Nissan ESFLOW: Der Elektro-Sportwagen für satten Fahrspaß ohne Verzicht

, 10.02.2011


Im Jahre 1969 begründete Nissan mit dem legendären 240Z - damals noch unter dem Label Datsun exportiert - eine erfolgreiche Sportwagen-Baureihe, deren aktueller Vertreter der rassige 370Z ist. Jetzt blicken die Japaner weiter in die Zukunft: Das Design des neuen Nissan ESFLOW Concept wirkt wie ein 370Z aus der Zukunft mit äußerst progressiven Linien. Zwei Elektromotoren beschleunigen das Sport-Coupé in unter 5 Sekunden auf Tempo 100 und dürften damit für viel Fahrspaß sorgen. Seine Weltpremiere feiert der Nissan ESFLOW auf dem Genfer Automobilsalon (03.03.2011 - 13.03.2011).


Design: Progressives Styling mit historischen Zitaten

Der rein elektrisch angetriebene Nissan ESFLOW sieht aus wie ein Sportwagen und fährt sich wie ein Sportwagen - so kann automobile Fortbewegung auch in Zukunft noch genauso viel Spaß bereiten wie heute. Die Faszination eines Sportwagens und die umweltfreundlichen Segnungen eines Elektroantriebs verschmelzen zu einer dramatisch gestylten, zweisitzigen Konzeptstudie.

Das Design eines ökologisch korrekten Fahrzeugs muss nicht auf Kosten des Fahrspaßes gehen. Schon ein kurzer Blick auf den ESFLOW sagt alles über seinen Charakter aus: die lange Haube, die seitlich herumgezogene, flachstehende Windschutzscheibe, die kompakte Kabine mit Sitzplätzen nah am Schwerpunkt des Autos und mit Niederquerschnittsreifen satt gefüllte Radhäuser qualifizieren ihn als Sportwagen. Nissan-Kenner entdecken an dem auf der Straße kauernden E-Sportler darüber hinaus Zitate historischer und zeitgenössischer Sportwagen des Unternehmens.

Scharfe und klare Linien betonen den Purismus des Sportwagens als auch die Reinheit des elektrischen Antriebs. Zu diesem Anspruch passt trefflich die von Gletschern inspirierte Außenfarbe: eine reflektierende, wie erstarrt wirkende Lackierung mit eisblauen Schattierungen.

Nach dem Vorbild früherer und aktueller Zero-Emission-Fahrzeuge von Nissan sind auch beim ESFLOW die Scheinwerfer und das Nissan-Logo blau getönt. Die 6-Speichen-Räder zieren blau gefärbte Kohlefaser-Einsätze - das gleiche Material taucht außerdem an den Seitenschwellern, am Dachheckspoiler und am Heckstoßfänger auf.

Blaue LED-Einsätze akzentuieren die futuristisch gestalteten Leuchteinheiten in Form eines Bumerangs an Front und Heck. Anstelle konventioneller Spiegel sorgen beim Nissan ESFLOW kleine Kameras in den Wurzeln der A-Säulen für die Sicht nach hinten. In der Frontpartie verbirgt sich noch ein „Geheimnis“: ausklappbare Auflade-Ports in den unterhalb der Scheinwerfer sitzenden Lufteinlassschächten.

 

Antrieb: Zwei E-Motoren für maximalen Fahrspaß

Analog zum Nissan Leaf, der bereits in Serie gefertigten Elektro-Limousine, ist auch der ESFLOW keine auf einem vorhandenen Modell mit Verbrennungsmotor basierende Variante. Vielmehr konzipierte Nissan das Sport-Coupé von Grund auf als Elektro-Fahrzeug - mit allen Vorteilen, die sich daraus ergeben: die Freiheit der Designer, die Antriebskomponenten und Batterien so zu platzieren, dass ein Maximum an Fahrspaß und ein extrem attraktives Design dabei herausspringen.


Die attraktive Karosserie aus Verbundmaterialien umhüllt ein Chassis aus Aluminium und einen voll integrierten Überrollkäfig. Der Antriebsstrang nutzt die gleiche Technik wie im Nissan Leaf, wurde aber zugunsten eines besonders sportlichen Fahrerlebnisses nochmals modifiziert. Genaue Daten der Elektromotoren gab Nissan nicht bekannt.

Der ESFLOW wird von zwei mittig zwischen den beiden Hinterrädern installierten Elektro-Motoren angetrieben, deren Kraft auf die Hinterräder gelangt. Die E-Aggregate steuern unabhängig voneinander das rechte und das linke Antriebsrad, was eine hohe Richtungsstabilität und eine effiziente Energie-Rückgewinnung ermöglicht. Die Motoren erzeugen genügend Drehmoment, um den ESFLOW in unter fünf Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen.

