RUF CTR Yellowbird 2017: Ein Wahnsinns-Preis für 710 PS

, 19.03.2017


Eine echte Ikone unter den Spurtsportwagen stellt der RUF CTR von 1987 mt dem Spitznamen „Yellowbird“ dar, der damals seine Konkurrenten in Grund und Boden fuhr und mit einer Spitze von 342 km/h seinerzeit als schnellstes straßenzugelassenes Serienfahrzeug galt. Jetzt legen die Macher mit dem RUF CTR 2017 den Supersportwagen neu auf, der sich bereits mit seinem Design als Hommage an den legendären „Yellowbird“ von 1987 versteht. Doch jetzt sorgen 710 PS für den Antrieb - und die sind zu Außerordentlichem in der Lage.


RUF CTR 1987: Das machte ihn zur Legende

Viele bezeichnen RUF als Porsche-Tuner. Das ist falsch; denn RUF ist seit 1981 vom Kraftfahrt-Bundesamt als Autohersteller anerkannt. Der damalige RUF CTR stellt eine Ableitung vom Porsche 911 Carrera 3.2 dar und basiert lediglich auf den Rohkarossen. Für den Antrieb des RUF CTR 1987 sorgte ein 3,4 Liter großer luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor mit 469 PS: Von 0 auf 100 km/h vergingen nur 4,1 Sekunden.

Dann der große Moment: Beim „World`s fastest Cars“-Vergleich des US-Amerikanischen Automagazins „Road & Track“ im April 1987, trat der RUF CTR auf der deutschen Volkswagen-Teststrecke Ehra-Lessien unter anderem gegen einen Porsche 959, einen Lamborghini Countach 5000S, einen Isdera Imperator 108i, einen Ferrari Testarossa, einen Ferrari GTO und einen AMG Hammer an. Der Porsche 959 war zwar mit 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h schneller als der RUF CTR. Aber der RUF erreichte bereits bei diesem Test eine Spitze von 339,8 km/h. Da konnte selbst der Porsche 959 mit einer angegebenen Top-Speed von 317 km/h nicht mithalten.

Das war noch nicht alles: 1988 erzielte der RUF CTR bei einem Vergleichstest von „auto, motor und sport“ auf der Pista di Nardò in Italien mit 342 km/h die höchste Geschwindigkeit. Damit war der RUF CTR 3 km/h schneller als der Porsche 959 s und 21 km/h schneller als die beiden Ferrari F40.


RUF CTR 2017: Noch schneller als die Legende - dazu sind 710 PS fähig

30 Jahre sind vergangen - und jetzt kommt die vierte CTR-Generation. Erstmals basiert der CTR auf einem komplett bei RUF entworfenen und gefertigten Carbon-Monocoque. Das Design folgt den Leitlinien, die einst der erste „Yellowbird“ vorgab: kompromisslose aerodynamische Effizienz durch die Entwicklung der Form im Windkanal. Die strömungsgünstige Silhouette, der schmale und wie unter den Fahrtwind geduckte Karosseriekörper, die hinteren Lufteinlässe und sogar die Instrumentierung stellen eine Reflektion des RUF CTR von 1987 dar. Mit einem Unterschied: Die windschlüpfige Karosserie des CTR 2017 besteht weder aus Stahlblech noch aus Aluminium, sondern aus Kohlefaser.

Für den Antrieb sorgt ein im Heck platzierter Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor mit 3,6 Litern Hubraum. RUF setzt auch im neuen CTR eine aus dem Rennsport stammende Trockensumpf-Schmierung ein, die durch ihren hohen Durchsatz selbst unter den brutalen Fliehkräften in sehr schnellen, langen Kurven alle bewegten Teile im Motor optimal versorgt. Das Triebwerk leistet 710 PS bei 6.750 U/min. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 880 Nm, das von 2.750 bis 4.000 Touren zur Verfügung steht.

Der grandiosen Kraft steht ein Gewicht von nur 1.200 Kilogramm gegenüber. Derart ausgerüstet, spurtet der RUF CTR 2017 in weniger als 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die 200-km/h-Marke fällt in weniger als 9 Sekunden an. Erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 360 km/h endet der Vortrieb. Den durchschnittlichen Spritverbrauch gibt RUF mit 12,8 Litern auf 100 Kilometern an, was einem CO2-Ausstoß von 306 g/km entspricht.


Die Kraftübertragung an die Hinterräder übernimmt ein komplett von RUF entwickeltes 6-Gang-Handschaltgetriebe. Der Achsantrieb erfolgt über ein Sperrdifferential. Den Kontakt zum Boden halten geschmiedete Aluminium-Felgen im 19-Zoll-Format mit Reifen der Größe 245/35 ZR 19 vorne und 305/30 ZR 19 hinten.

Dazu soll der neue RUF CTR 2017 ein exzellentes Handling besitzen. Das Basis-Layout des Fahrwerks besteht aus Einzelrad-Aufhängungen an jeweils doppelten Querlenkern, kombiniert mit längs auf dem Chassis montierten Feder-Dämpfer-Einheiten, die wie in der Formel 1 über Druckstreben (Pushrods) betätigt werden. Die innenbelüfteten, gelochten Keramik-Bremsscheiben entsprechen in ihrer Dimension den gewaltigen Kräften, die sie zu bändigen haben: Vorne gelangen 6-Kolben-Bremszangen und Scheiben mit einem Durchmesser von 380 Millimetern zum Einsatz, hinten 4-Kolben-Zangen und 350-Millimeter-Scheiben.

Innenraum: Minimalismus wie aus einer anderen Zeit

Das reduzierte Interieur des neuen RUF CTR 2017 erweist sich als Gegenpol zu den oft überladenen Armaturenträgern im digitalen Zeitalter. Zwei Sitze und superleichte Materialien bilden den Kern dieses Statements zum analogen Fahrvergnügen. Zum Einsatz gelangen Sitzbezüge aus Alcantara und Cockpit-Materialien wie Leder und Carbon. Die Sitze bestehen ebenfalls aus einem Carbon-Verbundwerkstoff, die gelochten Pedale aus Leichtmetall. Weitere Akzente setzen das Dreispeichen-Lenkrad und die analogen Zifferblätter der Instrumente mit grün schimmernden Zahlen.

Limitierte Auflage: Wahnsinns-Preis für den RUF CTR 2017

Die Serienproduktion des neuen RUF CTR wird 2018 bei RUF in Pfaffenhausen anlaufen. Geplant ist eine limitierte Auflage von 30 Exemplaren. Der Preis in Deutschland beträgt 892.500 Euro.

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