BMW Vision Next 100: Lebende Geometrie - das ist die Zukunft

, 08.03.2016


BMW hat sich neu erfunden: Am 7. März 2016 feierte die BMW Group ihr 100-jähriges Jubiläum. Doch statt zu den Festivitäten nur ein neues Modell zu präsentieren, gibt es einen echten Knaller. Die Studie „BMW Vision Next 100“ bietet einen ungewöhnlich weiten Ausblick in die Zukunft. Es ist spannend, welche Technologien BMW hier bereits zeigt - Technologien, die sich viele von uns bislang noch nicht einmal vorstellen konnten, die aber kommen werden.


Die Vorstellung: Wie werden wir in Zukunft leben und fahren

Sich vorzustellen, wie wir in Zukunft leben und fahren werden, ist eine ebenso herausfordernde wie interessante Aufgabe: Wie verändern sich Gesellschaft, Wirtschaft, Lebensbedingungen und damit unsere Mobilität? Was bedeuten Digitalisierung und Vernetzung für unsere automobilen Bedürfnisse? BMW geht davon aus, dass Mobilität immer vielfältiger wird. In nicht allzu ferner Zukunft wird wahrscheinlich die Mehrheit der Autos komplett autonom fahren. Die Menschen werden sich dazu in Robotern auf Rädern fortbewegen.

Design: Karosserie wie eine dehnbare Haut

BMW ist es wichtig, dass sich die Fahrer auch in der Zukunft nicht in einem anonymen Transportmittel fortbewegen. Der BMW Vision Next 100 kombiniert ein sportliches Coupé mit einer dynamisch-eleganten Limousine. Mit einer Länge von 4,90 Metern und einer Höhe von 1,37 Metern verfügt das Visionsfahrzeug über kompakte Außenmaße, im Gegensatz zum Innenraum, der die Maße einer Luxus-Limousine besitzt.

Große und weit am Rand der Karosserie platzierte Räder sorgen dafür, dass das Fahrzeug wie ein typischer BMW dynamisch auf der Straße steht. In puncto Aerodynamik erzielten die Macher einen optimalen Effekt: die Karosserie bedeckt die Räder, wobei sie sich beim Lenken an die Radbewegungen wie eine dehnbare Haut anpasst. Aus dem neuartigen Fahrzeugdesign resultiert ein äußerst niedriger Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) von 0,18.

Kupfer als Außenfarbe unterstreicht den Gedanken, dass die automobile BMW-Zukunft technologisch wirken, aber auch Wärme ausstrahlen soll. Dies symbolisiert die enge Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrer. Diese Verbindung beginnt bereits in dem Moment, wenn sich der Fahrer dem Fahrzeug nähert: durch intelligente Sensortechnik öffnen sich die Flügeltüren automatisch. Zum leichteren Ein- und Ausstieg ließen die Macher das Lenkrad bündig in das Armaturenbrett ein. Der Fahrer nimmt Platz und aktiviert durch Antippen des BMW-Logos in der Instrumententafel alle Fahrzeugsysteme. Jetzt schließt sich die Tür, das Lenkrad fährt automatisch aus und das Fahrerlebnis beginnt.


Alive Geometry: Bahnbrechend! Das gab es so noch nie in einem Auto

Ein besonders wichtiges Element des Visionsfahrzeugs stellt die „Alive Geometry“ dar. Dabei handelt es sich um eine Art dreidimensionaler Skulptur, die im Interieur wie im Exterieur wirkt. Die „Alive Geometry“ umfasst knapp 800 bewegliche Dreiecke, eingelassen in die Instrumententafel und in Teile der Seitenverkleidung, die wie eine Skulptur wirken und durch Bewegung auf eine sehr unmittelbare, direkte Art mit dem Fahrer kommunizieren. Der Fahrer nimmt selbst kleinste Regungen im Randbereich seines Sichtfelds wahr. Gemeinsam mit dem Head-Up-Display konnte BMW eine Verschmelzung von Analogem und Digitalem schaffen.

