 kWh. Audi fertigt die Hochvoltbatterie selbst.

Der Hochleistungssportwagen besitzt das „Combined Charging System“ (CCS) an Bord, das für das Laden mit Gleich- und Wechselstrom ausgelegt ist. Mit diesem System kann der Fahrzeugbesitzer die große Batterie in deutlich weniger als zwei Stunden aufladen. Ein intelligentes Energiemanagement und ein elektromechanisches Bremssystem ermöglichen zudem hohe Rekuperationsraten.

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