Audi TTS 2015: Erster Check - Fast alles lässt sich per Daumen steuern

, 23.06.2014


310 PS stark und es kribbelt intensiv, das Gaspedal durchzutreten und mit dem neuen Audi TTS loszufahren, der im Herbst 2014 auf den Markt kommt. Leider gibt es jetzt keine Chance, mit dem schnellen Audi TTS abzuhauen. Doch Speed Heads kommt bereits in den Genuss, den Innenraum ausgiebig zu inspizieren und vor allen Dingen das neue „Virtual Cockpit“ zu erkunden, das einige Überraschungen bereithält. Die Revolution beginnt!


Nicht ganz so geheim wie 1995, als die Studie des ersten Audi TT entstand, konnten wir uns ausgiebig im Innenraum umschauen. Damals entwickelte ein kleines Team sogar unter Verschluss der Audi-Mitarbeiter das TT-Konzept, bei der kein Geringerer als das heutige Audi-Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Hackenberg für die technische Leitung verantwortlich zeichnete. Jetzt stand, so Audi, die Entwicklung von der Design-Ikone zur Fahrmaschine an.

Leder und Flugzeuge: Neue Ansätze im Sinne der Sportlichkeit

Der Geruch von neuem Leder, der in die Nase strömt, ist betörend. Feines, perfekt verarbeitetes Leder gelangt unter anderem an der Mittelkonsole, den Armauflagen und insbesondere an den serienmäßigen, stark konturierten S-Sportsitzen zum Einsatz. Letztere besitzen im neuen Audi TTS integrierte Kopfstützen und sind tiefer montiert als im Vorgängermodell, um das Fahrerlebnis weiter zu steigern. Darüber hinaus bestechen die Sportsitze durch eine Rautensteppung in der Mittelbahn und pneumatisch einstellbare Wangen für noch mehr Komfort und Seitenhalt.

Besonders cool: Die runden Luftdüsen erinnern mit ihrem Turbinen-Design an Flugzeugtriebwerke und beinhalten kleine Displays und sämtliche Bedienfunktionen der beim Audi TTS serienmäßigen Klimaautomatik. Die Regler für Sitzheizung, Temperatur, Ausrichtung, Luftverteilung und Stärke des Luftstroms liegen in ihren Achsenzentren. Derweil zeigen bei der Klimaautomatik kleine Displays die gewählte Einstellung an.

Beeindruckend: Innenraum-Revolution mit dem Virtual Cockpit

Das Cockpit besticht durch wenige Schalter und wirkt sehr aufgeräumt. Ein typischer Bildschirm für das Infotainment-System lässt sich jedoch nirgends entdecken. Nicht einmal ein Display fährt aus. Audi beschreitet vollkommen neue Wege und präsentiert für den Audi TT der nächsten Generation ein von Grund auf neu entwickeltes Bedienkonzept: das sogenannte „Virtual Cockpit“, bei dem es sich um ein volldigitales Kombiinstrument hinter dem Lenkrad handelt, das alle Informationen direkt vor dem Fahrer darbietet - der zentrale Monitor im Armaturenbrett gehört damit der Vergangenheit an.


Der Fahrer vermag über die „View“-Taste zwischen zwei präzisen, scharfen Anzeigemodi wählen: In der klassischen Ansicht stehen Tacho und Drehzahlmesser im Vordergrund, im „Infotainment“-Modus sind die virtuellen Instrumente kleiner. Auf der freien Fläche, die dadurch entsteht, erhalten andere Funktionen, wie zum Beispiel die Navigationskarte, sehr viel Raum. Beim Audi TTS steht noch ein dritter, sportlicher Modus zur Wahl, bei dem der mittig positionierte Drehzahlmesser das Anzeigefeld dominiert. Darüber hinaus lassen sich die Anzeigen in den digitalen Tuben weiter individualisieren.

Mit einer Auflösung von 1.440 x 540 Pixel zeigt der 12,3 Zoll große TFT-Monitor gestochen scharfe Bilder. Am unteren Rand des „Virtual Cockpits“ befinden sich permanent die Anzeigen für Außentemperatur, Uhrzeit und Kilometerstände. An dieser Position erscheinen ferner eventuelle Warn- und Hinweissymbole. Unglaubliche 8 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde heben die superschnelle Verarbeitung von Daten hervor, während 60 Frames pro Sekunde für eine sehr flüssige Darstellung selbst von aufwändigen und vor allen Dingen auch ansprechenden Grafiken sorgen.

