BMW i Vision Dee: Mega-Technologien - das geht in Serie

, 22.03.2023


Das ist die Zukunft von BMW - und die lässt sich durchaus als Sensation bezeichnen. 2025 ist es so weit: Die BMW-Modelle der Neuen Klasse gehen in Serie und bei der Digitalisierung ganz neue Wege. So unglaublich die Funktionen klingen, setzt BMW diese schon bald für die künftigen Serienautos um. Was alles möglich ist, zeigt jetzt der BMW i Vision Dee. Die Features reichen von auf Knopfdruck wechselnden Außenfarben und Mustern bis hin zu einem komplett neuen digitalen Bedienkonzept mit Funktionen, die viele Autofahrer heute nicht für möglich halten. Was genau für die Serie geplant ist und wie die Digitalisierung das Wohlfühlambiente steigert, verraten wir jetzt. Darüber hinaus gibt es ab 2023 für viele aktuelle BMW-Fahrzeuge über ein Online-Update eine neue Infotainment-Generation.

Design: Diese coolen Elemente erhält die Neue Klasse von BMW

Bis ein BMW-Modell in der Serie so aussieht wie der BMW i Vision Dee wird es noch über 10 Jahre dauern. Aber wer genau hinsieht, erkennt beim Design der jüngsten BMW-Studien wiederkehrende Elemente, die unter anderem vor einem Jahr das Konzept BMW iX Circular besaß - genau diese Design-Merkmale werden bei der Neuen Klasse ab 2025 zu sehen sein. Allen voran die Front mit der neu interpretierten BMW-Niere, die mit den Scheinwerfern verschmilzt, während eine breite, markante Sicke die Fronthaube mittig teilt, was ziemlich cool aussieht. Die Karosserie hielten die Macher sehr clean, wobei ein markantes Leuchtenband am Heck weitere Akzente setzt.

Den Start der Neuen Klasse unserer Epoche markieren eine kompakte Sport-Limousine und ein SUV. Doch bereits in den 1960er-Jahren gab es bei BMW eine Neue Klasse. Wer sich den erfolgreichen Rennwagen BMW 2000 TI ohne Frontstoßstange anschaut, wird darin sofort den BMW i Vision Dee wiedererkennen. Um nur einige Meilensteine des damaligen Rennwagens zu nennen: Hubert Hahne umrundete mit einem BMW 2000 TI als erster Tourenwagenfahrer die legendäre Nürburgring-Nordschleife unter 10 Minuten (9:58 Minuten) und gewann im selben Jahr zusammen mit Jacky Ickx das berühmte 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps in Belgien - ebenfalls mit einem BMW 2000 TI.

Weltneuheit: So ändert der BMW i Vision Dee seine Farben

BMW besitzt die Technologie, die Außenfarbe eines Autos dank Digitalisierung blitzschnell zu ändern und beweist dies eindrucksvoll am BMW i Vision Dee. Insgesamt 32 Farben stehen zur Verfügung. Sogar Muster lassen sich realisieren. Möglich wird dies durch die sogenannten „E Ink“-Oberflächen, das sind präzise zugeschnittene, auf die Karosserie des Fahrzeugs aufgetragene ePaper-Folien mit mehreren Millionen Mikrokapseln, in denen sich Farbpigmente befinden. Die Mikrokapseln sind so klein, dass deren Durchmesser jeweils der Stärke eines menschlichen Haares entspricht. Ein elektrischer Impuls sorgt dafür, dass sich die entsprechenden Farbpigmente an der Oberfläche sammeln und auf diese Weise der Karosserie den gewünschten Farbton verleihen.

Die Einsatzzwecke der „E Ink“-Folien sind vielfältig. BMW-Fahrer könnten sich einerseits für ein expressives, sportives Erscheinungsbild entscheiden und auf Knopfdruck zu einem dezenten, eleganten Auftritt wechseln. Auch Einfahrgenehmigungen und Parktickets ließen sich künftig beispielsweise neben dem Fensterrahmen anzeigen. Mehr noch: Statt klassischer Dekorelemente, kann die „E Ink“-Technologie ebenfalls im Innenraum zum Einsatz gelangen und bietet damit ganz neue Möglichkeiten beim Design.

Selbst die Effizienz eines Fahrzeugs und die Reichweite eines Elektroautos lassen sich mit wechselbaren Außenfarben erhöhen: Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Außentemperaturen reduziert eine helle Außenfarbe das Aufheizen des Innenraums, während bei Kälte eine dunkle Außenhaut spürbar mehr Wärme aus dem Sonnenlicht aufnimmt. In beiden Fällen kann ein gezielter Farbwechsel die Kühl- beziehungsweise die Heizleistung der Klimaanlage herunterregeln. Dadurch verringert sich der Energiebedarf des Bordnetzes und mit ihm der Kraftstoff- beziehungsweise Stromverbrauch des Autos.