In einer gemeinsamen Bewegung in der Art eines kontrolliert fliegenden Vogelschwarms formen die beweglichen Dreiecke einfach verständliche Signale für die Passagiere. In Verbindung mit der digitalen Anzeige durch das kontaktanaloge Head-Up-Display ergibt sich so eine Form der vorbewussten Kommunikation. Wir erhalten dabei unmittelbar vor einem realen Ereignis ein intuitives Signal. Ansätze, dass so etwas möglich sein wird, lässt sich in der heutigen Zeit deutlich erkennen.

Die Themen „Rapid Prototyping“ und „Rapid Manufacturing“ werden von Tag zu Tag wichtiger. Die Annahme ist, dass diese Technologie in 30 Jahren weit verbreitet sein wird. Heute ist es noch schwer vorstellbar, wie die Abstimmung von Hunderten kleiner Dreiecke funktionieren soll, doch in Zukunft wird das kein Hindernis mehr sein. Wie wir heute Autos bauen, wird künftig nicht mehr der Standard sein. Man wird viel komplexere, flexiblere Formen herstellen können.

BMW spricht beim BMW Vision Next 100 auch vom 4D-Druck wegen der Erweiterung um eine vierte funktionale Ebene; denn die gedruckten Teile übernehmen Funktionen, die heute noch eigens konstruiert, produziert und hinzugefügt werden müssen. Im Moment ist die digitale Welt mit Displays verbunden. Der nächste Schritt sind organische LEDs, also frei formbare Displays.

Die These im Visionsfahrzeug ist aber, dass es im Auto gar keine Displays mehr geben wird. Dieses wird durch ein riesiges Display direkt vor dem Fahrer abgelöst: der Scheibe, die komplett bespielt wird. Zukünftig soll es zu einer starken Verschränkung zwischen digitaler und physischer Welt kommen. Auch das drückt sich in der „Alive Geometry“ aus, zum Beispiel indem das analoge Dashboard mit dem digitalen Head-Up-Display in der Frontscheibe interagiert.

 

Digitale Intelligenz: Fahrer wird zum Ultimate Driver

Mit einem BMW möchte der Fahrer auch in Zukunft immer noch hauptsächlich selbst fahren. Ständige Vernetzung, digitale Intelligenz und modernste Technologien sollen den Fahrer nur unterstützen. Mehr noch: Der Fahrer wird durch die Technik zum perfekten Piloten, zum „Ultimate Driver“. Die Maschine unterstützt den Fahrer und lernt dabei gleichzeitig den Fahrer immer besser kennen. Dabei hilft eine sensorische und digitale Intelligenz, den BMW als „Companion“ bezeichnet.


Die Gestaltung des Innenraums sollte verschiedene Fahrmodi zulassen: das Selberfahren (Boost Modus) und das Gefahrenwerden (Ease Modus). Sowohl im Boost- wie auch im Ease-Modus bewirken alle relevanten Elemente und Technologien im Fahrzeug ein maximal intensives oder entspannendes Fahrerlebnis. Der Wechsel von einem Modus in den anderen wird dabei zu einem beeindruckenden, inszenierten Erlebnis. Die „Alive Geometry“ spielt auch bei den Fahrmodi eine wichtige Rolle: Im Boost-Modus, wenn der Fahrer ganz auf die Straße konzentriert ist, formt die „Alive Geometry“ beispielsweise eine Ideallinie, einen Einlenkpunkt oder ein Warnsignal bei entgegenkommenden Fahrzeugen. Dadurch soll der Fahrer nicht in erster Linie schneller fahren, sondern einfach spürbar besser.

Neben Sitzposition und Lenkrad verändert sich beim Boost-Modus die Stellung der Mittelkonsole, die sich stärker zum Fahrer hin orientiert. Zudem kann der Pilot während der Fahrt mit Gestiksteuerung interagieren. Das kontaktanaloge Head-Up-Display der Zukunft nutzt derweil die komplette Frontscheibe für die Kommunikation mit dem Fahrer. Im Boost-Modus konzentriert sich die technologische Kompetenz des BMW Vision Next 100 nur auf die für den Fahrer wirklich relevanten Dinge. Unter anderem sieht der Fahrer seine Ideallinie, Einlenkpunkte und die optimale Fahrgeschwindigkeit.