Ihre Kraft ziehen die E-Motoren aus laminierten Lithium-Ionen-Batterien, die auch schon im Nissan Leaf ihren Dienst verrichten - allerdings mit dem Unterschied, dass sie im ESFLOW entlang der Achsen der Vorder- und Hinterräder angeordnet sind. Vorteil dieses Layouts ist eine Zentrierung der Fahrzeugmassen - und damit des Drehpunktes - auf Höhe der Hüften des Fahrers. Die clever verstauten Akkumulatoren sichern dem ESFLOW eine Reichweite von maximal 240 Kilometern.

Das Aluminium-Chassis der Genfer Nissan-Studie zieht vollen Nutzen aus der Architektur eines Zero-Emission-Modells. Die Batterie-Pakete sind so verteilt, dass sie die systembedingten Stärken eines Elektro-Autos fördern statt schwächen; denn anders als bei konventionellen Benzintanks, die sich während der Fahrt leeren, behalten Batterien trotz Energieentnahme ihr Gewicht. Und so bleibt auch die Gewichtsverteilung immer gleich.

Interieur: Betonung auf Leichtbau mit Akzenten

Die hohe Gürtellinie des in klassischer Sportwagen-Manier geformten ESFLOW erlaubte den Einbau solider, aber zugleich dezent untergebrachter Überrollbügel. Sie sind hinter den Sitzen installiert und können im Fall eines Überschlages die gesamte Last des Wagens sicher absorbieren. Im Gegenzug konnten die Designer auf massige, die den „Toten Winkel“ vergrößernde A-Säulen verzichten.

 

Aufgeräumt und offen gibt sich die Kabine des Nissan ESFLOW. Dabei hat ökologischer Minimalismus nicht zwangsläufig den Verzicht auf Luxus zur Folge. Trotz der Betonung auf Leichtbau in allen Details nehmen die beiden Insassen in einem komfortablen und angenehmen Ambiente Platz.


Eine interessante Lösung fand Nissan für die Sitze: Weil dick gepolstert, vielfach elektrisch einstellbar und von einem soliden Stahlrahmen zusammengehalten, sind Sitze in den Interieurs moderner Autos die mit Abstand schwersten Komponenten. Im ESFLOW fügten die Macher daher die Sitze direkt in die hintere Schottwand des Autos ein, was die Rahmenkonstruktion und die elektrischen Stellmotoren erübrigte. Eine individuelle Sitzeinstellung entfällt damit zwar, wird aber durch die über Fly-by-wire-Systeme elektrisch justierbare Lenkung und Pedalerie kompensiert.

Die Sitze selbst sind mit goldenem Leder und einem perforierten, ebenfalls golden eingefärbten Veloursstoff bezogen, während in den Türverkleidungen dunkelblaue Oberflächen in identischen Materialien dominieren. Das blau/goldene-Motiv wird am Instrumententräger wiederaufgenommen. Hier zieren Oberflächen in silbernem Kohlefaser-Material das Armaturenbrett. Vier multifunktionale LCD-Displays sind für die Informationsvermittlung zuständig.

Nach dem Einstieg in den E-Sportler verlinkt sich der Nissan ESFLOW sofort mit dem Taschen-PDA des Fahrers, um diesem die schnellste Route ins Wochenende zu zeigen, zum Beispiel den optimalen Weg zur Freundin, der durchaus auch über kurvige Straßen führen darf. Dank Bremsenergie-Rückgewinnung wird beispielsweise bei einer Fahrt ins Tal oder im Stadtverkehr zuvor verbrauchte Energie in die Batterien zurück gespeist.

Erschwinglicher Elektro-Sportwagen für die Serie?

Der 240Z als Urvater der Z-Baureihe revolutionierte mit seiner Kombination aus Leistung, Design und insbesondere Erschwinglichkeit vor über 40 Jahren die Sportwagenwelt. Der 370Z blieb dieser Philosophie bis heute treu, indem auch er ein authentisches Sportwagenerlebnis zu erreichbaren Konditionen ermöglicht.

Sollte Nissan einen Elektro-Sportwagen nach seiner Philosophie des erschwinglichen Preises realisieren, kommt im wahrsten Sinne Bewegung auf den Markt der sportiven Stromer rund um Tesla & Co. Sollte es der ESFLOW nicht in die Serie schaffen, gibt dieser höchstwahrscheinlich Hinweise auf einen neuen Sportler der Japaner.

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