Für einige wird es überraschend sein: Die „E Ink“-Technologie zeichnet sich durch eine hohe Energieeffizienz aus. Anders als Displays oder Projektoren, wird keinerlei Energie benötigt, um den jeweils gewählten Farbzustand konstant zu halten. Strom fließt lediglich in der jeweils kurzen Phase des Farbwechsels.

Das Interesse an der „E Ink“-Technologie ist bereits sehr hoch, so BMW. Es wäre ein Fehler von BMW, diese Technologie nicht in Serie zu bringen - dessen sind sich die Macher bewusst. Dazu ist es allerdings erforderlich, die ePaper-Folien unter anderem für Autowaschanlagen tauglich zu machen und den Herstellungsprozess für eine Serienfertigung zu vereinfachen.

Innenraum: Imposante Technologie - das kann BMW Panoramic Vision

Als noch imposanter erweisen sich die Innovationen im Innenraum des BMW i Vision Dee. Die künftigen digitalen Funktionen reichen weit über das heute bekannte Maß von Sprachsteuerung und Fahrerassistenzsystemen hinaus. Vielmehr werden Autos immer mehr zu einem digitalen Begleiter. Das, was wir im BMW i Vision Dee sehen, ist nicht nur eine Vision, sondern bereits das künftige Bedienkonzept, das wir bereits erleben und ausprobieren dürfen.

So verwundert es nicht, dass der BMW i Vision Dee seinen Besitzer begrüßt und per Sprachbefehl die Tür öffnet. Im Interieur wird es richtig spannend: Auf einen Touchscreen verzichtet die Studie. Stattdessen zieht sich über die gesamte Breite der Windschutzscheibe ein beeindruckendes Head-up-Display, das ab 2025 unter der Bezeichnung „BMW Panoramic Vision“ in den Modellen der Neuen Klasse seine Markteinführung feiert.

Der BMW i Vision Dee geht noch weiter: Über einen Slider auf dem Armaturenbrett besteht die Möglichkeit, das Maß an digitalen Inhalten zu bestimmen. Die fünfstufige Auswahl reicht von einer reduzierten, analogen Darstellung mit fahrrelevanten Informationen, Inhalten des Kommunikationssystems über eine Augmented-Reality-Projektion bis hin zum Einstieg in komplett virtuelle Welten.

Verbindet die Augmented-Reality-Projektion noch virtuelle Anzeigen mit der Realität, zum Beispiel durch die Projektion von unterstützenden Inhalten auf die Straße und in die Umgebung, werden beim autonomen Fahren und der höchsten Stufe auf Wunsch die Scheiben des Autos nach und nach abgedunkelt - und dann sehen die Insassen nur noch eine rein virtuelle Welt.

Die Farbbrillanz des neuen Head-up-Displays ist immens hoch und fasziniert einfach. Ein derart klares, scharfes und zugleich großes Bild gab es bislang noch nicht auf dem Markt, obwohl sich im BMW i Vision Dee nur ein einziger Reflektor befindet. Im Serienmodell werden sogar drei Projektoren zum Einsatz gelangen, um die Farbbrillanz weiter zu steigern. Ebenso neu: Bislang kennen wir es nur so, dass der Fahrer die Anzeigen eines Head-up-Displays erkennt. Doch bei BMW Panoramic Vision können alle Insassen die Inhalte auf der Windschutzscheibe sehen und erleben.

Jetzt noch nicht für die Serie bestimmt, aber für die Zukunft relevant: An den Türinnenseiten befinden sich keine klassischen Griffe. Es ist alles clean. Nähert sich der Insasse mit der Hand der Tür, erscheint plötzlich ein digitales Panel, über das sich die Türen öffnen als auch die Sitze verstellen lassen.

BMW Neue Klasse: So gehen Panoramic Vision und weitere Neuheiten in Serie

Ab 2025 wird in der Neuen Klasse von BMW noch nicht durch virtuelle Fantasiewelten gefahren, allerdings für das Head-up-Display namens BMW Panoramic Vision und dessen Inhalte die volle Breite der Windschutzscheibe genutzt. Während die Person am Steuer unter anderem alle Informationen zur Fahrt erhält, kann der Beifahrer zum Beispiel auf der Windschutzscheibe künftig einen Film sehen. Die neueste Technologie ermöglicht, dass der Fahrer den Film nicht sieht, um nicht abgelenkt zu werden. Es soll in der BMW Neue Klasse sogar Sound-Zellen geben, das heißt die Insassen können unabhängig voneinander im Auto ihre eigene Musik hören, ohne dass die Lieder untereinander kollidieren.

