VW Golf Design Vision GTI: Mit 503 PS in den Rennsport

, 09.05.2013


Extrem, angriffslustig und richtig schnell - dieser VW Golf GTI soll allen überlegen davonziehen. Das allerdings nur auf der Rennstrecke; denn die Studie „Design Vision GT“ transferiert das beeindruckende Design und das Leistungspotential der Golf-Ikone in die Welt des Motorsports. Bislang nur ein Concept Car, wirkt der 300 km/h schnelle Über-GTI derart homogen, als würde dieser bereits morgen in einer Rennserie starten. Seine Weltpremiere feiert die „VW Design Vision GTI“ auf dem legendären VW GTI-Treffen in Österreich am Wörthersee, das vom 08.05.2013 - 11.05.2013 stattfindet.


Mehr als doppelt so stark: Antrieb saugt die Piste auf

Bereits der neue VW Golf GTI ist mit einer Leistung von 220 PS respektive 230 PS mit dem Performance-Paket souveräner denn je unterwegs. Die „Design Vision GTI“ leistet hingegen mit 503 PS bei 6.500 U/min mehr als doppelt so viel. Vorn unter der Motorhaube arbeitet deshalb kein Reihen-Vierzylinder, sondern ein V6-Triebwerk. Analog zum 2.0-Liter-Motor des Serien-GTI handelt es sich allerdings auch beim 3.0-Liter-Motor der Studie um einen TSI, also einen direkteinspritzenden Benziner mit Turboaufladung. In diesem Fall befinden sich zwei Turbolader an Bord.

Der V6-TSI entwickelt bereits im Drehzahlkeller ab 2.000 U/min satte 500 Nm Drehmoment und ein maximales Drehmoment von 560 Nm, das von 4.000 bis 6.000 U/min anliegt. Diese Kraft verteilt die Studie per Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und Allradantrieb auf die Vorder- und Hinterräder. Mit diesem Antriebskonzept und einem speziell ausgelegten Sportfahrwerk saugt die „Design Vision GTI“ Pisten jeglicher Art förmlich auf. Und das verdammt schnell: Nach nur 3,9 Sekunden ist die Studie bereits 100 km/h schnell.

Um den 300 km/h schnellen GTI entsprechend souverän zu verzögern, setzt Volkswagen rundum Keramik-Bremsscheiben ein. Vorn greifen die Sättel auf Scheiben mit einem Durchmesser von 380 Millimetern zu, hinten beträgt der Durchmesser 356 Millimeter. Seitlich schimmern die Keramik-Bremsscheiben und rot lackierten Bremssättel zwischen den fünf Speichen der ebenfalls neu gestalteten 20-Zoll-Leichtmetallfelgen durch.

Das Design der neuen Felgen nimmt das formale Konzept des GTI-Rades „Austin“ auf, das seinerseits eine dezente Weiterentwicklung des GTI-Klassikers „Denver“ darstellt. Das Rad der „Design Vision GTI“ zeichnet sich durch in das Design integrierte Schaufeln aus, die über die Radöffnungen die heiße Luft der Bremsanlage optimiert abführen. Die Radschrauben werden so abgedeckt, dass auf diese Weise die Optik eines Zentralverschlusses entsteht. Eine niedrige Einpresstiefe erlaubt eine leichte Schüsselform der Räder, durch die wiederum optisch spannende Spiegelungen auf den polierten Oberflächen entstehen.

Design: Dieses Auto ist imposant, extrem imposant

Mit 4,253 Metern ist die „Design Vision GTI“ exakt 1,5 Zentimeter kürzer als der Serien-GTI, was insbesondere auf die kompakter bauende Heckschürze zurückzuführen ist. Die Höhe reduzierten die Macher bei der Studie um ganze 5,7 Zentimeter auf 1,385 Meter, während die Breite um 7,1 Zentimeter auf 1,870 Meter zunahm. In dieses Bild passen die Spurweiten: Beim Wörthersee-GTI sind es vorn 1,595 Meter und hinten 1,579 Meter, beim Serienmodell sind es zum Vergleich 1,538 Meter und 1,516 Meter.


Den Kühlergrill, den unteren Lufteinlass und die seitlichen Öffnungen zur Kühlung der Bremsen fasste Volkswagen mit den Scheinwerfern zu einer Einheit zusammen. Grill und Lufteintrittsöffnungen - wenn auch neu interpretiert - unterstreichen bewusst die Verwandtschaft mit dem Serien-GTI. Deshalb ist zum Beispiel eine Wabenstruktur in den Gittern ein selbstverständliches Stilmittel. Ein besonders markantes Detail stellen die sogenannten „Blades“ („Klingen“) dar, die im unteren Bereich als Spoilerkante den skulpturalen Charakter der Front betonen.