Für den Notfall trennten die Macher das Infotainment-System von der Anzeige der Fahrzeugdaten. Der Nutzer bekommt davon nichts mit, da beide Systeme parallel arbeiten und gemeinsam ihre Informationen auf dem Bildschirm abbilden. Hitze und extreme Kälte sollen das „Virtual Cockpit“ nicht beeinträchtigen. Audi führte intensive Tests von minus 50 Grad Celsius bis plus 105 Grad Celsius durch.

Steuerung per Daumen: So einfach kann es sein

Zur Steuerung gibt es mehrere Optionen. Beim Multifunktionslenkrad stehen dazu zwei Varianten zur Wahl: In der Top-Ausführung kann der Fahrer nahezu alle Funktionen mit dem linken Daumen über das Lenkrad intuitiv steuern, darunter auch das Infotainment-System. Als zweite Bedieneinheit fungiert der neu konzipierte MMI-Terminal (MMI = Multimedia Interface) auf der Konsole des Mitteltunnels. Mit dem berührungssensitiven Touchpad besteht die Möglichkeit, beispielsweise Navigationsziele komfortabel per Handschrift einzugeben. Mit dem „MMI Touch“ vermag der Fahrer ferner in Listen und Karten zu scrollen und zu zoomen.


Nach einer kurzen Einarbeitung klappt es, dank der durchdachten Bedienlogik, flott durch die Menüs zu wechseln. Die Menüstruktur orientiert sich an einem Smartphone, die Freitextsuche eingeschlossen. Bei der Navigation ermöglicht die Direktsuche ein sofortiges Losschreiben, ohne ein starres Formular verwenden zu müssen. In den meisten Fällen genügen bereits vier Buchstaben um relevante Treffer europaweit angezeigt zu bekommen. Das System lernt, so dass die letzten Navigationsziele mit der Buchstabenkombination oben stehen, um schnell ein bekanntes Ziel ansteuern und bei Bedarf per „Google Street View“ ausgiebig erkunden zu können.

Neben der Steuerung über das Bedienteil bietet der neue Audi TT noch eine weitere Möglichkeit: eine weiterentwickelte Spracheingabe. Im Audi TT gelangt erstmals eine natürlich sprachliche Steuerung zum Einsatz, die es arrangiert, mit einfachen, unterschiedlichen Befehlen - etwa wie „Fahre mich nach München“, „Ich möchte mit Agnes sprechen“ oder „Hol den Peter ans Telefon“ - die Fahrzeugsysteme zu bedienen, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen.

Internet an Bord: Selbstverständlich für alle Insassen

An der Spitze der Infotainment-Palette steht die „MMI Navigation plus“ mit dem „MMI Touch“ - eine Medienzentrale, die Internet an Bord bringt. Die Verbindung zum Internet läuft jetzt, wo immer möglich, über den superschnellen LTE-Standard, wodurch im Auto eine Download-Rate von bis zu 100 MBit/s ermöglicht wird. Über den integrierten WLAN-Hotspot können die Mitfahrer frei surfen und mailen.

Für den Fahrer bringt „Audi Connect“ maßgeschneiderte Internet-Dienste von Audi ins Auto, die von der Navigation mit Bildern von Google Earth und Google Street View über Online-Verkehrsinformationen bis zur Smartphone-App „Audi Music Stream“ reichen. Nachrichten- und Info-Services runden das Angebot ab. Die Online-Dienste Facebook und Twitter integrierten die Macher selbstverständlich ebenfalls.

Wenn ich jetzt Gas geben dürfte

Der allradangetriebene Audi TTS hakt den Standardsprint von 0 auf Tempo 100 in nur 4,7 Sekunden ab und beendet seinen Vortrieb bei elektronisch begrenzten 250 km/h. Sein 2.0 TFSI produziert 380 Nm Drehmoment, die von 1.800 bis 5.500 Touren bereitstehen: Schaltbare Klappen in der Abgasanlage sollen einen sportlichen Sound modellieren und diesen noch voller wirken lassen. Ein manuelles Getriebe ist Serie. Mit der optionalen „S Tronic“ gibt es eine Launch Control, welche die maximale Beschleunigung aus dem Stand regelt.

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