McLaren MP4-12C Spider: Der Supersportwagen verliert sein Dach

, 04.07.2012


Nur 3,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und eine Top-Speed von 329 km/h: Der neue McLaren MP4-12C Spider sorgt mit 625 PS und reinen Formel-1-Genen für Fahrspaß unter freiem Himmel. Erhältlich ist der offene Supersportwagen mit einem versenkbaren Hardtop in Deutschland zu einem Preis ab 231.650 Euro. Die ersten Auslieferungen an Kunden sollen bereits im November 2012 erfolgen.


Antrieb: 625 PS für brachialen Durchzug

Auf der Straße soll sich der McLaren MP4-12C Spider wie ein kerniger Roadster mit beeindruckender Motorleistung fahren lassen. Auf Knopfdruck verwandelt er sich in einen reinrassigen Sportwagen für die Rennstrecke mit allen dazugehörigen Fahrdynamik- und Leistungseigenschaften. Für den Vortrieb sorgt dabei ein 3,8 Liter großer V8-Doppelturbomotor. Eine Glasscheibe, die hinter der Verdeckklappe montiert ist, ermöglicht jederzeit einen freien Blick auf das imposante Leichtbautriebwerk.

625 PS bei 7.500 Touren und ein maximales Drehmoment von 600 Nm zwischen 3.000 und 7.000 U/min stehen einem Trockengewicht von nur 1.376 Kilogramm gegenüber; mit Leichtbauoptionen sind es sogar nur 1.341 Kilogramm. Daraus resultiert ein Spurt von 0 auf Tempo 100 in nur 3,1 Sekunden wie beim geschlossenen Coupé. Die 200 km/h-Marke fällt nach 9,0 Sekunden. Erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 329 km/h endet der brachiale Vortrieb - beim Coupé sind es 333 km/h.

Seine beeindruckende Leistung überträgt der McLaren MP4-12C Spider über ein 7-Gang-SSG-Doppelkupplungsgetriebe auf die Hinterräder. Spezielle Schaltwippen, die beidseitig auf der Lenkradrückseite montiert sind, ermöglichen blitzschnelle und nahtlose Gangwechsel. Das Triebwerk lässt sich derweil auf bis zu 8.500 U/min hochdrehen. Den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch gibt McLaren mit 11,7 Litern pro 100 Kilometer an, was einem CO2-Ausstoß von 279 g/km entspricht.

Fahrdynamik: Von der Formel 1 auf die Straße

Die Serienausstattung des McLaren MP4-12C Spiders umfasst unter anderem Fahrzeugdynamik-Technologien wie „Brake Steer“, „ProActive Chassis Control“ und die „McLaren Airbrake“. Diese Kombination sorgt für herausragenden Komfort in jeder Fahrsituation und ermöglicht gleichzeitig authentisches Rennwagen-Handling mit maximaler Leistung auf der Rennstrecke.

„Brake Steer“ ist eine Technologie, die McLaren in der Saison 1997/98 in seinen Formel-1-Rennwagen MP4-12 einführte und die zu unglaublichen Rundenzeiten des 12C Spiders führt, indem in Kurven das innere Hinterrad abgebremst wird, damit der 12C die optimale Fahrlinie durch die Kurve halten kann.


„ProActive Chassis Control“ sorgt für einen hervorragenden Fahrkomfort bei jeder Geschwindigkeit und selbst auf unebenen Straßen. Ändert der Fahrer die Fahrdynamikeinstellung seines 12C Spiders von „Normal“ zu „Sport“ oder „Track“, wird die Fahrwerk-Hydraulik entsprechend geändert, um die Bodenhaftung und Straßenlage anzupassen. Der McLAren MP4-12C ist der einzige Sportwagen in seinem Bereich, bei dem der Fahrer Fahrdynamik- und Handling-Einstellungen völlig unabhängig voneinander auswählen und so das Fahrerlebnis nach seinen Wünschen zu optimieren vermag.

Die aktive Luftbremse („Air Brake“) stellt eine weitere Innovation dar, die erstmals an einem Formel 1-Boliden zum Einsatz kam und bereits im Mercedes-Benz SLR McLaren (Produktion 2003 - 2009) eingebaut wurde. Das System wirkt als stabilisierende Kraft auf die Hinterachse und wird beim Bremsen hydraulisch ausgelöst, lässt sich aber auch über einen Schalter im Innenraum aktivieren, wenn der Fahrer einen höheren Anpressdruck für eine bessere Straßenlage wünscht.