Bewusst griffen die Designer bei den Scheinwerfern die Optik des Serien-GTI auf. Gleichwohl zeigt die Studie Optionen, wie Scheinwerfer und Kühlergrillmasken künftig aussehen könnten: Die für die GTI-Front typische rote Linie teilt die Scheinwerfer der „Design Vision GTI“ waagerecht, während die Macher die optischen Elemente in der unteren Hälfte zurücksetzten - eine innovative Variation des bei GTI-Veredlern gern gesehenen „bösen Blickes“. Volkswagen spricht an dieser Stelle alternativ von einem „entschlossenen Blick“ oder schlicht von einem „selbstbewussten Auftritt.“

Selbstbewusst wirkt ebenfalls die lange und breite Motorhaube. Die Motorhaube selbst besitzt eine außenliegende Deckelfuge, die auf der Höhe der für den Golf VII typisch umlaufenden waagerechten Linie liegt - ein Designmotiv, mit dem der neue Golf den klassischen Golf I zitiert.

Als prägnantestes Feature im Bereich der Seitenpartie erweist sich die C-Säule. Im Detail wird die für den Golf und somit auch für den GTI seit jeher charakteristische hintere Dachsäule dabei als eigenständiges Formelement bis in die Radläufe nach außen gezogen, während sich der Karosseriekörper nach hinten stärker verjüngt. Ein mit der sprichwörtlichen Liebe zum Detail gestaltetes Wabengitter schließt den Raum zwischen der Verbreiterung und der Karosserie.

Analog zur Frontpartie sorgt im Heckbereich eine umlaufende präzise Kante für ein geschlossenes Bild. Die Anbindung des Heckspoilers gleicht der Serie, während im unteren Abschluss die aerodynamisch konzipierten Rippen des Heckdiffusors und die Endrohre des Schalldämpfers das Bild dominieren. Neu sind im Vergleich zum herkömmlichen GTI unter den Rückleuchten die beiden waagerechten „Blades“.


Interieur: Konzentration auf das Wesentliche

Beim „Design Vision GTI“ setzte Volkswagen die beliebte Maxime des reduzierten Designs radikal um: So wenig Schalter wie nötig, die sich dazu auch bei sehr sportlicher Fahrweise intuitiv bedienen lassen. Das Lenkrad statteten die Macher deshalb mit ergonomisch optimierten DSG-Schaltwippen aus, während sich unter den Querspangen links der Fahrmodischalter mit den Varianten „Street“, „Sport“ sowie „Track“ befindet und rechts der Startknopf für den Motor. Passend zum Motorsport in der Mittelkonsole: Tasten für die Feuerlöschanlage, die ESP-Deaktivierung und ein DSG-Schalthebel in der Mittelkonsole - letzterer ein wie im Rennsport senkrechter Griff mit dynamischen Konturen.

Die Formen der Instrumententafel und der Mittelkonsole entsprechen in ihrer Konfiguration dem bekannten GTI-Interieur, sind aber analog zum Rennsport nochmals fahrerorientierter angeordnet. Die technische Anmutung verstärkt Volkswagen durch den partiellen Einsatz von Carbon. Darüber hinaus dominieren Alcantara in „Anthrazit“ und „Titanschwarz“ sowie Nappaleder in „Schwarz“ und „Flashrot“. Als Reminiszenz an die Cup-Modelle von Porsche gibt es Öffner an den Türen in Form einer roten Schleife.

Den Raum der Rücksitze nimmt ein X-förmiger Querträger ein, der die Karosseriesteifigkeit weiter erhöht. In den Träger integrierten die Macher die Aufrollmechanik der roten Hosenträger-Gurte. Unter dem Querträger ruhen indes griffbereit zwei schwarze Integralhelme.

Bei allem Purismus zeigen die Designer parallel, wie sie sich eine Vernetzung der „Design Vision GTI“ mit der Social-Community vorstellen: Ein großes Display rechts neben den Hauptinstrumenten stellt unter anderem den jeweiligen Rundkurs dar und liefert Infos zu den gefahrenen Zeiten. Die Anzeige kommuniziert mit anderen Fahrzeugen auf der Strecke und errechnet in Echtzeit die Details zum aktuellen Rennverlauf. Wer die Community darüber hinaus am Rennen teilhaben lassen will, der richtet die in den A-Säulen integrierten Kameras entweder auf die Strecke oder in den Innenraum.

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