BMW iDrive: Neue Infotainment-Generation per Online-Update für aktuelle Modelle

Nicht nur die Fahrer der Neuen Klasse von BMW kommen in den Genuss innovativer Technologien, sondern auch die Inhaber bisheriger BMW-Modelle, die das Curved Display mit dem bislang eingesetzten BMW Operating System 8 besitzen: Im Laufe des Jahres 2023 wird das Anzeige- und Bediensystem iDrive in einer weiter entwickelten Version über ein Online-Update in die Fahrzeuge eingeführt.

In allen Mittelklasse-, Oberklasse- und Luxusklasse-Baureihen von BMW wird das bisherige BMW Operating System 8 ab Juli 2023 schrittweise auf das neue, weiterhin auf Linux basierende BMW Operating System 8.5 geupdatet. Das gilt unter anderem für den BMW 7er, den BMW iX, den BMW i4, den BMW X5, den BMW X6, den BMW X7 und den BMW XM. In der Kompaktklasse erhalten der jüngst erschienene BMW X1 und der BMW 2er Active Tourer ab November 2023 mittels Update das BMW Operating System 9 auf Basis von Android Open Source. Die bald kommende Neuauflage des BMW 5er ist direkt zur Markteinführung mit dem Operating System 9 ausgestattet. Trotz unterschiedlicher Betriebssysteme gleichen sich das BMW Operating System 8.5 (Linux) und BMW Operating System 9 (Android).

Das neue iDrive-System richteten die Macher noch konsequenter auf die Bedienung mittels Touchdisplay und natürlicher Sprache aus. So erleichtert zum Beispiel ein neuer Einstiegsbildschirm mit übersichtlich angeordneten Funktionen die Bedienung, während mit dem Schnellzugriff „QuickSelect“ eine verbesserte Menüstruktur ihren Einzug erhält, ohne in Untermenüs wechseln zu müssen. Die Karte entwickelt sich derweil zu einem Browser weiter.

Im Detail: Es gibt eine neue, noch modernere Grafikoberfläche, die alle relevanten Funktionen und Informationen auf einer Ebene anzeigt. Dadurch wird das Aufrufen einer gewünschten Funktion ohne vorherigen Wechsel in ein Untermenü möglich. Dazu stehen auf der Fahrerseite der Bedienoberfläche vertikal angeordnete, mit einer Wischbewegung auswählbare und ebenfalls individuell konfigurierbare Funktionssymbole zur Verfügung.

QuickSelect ermöglicht dann per Touch eine direkte Auswahl von Unterhaltungsprogrammen, Fahrzeugeinstellungen, Online-Diensten und weiteren Menüpunkten. Ein Fingertipp auf das Home-Symbol genügt, um anschließend zum Einstiegsbildschirm zurückzukehren. Darüber hinaus stehen fortan eine 3D-Navigation, flexible Grafik-Layouts und viele neue Funktionen bei einer zugleich einfacheren Bedienung zur Verfügung.

Nicht ohne Grund setzt BMW bei den künftigen Modellen auf Android als Betriebssystem: Mit Android lassen sich neue Systeme und Funktionen von Drittpartnern wie Amazon und Google am schnellsten integrieren. Dazu kommen bei Android die signifikanten Vorteile der großen Developer Community und der komplette Zugriff auf den App-Store von Aptoide - der größte Android-Marktplatz nach dem Google Play Store. Das Smartphone wird im Zuge des Fortschritts eine immer größere Rolle einnehmen und der klassische Schlüssel aussterben.

1 Kommentar > Kommentar schreiben

15.05.2023

Die Karosse des BMW 1 Vision Dee ist sehr schön gezeichnet, er kehrt zu alten Tugenden zurück mit niedriger Gürtellinie und ohne Nierenleiden. Das Heck auch schön, hätte einen Hauch länger sein können, der Deckel ist zu klein. Dagegen ist der Innenraum eher scheußlich. Der "Armaturenträger" unförmig und klobig, der Innenspiegel sitzt in einem riesigen Wulst, der einen erheblichen Teil der oberen Windschutzscheibe verdeckt (mittig platzierte Ampeln nicht mehr sichtbar, wenn man davor steht). Sitze ohne Seitenwangen, damit die Gurtpeitsche durchpaßt! Ein indiskutables Lenkrad und ein Headup-Dislay, das viel zu viele Infos auf die Scheibe projiziert, machen die Sache nicht besser. Nicht alles technisch machbare ist auch sinnvoll. Das mit den Farbwechseln wird hoffentlich ein Extra bleiben. Wichtiger ist, daß dieses kompakte Modell bezahlbar bleibt.


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