Zusätzlich lassen sich jetzt alle Modelle mit dem optionalen „Vehicle Lift“-System ordern, um die Bodenfreiheit des McLaren beispielsweise zum Überfahren von Temposchwellen, auf Knopfdruck hydraulisch zu erhöhen. Dabei gewinnt der McLaren MP4-12C Spider vorne bis zu 40 Millimeter und hinten bis zu 25 Millimeter zusätzliche Bodenfreiheit, die sich bei Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h nutzen lässt.

Leichtbau mit versenkbarem Hardtop

Bei McLaren besitzt, wie man erwarten konnte, alles einen bestimmten Zweck. Die Bezeichnung stellt keine Ausnahme dar. „MP4“ ist schon seit 1981 die Chassis-Bezeichnung für alle Formel-1-Wagen von McLaren und steht für McLaren Project 4. Die Bezeichnung geht auf den Zusammenschluss der Organisation „Project 4“ von Ron Dennis mit McLaren zurück. „12“ bezieht sich auf den internen Fahrzeugleistungsindex von McLaren, mit dem wichtige Leistungskriterien für konkurrierende Fahrzeuge und die eigenen Wagen bewertet werden. Das „C“ bezieht sich abschließend auf Carbon und hebt die einzigartige Anwendung von Kohlefaser-Technologie in der zukünftigen Serie der McLaren-Sportwagen hervor.

McLaren ist ein Kohlefaser-Pionier: 1981 präsentierte McLaren den MP4/1, den weltweit ersten Rennwagen mit einem Monocoque-Chassis aus Carbon, und 1992 den legendären McLaren F1 - den ersten alltagstauglichen Sportwagen der Welt mit einer Karosserie aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Selbstverständlich knüpfte McLaren beim MP4-12C direkt an diese langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen an.

Das Carbon-Chassis des McLaren MP4-12C wird komplett aus einem Gussstück gefertigt. Da die Macher für den 12C bereits von Anfang eine Cabriolet-Version vorsahen, ist für das nur 75 Kilogramm leichte MonoCell-Chassis des MP4-12C Spiders keine zusätzliche Verstärkung erforderlich. Dadurch erweist sich der 12C Spider seinem Schwestermodell mit festem Dach in puncto Fahrleistung und –dynamik als nahezu ebenbürtig; denn sein geringes Mehrgewicht von 40 Kilogramm resultiert allein aus dem zusätzlich verbauten RHT-System zum Öffnen und Schließen des Verdecks.

 

Über einen Schalter im unteren Teil der Mittelkonsole lässt sich das Hardtop in weniger als 17 Sekunden bequem von innen öffnen und schließen - sogar bei gemäßigter Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Die hinter den beiden Sitzen montierte hintere Windschutzscheibe fährt ebenfalls auf Knopfdruck elektrisch hoch und runter und dient bei geöffnetem Dach als Windschott, damit die Insassen des 12C beim Fahren unter freiem Himmel weitestgehend vor störendem Fahrtwind geschützt bleiben.


Bei geschlossenem Dach ist es möglich, die hintere Windschutzscheibe jederzeit abzusenken, damit der imposante Klang des V8-Doppelturbomotors ungedämpft in den Innenraum des 12C Spider dringen kann. Bei geschlossenem Dach lässt sich der 52 Liter fassende Bereich unter der Verdeckklappe ferner als zusätzlicher nützlicher Stauraum nutzen. Maßgefertigte exklusive Taschen, die perfekt in diesen Stauraum passen, gehören serienmäßig zum Lieferumfang jedes McLaren MP4-12C Spiders.

Darüber hinaus bietet der McLaren MP4-12C Spider seinen Insassen mit einem passiven Überrollschutzsystem maximale Sicherheit. Jeder Bügel enthält eine Stahlstruktur, die McLaren speziell dafür entwickelte, um Aufprallenergie aufzunehmen und den Fahrer und Beifahrer maximal zu schützen.

