Bugatti Veyron: Vier Sondermodelle als Hommage an ein Meisterstück

, 29.04.2009

Aus Anlass des 100-jährigen Markenjubiläums präsentiert Bugatti vier Sondermodelle des 1001 PS starken und 407 km/h schnellen Supersportwagens Veyron, um an die ruhmreiche Renngeschichte zu erinnern, die maßgeblich zur Bekanntheit der französischen Marke und entscheidend zum Mythos Bugatti beitrug. Der Tradition verpflichtet, hielt Bugatti die Modelle in den „Racing Colours“ der entsprechenden Länder: Blau für Frankreich, Rot für Italien, Grün für England und Weiß für Deutschland. Über Preise gab es bislang noch keine Auskünfte.


Alle vier Modelle besitzen einen direkten „Vorgänger“ in Form eines Grand Prix Bugattis, der dem neuen Veyron Pate stand. Die vier historischen Rennwagen repräsentieren die Generation der legendären Bugatti Grand Prix Rennwagen, die von weltbekannten Rennfahrern gesteuert wurden und in den 1920er- sowie 1930er Jahren unzählige Siege errangen. Vier Rennfahrer gaben den vier Veyron-Sondermodellen ihren Namen: Jean-Pierre Wimille dem blauen, Achille Varzi dem roten, Malcolm Campbell dem grünen und Hermann zu Leiningen dem weißen Veyron.

„Wir haben versucht, in Material und Farbe die prägenden Charakteristika der historischen Paten auf die modernen Veyron zu übertragen“, unterstreicht Alasdair Stewart, Director Sales & Martketing Bugatti Automobiles S.A.S. So wurden die Farben der Veyrons originalgetreu nachgemischt und auch die Innenausstattung im Farbton identisch wie das Patenmodell ausgeführt.


Jean-Pierre Wimille war einer der am längsten beschäftigen Bugatti-Werksfahrer. Der Franzose stieß zwar erst 1933 zum Molsheimer Team dazu, blieb der Marke aber lange treu und errang - nach den zwei Siegen im 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahre 1937 sowie 1939 und zahlreichen weiteren Erfolgen - den letzten Bugatti-Sieg überhaupt: 1947 im Bois de Boulogne auf einem 4.7 Liter Monoposto Type 59/50 B. Zwei Jahre später verunglückte Wimille im Alter von 40 Jahren bei einem kleineren Rennen mit einem Simca-Gordini im Training auf dem Palermo-Grand-Prix in Buenos Aires, Argentinien, tödlich.

Achille Varzi fuhr von 1931 bis 1933 für das offizielle Bugatti-Werksteam. Schon ab 1928 auf einem privaten Type 35 C sehr erfolgreich, gewann der Italiener später unter anderem den Grand Prix von Monaco und den auf der Avus in Berlin. Varzi galt als einer der besten Fahrer seiner Zeit und begeisterte die Massen bei erbitterten Zweikämpfen mit Tazio Nuvolari. Nur zwei Unfälle baute Varzi während seiner Karriere, doch der zweite endete im Jahre 1948 kurz vor seinem 44. Geburtstag auf regennasser Fahrbahn beim Grand Prix der Schweiz tödlich.

 

Malcolm Campbell avancierte mit seinen zahlreichen Geschwindigkeitsweltrekorden zu einem festen Begriff der Renngeschichte. Der Brite bestritt zwischen 1911 und 1936 auch unzählige „normale“ Rennen, sehr oft mit einem Bugatti Type 39 A und einem Type 35, und besaß einen der legendären Type 57 S Straßensportwagen. Unter anderem gewann Campbell 1927 und 1928 den französischen Grand Prix de Boulogne mit einem Bugatti T 39 A.


Prinz Hermann zu Leiningens Karriere im Bugatti begann 1927 mit dem Erwerb eines Type 40 Chassis, für das er sich eine Rennkarosserie bauen ließ. Der Deutsche setzte seine Siegesserie dann mit einem privaten Bugatti Type 37A fort, bevor er ab 1930 auf einem 35 C mehrere Jahre im Rampenlicht der internationalen Rennfahrerszene stand.

Für den Vortrieb des modernen Veyrons sorgt der bekannte 16-Zylindermittelmotor mit vier Abgasturboladern und 64 Ventilen, der 1001 PS bei 6.000 U/min leistet und aus 8,0 Litern Hubraum ein maximales Drehmoment von 1.250 Newtonmeter schöpft, das zwischen 2.200 und 5.500 U/min liegt. Die gewaltige Kraft wird von vier permanent angetriebenen Rädern in atemberaubende Fahrdynamik verwandelt und erlaubt einen Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 2,5 Sekunden. Nach 7,3 Sekunden wird bereits die 200 km/h-Marke passiert und 300 km/h knackt der Bugatti Veyron in 16,7 Sekunden. Der Vortrieb endet erst bei 407 km/h.


Unglaubliche Rennerfolge: 2000 Siege in 10 Jahren

Wenn heutzutage von Bugatti die Rede ist, wird die Marke fast automatisch mit dem Type 35 in Verbindung gebracht. Der Typ 35 Grand Prix war das mit Abstand sportlich erfolgreichste Modell. Rein äußerlich avancierten der Kühlergrill und die 8-Speichen-Aluminiumräder des Type 35 zu Identifikationsmerkmalen von Bugatti.

