Essen 2004: Audi RS TT - Die starke und lang erwartete RS-Version

, 20.12.2004

Zwischen 1994 und 1996 liefen 2.981 Audi RS2 vom Band - eine Fusion aus Elementen von Audi und Porsche und gleichzeitig die Geburt der Modellreihe RS. Nachfolger des Audi RS2 wurde der auf dem A4 Avant basierende Audi RS4. Damit deckte Audi mit zwei Fahrzeugen in der selben Klasse zwei RS-Generationen ab. In der nächsthöheren Klasse entstand 2003 die erste RS-Version, die sowohl als Limousine als auch Avant erhältlich sein sollte: Der Audi RS6. Es fehlt allerdings die RS-Version für den beliebten Audi TT. Diese lang erwartete Version verwirklichten nun in Zusammenarbeit die Unternehmen pogeaRACING, die Rennsporttechnik für den Alltagsgebrauch realisieren, und PPI, verantwortlich für Entwicklung und Herstellung von Designelementen. Unterstützung fand das deutsch-amerikanische Team, mit Eduard Pogea und Benjamin Abraham an der Spitze, durch den bekannten Porsche-Veredeler TechArt.


Die Basis des Audi RS TT liefert ein 225 PS starker TT quattro mit 1.8 Litern Hubraum. Mit der Genehmigung von Lamborghini bekam der RS TT als Anstrich eine der beliebtesten Farben aus dem Hause des italienischen Stiers: Arancio California Atlas.
{ad}
Als „Haut“ des getunten RS TT wählte das Team die Front vom Modell 3.2 V6, die anschließend modifiziert wurde. Als Grundelement zeigt sich der Singleframe-Grill des Audi A8 W12. Darüber hinaus ließ PPI die Linien der Audi-Konzepte Novolari und Lemans in die Front einfließen. Die Lufteinlässe für die Ladeluftkühler wurden vergrößert, um den Luftdurchsatz für das System zu erhöhen – optional auch die BCS, das Brake-Cooling-System, welches sich als Bremsenkühlsystem in die Lufteinlässe implementieren lässt. Über Luftschläuche wird dabei die kalte Luft direkt zu den Innenkotflügeln und dort auf die Bremsscheiben geleitet.

Das Heck erhielt ein rotes Leuchtenband, welches wie beim RS2 an den 911er oder den 993 erinnern soll. Auch Porsche kam mit dieser Idee beim 996 Carrera 4S zurück und das Modell wurde der Renner in der 996-Baureihe. Radhausentlüftungen kommen vom Audi Lemans mit Kohlefaserstegen – bei diesem Modell mit insgesamt zwei auf jeder Seite. Das Nummernschild wurde zusätzlich nach unten versetzt, so dass die Kennzeichenbeleuchtung nicht mehr im Heckdeckel, sondern in der Heckschürze befestigt ist.


Bei der Heckschürze kann der Kunde verschiedene Auspuffblenden als Kombination wählen: lackiert, Kohlefaser oder S-Line ähnlich mit Wabenmuster. Wer auf das rote Leuchtenband verzichten möchte, kann auch dort eine Kohlefaserblende oder ab Mitte 2005 eine Aluminiumblende (gebürstet, hochglanzpoliert bzw. verchromt) wählen.

Der Heckspoiler des Audi RS TT erscheint im sogenannten Biplane-Style (Doppeldecker) mit elektronisch gesteuerter Hydraulik. Mittels einer Blackbox wird dabei die Geschwindigkeit gemessen, so dass ab einer Geschwindigkeit von 91 km/h der Heckspoiler wie beim Porsche 996 Biturbo ausfährt. Ein Override ermöglicht außerdem, den Spoiler manuell rauf und runter zu fahren bzw. die Höhe manuell zu regeln. Hierbei sind – neben weiteren Umbauten – u. a. zwei Steuergeräte, eine komplette Hydraulikeinheit und eine Schaltkulisse notwendig. Durch den bereits werkseitig integrierten Heckspoiler wirken somit zwei Spoiler für den Abtrieb des hochgezüchteten RS TT, um den notwendigen Anpressdruck auf die Hinterachse zu bringen.