Durch umfassende Vernetzung, intelligente Sensorik und ständigen Datenaustausch erzeugt das Head-Up-Display ein digitales Abbild der Umgebung. So erhält der Fahrer beispielsweise trotz Nebels wichtige Informationen - etwa über kreuzende Fahrzeuge, bevor sie in seinem Blickfeld erscheinen. Die Unterstützung des Fahrers erfolgt dabei sehr reduziert, dezent und individuell. Das System verbessert sich ständig, indem es mehr über den Fahrer lernt.

Beim Übergang in den Ease-Modus verändert sich die gesamte Atmosphäre im Innenraum: Das Lenkrad und die Mittelkonsole ziehen sich zurück, die Kopfstützen schwenken zur Seite und es entsteht eine entspannt-wohnliche Atmosphäre. Die Sitze bilden eine Einheit mit der Türverkleidung, so dass Fahrer und Mitfahrer sich leicht schräg setzen und einander zuwenden können. Das kontaktanaloge Head-Up-Display versorgt die Passagiere jetzt mit individuell aufbereiteten Inhalten, es informiert und unterhält wunschgemäß.


Ob sich das Auto gerade im Boost- oder Ease-Modus befindet, wird für alle Verkehrsteilnehmer sichtbar: die typischen BMW-Nieren verwandeln sich gemeinsam mit den markanten Doppelscheinwerfern und den L-förmigen Heckleuchten in ein Kommunikations-Tool. Sie verdeutlichen unter anderem durch die Farbe des Lichts, in welchem Modus sich das Fahrzeug befindet. In bestimmten Verkehrssituationen gibt das Fahrzeug anderen Verkehrsteilnehmern eine optische Rückmeldung und signalisiert beispielsweise Fußgängern durch einen grünen Lichtverlauf in der Front, in welcher Richtung sie gefahrlos die Straße überqueren können.

Companion: Der intelligente Begleiter lernt und übernimmt Aufgaben

Eine kleine Skulptur symbolisiert den „Companion“, die Verbindung zwischen Fahrer und Automobil. Die Skulptur hat die Form eines großen geschliffenen Edelsteins und sitzt zentral unter der Frontscheibe auf der Instrumententafel. Durch immer neue Erfahrungen mit seinem Besitzer und dessen Mobilitätsgewohnheiten, verbessert sich der „Companion“ ständig und erledigt dadurch alltägliche Dinge irgendwann von selbst und gibt passende Empfehlungen.

Eine wichtige Rolle in der Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug übernimmt der „Companion“ ebenso beim Übergang vom Boost- in den Ease-Modus. So lange im Boost die volle Konzentration des Fahrers der Straße gehört, verharrt der „Companion“ flach in der Instrumententafel. Bei der Übergabe der Verantwortung vom Fahrer an den BMW Vision Next 100 erhebt sich der „Companion“ und verbindet sich mit der Windschutzscheibe. Ein entsprechendes Lichtsignal zeigt dem Fahrer die Bereitschaft zum vollkommen automatisierten Fahren.

Die Materialien der Zukunft

Für den BMW Vision Next 100 verwendeten die Designer vorzugsweise Stoffe aus Recyclingmaterial oder nachwachsenden Rohstoffen. Alle sichtbaren und unsichtbaren Carbon-Teile, wie zum Beispiel in der Seitenverkleidung, bestehen aus Restmaterial der normalen Carbon-Produktion.

In Zukunft wird die Auswahl der Materialien im Design- und Produktionsprozess immer wichtiger. Es werden andere und neue Materialien dazukommen. Dadurch wird sich die Form der Fahrzeuge ändern. Im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung wird man den Einsatz von Holz und Leder reduzieren und nach und nach auf neue Materialien und Möglichkeiten im Design und der Produktion zugreifen. Hochwertige Textilien, leicht recycelbare Monomaterialien und der völlige Verzicht auf Leder im Interieur des BMW Vision Next 100 sollen dies schon heute andeuten.

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