Der Grand Prix war seiner Zeit technisch voraus: Die Vorderachse, aus Gewichtsgründen hohl und ein wahres Meisterwerkwerk der Schmiedekunst, galt als revolutionär. Die vorderen Federpakete wurden durch die Achse geführt und brachten eine hohe Stabilität, während die Macher die Bremstrommeln integral in die leichten Aluminiumräder einbauten. Nach dem Entfernen der zentralen Radmutter ließ sich das Rad innerhalb von Sekunden abziehen und legte die Bremse frei - im Renneinsatz ein entscheidender Vorteil.

 

1924 kamen die typisch blauen Rennwagen von Bugatti beim Grossen Preis des Automobil Club de France in Lyon zu ihrem ersten Einsatz und waren dank ihrer durchdachten Fertigung, ihrer Leichtigkeit und ihres problemlosen Fahrverhaltens praktisch unschlagbar. In dieser Zeitspanne fuhr Bugatti fast 2000 Siege ein, so viel wie kein anderes Modell.


Grand Prix Rennen waren damals sehr in Mode. Nicht nur Bugatti, sondern auch seine Konkurrenten zeigten großes Interesse daran, den Ruf ihrer Produkte mit Rennsiegen zu untermauern. So fanden im Europa der 1920er Jahre an einem Wochenende jeweils mehrere Rennen in verschiedenen Ländern statt. Die Teams der verschiedenen Automobilhersteller bekämpften sich auf den bekannten Schauplätzen, wie zum Beispiel der Targa Florio, Le Mans, Monza oder Spa genau so wie in Rom, Nizza, Antibes oder in einem elsässischen Dorf.

Der wichtigste Grund für die unzähligen Rennerfolge Bugattis - und dem darauf aufbauenden Image der Marke - war aber die Tatsache, dass Bugatti nicht nur die normalen Sport- und Tourenwagen des Hauses, sondern außerdem die Rennfahrzeuge an private Kunden verkaufte, die damit an zahlreichen Grand Prix teilnahmen.


Dies bescherte Ettore Bugatti gleich doppelten Erfolg: Er konnte einerseits reichen, sportlich ehrgeizigen Privatiers seine Rennwagen zu hohen Preisen verkaufen und anderseits aus deren Erfolgen auf den internationalen Rennstrecken Kapital schlagen, ohne für diese „Marketingaktivitäten“ auch nur das Geringste investieren zu müssen. Dieser elegante Schachzug des „Patron“ trug ihm nicht nur unsterblichen Ruhm, sondern ebenfalls ansehnliche Gewinne ein. Von den diversen Variationen der legendären Baureihe „Type 35“ baute Bugatti 350 Einheiten.

7 Kommentare > Kommentar schreiben

29.04.2009

Cool ! Ich freue mich schon riesig auf 2010 wenn da endlich die GOAL Sondermodelle zur WM Südafrika rauskommen. Aber wie wäre es denn bis dahin mit einem Sondermodell Bon Jovi oder Pink Floyd ??? :D

29.04.2009

Ein Markenjubiläum ist alle mal ein besserer Grund für ein Sondermodell als irgend ein Sportereignis was nicht mit der Marke zu tun hat ;)

29.04.2009

Das wäre dann das erste Veyron Sondermodell, was wirklich mal einen Sinn hat. Andererseits sind die paar Änderungen für den hundertsten Geburtstag etwas dürftig. [QUOTE=BMW Power;63558]Ein Markenjubiläum ist alle mal ein besserer Grund für ein Sondermodell als irgend ein Sportereignis was nicht mit der Marke zu tun hat ;)[/QUOTE] Autsch...

29.04.2009

Da muss ich Christoph zustimmen! Der VW-Konzern scheint den Unterschied zwischen einem Veyron und einem Golf nicht zu kennen. Als nächstes gibts mit tatkräftiger Unterstützung der Bild dann den "Volks-Veyron" mit TDI-Motor.......

29.04.2009

Ich finde das dass chrom nicht so passt aber an sich eine nette idee.Interesiere mich jetz nicht so sehr für bugatti...(eher PORSCHE,AUDI,KOENIGSEGG:evil aber eine gute idee und ein guter anlass für ein sondermodell;)

04.05.2009

Keine Frage, ein angemessener Anlass... Mit einer eigenartigen Vorgehensweise. 4 Modelle - abgestimmt auf 4 verschiedene Länder/Fahrer. Ist ja nicht das erste Sondermodell des Veyron, da hätte man bei VW etwas sparsamer sein sollen, damit das Sondermodell zum 100er herausragender wirkt. Denn so wie die Autos dastehen... man hätte ruhig noch etwas tun können.

04.05.2009

Ich weiß gar nicht was ihr alle zu meckern habt, schließlich hat Bugatti hier den Original Farbton nachgemischt ... ist das etwa kein Grund für ein Sondermodell? :evil::tanzen: So und nun wieder zurück zum Ernst des Lebens: Warum nicht? Sieht doch cool aus und mit dem historischen Vorbild danaben sind die Bugattis doch gut in Szene gesetzt!


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