Chrysler 200 (2015): Schicker Ami-Mittelklässler mit europäischen Genen

, 18.01.2014


Unter Fiat-Regie will sich Chrysler zu neuen Höhen aufschwingen. Eine Hauptrolle soll dabei der neue Chrysler 200 spielen, der auf der Detroit Auto Show (13.01.2014 - 26.01.2014) debütierte. Die schicke Mittelklasse-Limousine ist halb Amerikaner und halb Europäer und macht endgültig Schluss mit dem Design-Einheitsbrei vergangener Jahre. Das überzeugende Gesamtpaket zu einem unschlagbar günstigen Preis bereichern zahlreiche Assistenzsysteme an Bord.


Der Chrysler 200 trägt das neue Markengesicht, das die Macher nach und nach in die Modellpalette einführen möchten. Die neue Plattform möchte Chrysler künftig für weitere Kompakt- und Mittelklasse-Modelle im Konzern verwenden. Ziel ist, europäische Standards bei Handling und Lenkpräzision mit amerikanischem Komfort zu verbinden.

Das neu gestaltete Firmenlogo liegt mitten im Kühlergrill, den geschwungene Scheinwerfer einrahmen. Die Tagfahrlichter arbeiten auf Wunsch mit LED-Spots. Hinzu kommen LED-Nebelleuchten in der Frontschürze. In der Seitenansicht wirkt der Amerikaner durchaus stämmig, wenn auch die fließenden Linien sehr harmonisch ineinander übergehen. Das Heck sieht aus wie eine Mischung aus Audi A5 Sportback und Aston Martin, wirkt aber durchaus gefällig. Die markanten LED-Rückleuchten sind serienmäßig.

Als noch etwas edler erweist sich die S-Variante des neuen Chrysler 200. So sind beispielsweise die seitlichen Fenster mit glänzendem Schwarz umrandet. Schwarz lackierte 19-Zoll-Aluminiumfelgen sind in dieser Modellvariante ebenso Serie wie die beiden in die Heckschürze integrierten Auspuffendrohre.

Im Innenraum des neuen Chrysler 200 fällt als erstes die nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit - ähnlich wie bei Jaguar - rundem Automatik-Wählhebel und elektrischer Parkbremse auf. Da Chrysler die ausfahrbaren Becherhalter ebenfalls in die Mittelkonsole integrierte, bleibt im Armaturenbrett genug Platz für einen zentral angeordneten 8,4-Zoll-Touchscreen. Zwischen den Instrumenten befindet sich ferner ein LED-Multifunktionsdisplay, dessen Anzeige der Fahrer komplett auf seine Bedürfnisse einstellen kann.


Technisch gesehen ist der neue Chrysler 200 halb Amerikaner und halb Italiener; denn er basiert auf der Plattform der aktuellen Alfa Romeo Giulietta, vertraut aber auf Motoren aus dem hauseigenen Regal. Top-Triebwerk ist der 3,6 Liter große Pentastar-V6 mit 299 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 355 Nm. Der Motor lässt sich mit einem neuen Allradsystem kombinieren, das in der Lage ist, den Kraftschluss zur Hinterachse zu unterbrechen, wenn die zusätzliche Traktion nicht gebraucht wird. In diesem Fall ist die Mittelklasselimousine als Fronttriebler unterwegs.

Neu ist zudem die serienmäßige 9-Gang-Automatik aus dem Hause ZF, die sowohl in der V6- als auch in der Basisversion mit 2,4-Liter-Vierzylindermotor serienmäßig zum Einsatz gelangt. Das kleinere Triebwerk mit der vielversprechenden Bezeichnung „Tigershark“ produziert 187 PS und maximal 235 Nm. Den Durchschnittsverbrauch gibt Chrysler mit etwa 6,7 Litern an.

Damit dynamische Fahrernaturen auf ihre Kosten kommen, bietet Chrysler für den neuen 200er zudem einen Sportmodus an, der sich auf Lenkung, Gasannahme, Schaltzeitpunkte, Stabilitätskontrolle, den adaptiven Abstandsregeltempomat und den Allradantrieb auswirkt. Diese Zeitgenossen dürfen sich zudem über Lenkrad-Schaltwippen freuen.

Laut Hersteller verfügt der neue Chrysler 200 über mehr als 60 verschiedene Sicherheitssysteme. Der adaptive Abstandsregeltempomat ist beispielsweise in der Lage, das Auto komplett abzustoppen. Der Kollisionswarner kann selbständig eingreifen und das Tempo in einer Gefahrensituation mindern oder unter gewissen Umständen sogar vollständig anhalten.


Hinzu kommt ein Spurhalteassistent, der nicht nur ein Warnsignal gibt, sondern eigenständig Lenkkorrekturen ausführt. Außerdem kann der neue Chrysler 200 bei Bedarf von alleine einparken, selbstständig die elektrische Parkbremse anziehen, sobald der Fahrer das Gurtschloss öffnet, oder beim Ausparken die rückwärtige Umgebung beobachten.

Chrysler baut den neuen 200er in dem für etwa 735 Millionen Euro aufgerüsteten Werk in Sterling Heights, Michigan. Die Amerikaner bieten den Mittelklässler in vier unterschiedlichen Modellvarianten an. Basisvariante ist der 200 LX, darüber siedelt sich der 200 Limited an. Die S-Version ist eher sportlich ausgerichtet, während die Macher den 200C eher luxuriös ausstatten.

Die Markteinführung in den USA erfolgt im zweiten Quartal 2014. Die Preise starten bei 21.700 US-Dollar (aktuell knapp 16.000 Euro). Nach Europa wird das Auto jedoch nicht kommen. Viele Technik-Features des Chrysler 200 werden wir allerdings in der neuen Alfa Romeo Giulia - der Nachfolgerin des 159 - wiedersehen.

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