Design: Jede Linie und jedes Elemente hat seinen Grund

Das Design des McLaren MP4-12C Spiders folgt ähnlichen Grundsätzen wie die Formel-1-Boliden von McLaren und der legendäre McLaren F1, bei denen alles seinen Zweck hat. Alle Rippen, Lüftungsöffnungen und der flache Unterboden sind aus gutem Grund vorhanden. Die aerodynamische Reinheit erklärt, warum der Sportler seine Höchstgeschwindigkeit mit großer Stabilität erreichen kann, ohne sich auf flache Frontflügel oder tiefe Frontspoiler verlassen zu müssen.

Die Front liegt sehr niedrig, da sie keine großen Motorkühler enthält, von denen die Briten zwei jedoch stattdessen an den Seiten längs einbauten. Dadurch bietet der McLaren MP4-12C Spider zusätzlichen Stauraum unter der Motorhaube. Große Lufteinlässe beherrschen die Frontansicht des 12C Spiders. Ein Nasensplitter sorgt ferner für mehr Anpressdruck, während Luftleitschaufeln nahe den Vorder- und Hinterrädern den Anpressdruck bei minimal höherem Luftwiderstand erhöhen und Luft zum unerlässlichen Diffusor am Heck lenken.

Das Heck des McLaren MP4-12C Spiders wirkt mit seinem anpressdruckoptimierten Diffusor aggressiv und zielbewusst. Die Auspuffendrohre liegen hoch in der Mitte des Wagens. Dadurch, dass die Rückseite offen ist, wird ausreichend Heißluft aus dem Motorraum abgezogen. Die LED-Heckleuchtengruppen befinden sich dezent hinter horizontalen schwarzen Zierstreifen und lassen sich nur im eingeschalteten Zustand erkennen.


Interieur: Alles dreht sich um den Fahrer

Das Lenkrad stellt den wichtigsten Teil für jeden Fahrer dar. Der Lenkradüberzug ist technisch so präzise wie an McLarens-Rennlenkrad. Grund dafür ist, dass die Überzüge von früheren Formel-1-Siegern modelliert und gescannt wurden und die Macher die effektivsten taktilen Eigenschaften und die Dicke ihrer Lenkräder für den Hochleistungsstraßenwagen übernahmen. Hinter dem Lenkrad befindet sich eine Schaltwippe nach Formel-1-Vorbild, die sich mit dem Lenkrad mitbewegt.

Der McLaren besitzt nicht zu viele Schalter, Knöpfe und Anzeigen. Wie beim McLaren F1 findet der Fahrer auf beiden Seiten Bedienelemente, die eine rationelle Positionierung von Schaltern ermöglicht: Klimaregler an jeder Türkonsole, Telematik in der oberen Mittelkonsole, ein sogenanntes Active-Dynamics-Bedienfeld im mittleren Teil der Mittelkonsole, Schaltung und weniger wichtige Bedienelemente auf der Getriebetunnelkonsole sowie Bordcomputer und Geschwindigkeitsregelung an der Lenksäule.

Das Active-Dynamics-Bedienfeld umfasst zwei Drehknöpfe und vier Tasten: „Start/Stop“, „Active“ (aktiviert alle Bedienelemente für die Dynamik), „Winter” (stellt Antriebstrang, Fahrwerk und elektronische Hilfen auf maximale Fahrerunterstützung ein) und „Launch” (leitet das Launch-Control-System ein).

Die beiden Drehschalter steuern den Antriebsstrang und das Handling und haben jeweils drei Stellungen für den normalen, sportlichen und Hochleistungsbetrieb. Der Powertrain-Schalter ändert das Gasannahmeverhalten, die Getriebestrategie, Gangwechselzeiten und den Impuls (wie stark der Gangwechsel fühlbar ist). Die koaxiale „Manual“-Taste steuert die Verwendung von Schaltgetriebefunktionen.

Ein Handling-Schalter ändert die Stabilitätsregelung, das Lenkgewicht, die Straffheit des Fahrwerks und die Wanksteifigkeit. Über die koaxiale „Aero”-Taste kann der Fahrer die Luftbremse einsetzen, um einen größeren Anpressdruck zu erhalten.

Für die Verbindung zwischen dem Fahrer und seinem Supersportwagen sorgt das System IRIS, das einen vollständig integrierten PC und einen Touchscreen mit einer Vielzahl nützlicher Funktionen bietet, wie zum Beispiel Bluetooth und einen Media-Player. So lässt sich das Satellitennavigationssystem per Stimme steuern und durch die WLAN-Verbindungsfähigkeit auch Dateien von einem anderen Computer an das Auto senden.

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