Seitlich belüften beim RS TT Tunnel die Hinterachsbremse und verleihen dem aggressiven Sportcoupé einen breiteren Look. Darüber hinaus sind Türzierleisten aus Kohlefaser und roh grundiert erhältlich, welche die Linie des Schwellers geradeaus weiterführen sollen.


Der Audi RS TT wirkt nicht nur agil, er ist es auch. Nach der Kur von pogeaRacing leistet der orange Flitzer satte 355 PS. Möglich machen dies u. a. ein modifizierter Abgasturbolader aus dem Audi RS2, geänderte Einspritzdüsen, eine veränderte Luftführung, ein externes Wastegate aus dem RS2, verstärkte Wasser- und Ölkühlung sowie ein überarbeitetes Motormanagement. Motoren mit bis zu 490 PS sind bereits in Planung. Für die Bändigung der Kraft sorgen gelochte und innenbelüftete Bremsscheiben in der Dimension 322 x 32 mm aus dem Hause Brembo.

Den sicheren Kontakt zur Straße stellen ein progressiv höhen-, härte-, zug- und druckstufenverstellbares Sportfahrwerk sowie TechArt Formula Räder in 8.5x18 ET40 mit langgeschwungenen Speichen oder die BBS-Felgen Lemans 9x19 ET 50 im Kreuzspeichen-Motorsport-Design her. Die Felgen von TechArt für Audi lassen sich nur überi pogeaRACING beziehen.

Das Interieur besticht durch elegante Sportlichkeit: blaues Leder aus dem Hause Lamborghini, graues Alcantara von Porsche und anthrazitfarbenes gelochtes Alcantara der Audi Exclusive-Line mit orangefarbenen Nähten. Eine Farbkombination, die an den Lamborghini Murciélago aus dem Jahr 2003 erinnert.


Die Preise gibt pogeaRACING für die Front inklusive aller verbauter Elemente in Aluminium, Chrom oder schwarz mattiert mit ca. 1.350 EUR an. Das Heck kostet ca. 1.900 EUR – ebenfalls inklusive aller Elemente (Kohlefaser gegen Aufpreis). Der hydraulische Spoiler leert die Geldbörse um rund 5.900 EUR inklusive TÜV. Es kommen allerdings noch die Einbaukosten hinzu. Die Preise für das Motortuning sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Alles in allem ist der getunte Audi TT von pogeaRACING und PPI ein „echter RS“, der nicht nur aggressiv wirkt, sondern auch die entsprechende Leistung auf die Straße bringt.


Zurück zur Einleitung mit Inhaltsverzeichnis

5 Kommentare > Kommentar schreiben

12.02.2005

[QUOTE][i]Original geschrieben von speedheads [/i] [B]Der Hubraum soll dazu auf 2,0 Liter erhöht werden. [/B][/QUOTE] Ist aber immer noch ne ordentliche Literleistung :eek: .

11.02.2005

:D 355 PS mit nem RS2 Lader... Ganz grosses Tennis ! Bei dem Turboloch kannst du dir locker nen Kaffee gönnen bevor der Karren los geht... Egal, der Umbaukit ist super, wenn auch im Mondpreissegment. Aber Eduard und ich hatten ja bereits das Vergnügen darüber zu sprechen. ;)

20.12.2004

Das ist dann aber immer noch eine wirklich brutale Literleistung...

20.12.2004

[QUOTE][i]Original geschrieben von Landy [/i] Wie bitte??? Man plant bis zu 490PS aus einem 1,8L-Turbo? Die 355PS dieser Version sind ja schon ein Wort aber 490PS kann dem Motor auf Dauer ja nicht gut tun [/QUOTE] Der Hubraum soll dazu auf 2,0 Liter erhöht werden.

20.12.2004

Wie bitte??? Man plant bis zu 490PS aus einem 1,8L-Turbo? Die 355PS dieser Version sind ja schon ein Wort aber 490PS kann dem Motor auf Dauer ja nicht gut tun ;)


Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Auto-Specials

IAA 2003: Audi - Der Le Mans quattro mit den Genen …

Ein Hochleistungs-Sportwagen, der die Gene des dreifachen Le Mans-Siegers Audi R8 in einem spektakulären Straßenfahrzeug lebendig werden lässt: Audi zeigte die Konzeptstudie Le Mans quattro. In Le Mans an …

Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo