Opel: Das Milliarden-Geschäft mit bequemen Sitzen

, 05.08.2016


Schlimmer geht es nicht: Das Sitzen im Auto gehört zu den furchtbarsten Haltungen für den menschlichen Körper, so Mediziner. Das Liegen im Auto mag für einige cool sein, doch die Qualen kommen später. Schluss damit: Opel sagte den Rückenschmerzen im Auto den Kampf an und sorgt mit seinen Ergonomie-Sitzen auf spezielle Weise für ein entspanntes Ankommen und Wellness pur. Nicht ohne Grund steckt Opel 40 bis 70 Millionen Euro in die Entwicklung jeder komplett neuen Sitzgeneration, ergo Milliarden im Laufe der Zeit. Ebenso bemerkenswert: Rund 10 Prozent der Herstellungskosten eines Autos fallen heutzutage auf die Sitzanlage, da es sich im Detail um komplexe Hightech-Bauteile handelt.

Mehr als bequem: Wie wichtig ein ausgefeilter Sitz ist

Das sollt sich jeder auf der Zunge zergehen lassen: Verspannungen und einseitige Haltungen stellen die Hauptgründe für Rückenschmerzen dar - und dann setzen sich Normalfahrer bereits rund 300 Stunden bei 15.000 Kilometern pro Jahr in ein Auto. Bei Vielfahrern sind es durchschnittlich sogar 1.660 Stunden pro Jahr bei 83.000 Kilometern. Eigentlich keine gute Wahl für ein gesundes Leben.

Doch das nächste Problem kommt direkt auf uns zu: Die Menschen besitzen unterschiedliche Größen, müssen dennoch alle die Pedale erreichen, eine gute Rundumsicht erhalten und das Lenkrad sicher halten. Jeder hat eine andere Sitzposition. Daher sollte das Gestühl mit zahlreichen Einstellfunktionen für jeden Autofahrer optimal justierbar sein.

Eine Schlüsselrolle bei Sitzen spielt die Lordosenstütze, die für die Beckenhaltung- und Wirbelsäulenhaltung verantwortlich zeichnet. Darüber hinaus ist eine aufrechte Sitzposition von großer Bedeutung, da diese Bewegungsfreiheit ermöglicht. Zum Beispiel lässt sich der Kopf weiter drehen und der Fahrer kann die Arme beim Lenken besser bewegen.

Sitze haben sogar wesentliche Auswirkungen auf unser Gehirn, das immerhin 20 Prozent der gesamten Körperenergie benötigt. Nur ein Gehirn, das ausreichend gut mit Sauerstoff versorgt ist, kann konzentriert und schnell reagieren. Verspannen sich jedoch die Muskeln, wird die Zufuhr mit lebensnotwendigen Stoffen erschwert oder komplett unterbunden. Die Folge: mangelhafte Konzentration, eine verzögerte Reaktionszeit sowie Müdigkeit bis hin zum Sekundenschlaf oder ein erschöpftes Gefühl bei der Ankunft.

Zweifellos, der Sitz ist die Hauptschnittstelle zwischen Fahrer und Auto - und stellt damit für jeden Autohersteller eine Herausforderung dar. Ein Sitz sollte idealerweise möglichst viele Verstellmöglichkeiten bieten, aber auch Komfort auf der Langstrecke, Halt in Kurven und Sicherheit bei Unfällen, damit der Sitz den Fahrer in Position hält und der Gurt sowie die Airbags ihre Wirkung voll entfalten können. Vor allen Digen die Wirbelsäule darf nicht falsch entlastet werden.

Opel-Sitze von medizinischen Experten empfohlen

Für die ausgewiesene Langstreckentauglichkeit der Opel-Modelle sorgen die serienmäßigen Komfortsitze ebenso wie die von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) zertifizierten Premium- und Ergonomie-Sitze, die Opel für Fahrer und Beifahrer anbietet. Ob im neuen Kompakt-SUV Mokka X (ab September 2016), im Cabrio Cascada, im Coupé GTC, im Meriva, im Zafira (ab September 2016), im Insignia, im Astra und im neuen Ampera E (ab 2017) - der Fahrer und der Beifahrer steigen auch nach stundenlanger Fahrt entspannt aus. Und das können wir von zahlreichen Testfahrten mit Opel-Modellen bestätigen. Für den Opel Astra gibt es die Ergonomie-Sitze bereits ab 390 Euro.

Hinter der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) steht eine unabhängige Organisation aus Ärzten und Experten, die sich für die Rückengesundheit einsetzt und das AGR-Gütesiegel vergibt. Das Gütesiegel gibt es nicht nur für Autositze, sondern auch für Büromöbel, Betten, Fahrräder, Polstermöbel, Schuhe, Schulranzen, Sportgeräte, Möbel für Kinder- und Jugendliche, Heimarbeitsplätze etc.

Aufgrund der strengen Prüfkriterien und der Besetzung der Kommission mit ausgewiesenen medizinischen Experten genießt das AGR-Gütesiegel hohe Akzeptanz in der medizinischen Fachwelt und wurde von der Zeitschrift „Ökotest“ sogar mit „Sehr gut“ bewertet. Ebenso bei dem vom „Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz“ geförderten Bewertungsportal „Label online“ erhielt das AGR-Gütesiegel in allen Belangen die Bestnote „Besonders empfehlenswert".

So viel Wellness war selten: Integrierte Klimatisierung und Massagefunktion

Um für das Wohlergehen seiner Kunden zu sorgen, arbeitet bei Opel ein über 100 Mitarbeiter starkes Team ständig daran, die Sitze weiterzuentwickeln. Die Experten reagieren damit auch auf die veränderten Körpermaße der heutigen Gesellschaft. Die Menschen sind zwar größer, aber auch breiter als noch vor etwa 10 Jahren. Schließlich sollen Personen jeglicher Größe auf den Sitzen die optimale Haltung einnehmen können, egal ob groß, klein, dick oder dünn.

Das beginnt bereits mit der Positionierung des Sitzes im Fahrzeug. Die Opel-Experten positionierten beispielsweise im neuen Opel Astra den serienmäßigen Komfortsitz tiefer, um größeren Fahrern mit einem sportlichen Fahrstil entgegen zu kommen. Und kleine Fahrer? Die erhalten dank 65 Millimeter Verstellweg in der Höhe ebenfalls eine optimale Sitzposition. Mit der Memory-Funktion des optionalen Premium-Ergonomie-Sitzes lässt sich die Sitzposition speichern - ideal, wenn in der Familie mehrere Personen den Astra nutzen.

Dazu kommen in der Basisversion des optional erhältlichen Ergonomie-Sitzes eine vierfach elektropneumatisch einstellbare Lendenwirbelstütze (vorwärts, rückwärts, hoch und runter), eine variable Sitzflächenneigung, eine ausziehbare Oberschenkelauflage und eine Sitzform, deren Kontur der natürlichen Krümmung der menschlichen Wirbelsäule folgt. Der Premium-Ergonomiesitz verfügt außerdem über elektropneumatisch einstellbare Seitenwangen, die den Körper in Position halten, indem sie die Lehne schmaler oder breiter machen.

Ergonomie hört bei Opel nicht bei den Einstellmöglichkeiten des Sitzes auf. So tragen weite Einstellwege des Lenkrades in Höhe und Tiefe dazu bei, dass der Fahrer den Sitz im richtigen Verhältnis zu Gas- und Bremspedal positionieren kann. Darüber hinaus verfügt der Komfortsitz, zum Beispiel im Astra, über eine passive Klimatisierung, das heißt luftdurchlässige Oberflächenmaterialien und perforierte Polyurethanschäume verbessern den Transport der Feuchtigkeit und damit das Mikroklima im Sitz deutlich. Schließlich trägt auch eine angenehme Temperatur im Auto zum Wohlbefinden und damit zur Sicherheit bei.

In den belüfteten Sitzen des Astras, Insignias und Cascadas verbaut Opel wiederum kleine Ventilatoren, welche die feuchte Luft vom Fahrer weg saugen, so dass dieser nicht ins Schwitzen gerät. Wer seinen Astra zum ultimativen Wellness-Mobil machen will, genießt auf Knopfdruck eine angenehme Massage.

Sitzentwicklung: Mit reibenden Robotern zum perfekten Sitz

Die Struktur ist das wichtigste Bauteil des Sitzes, sorgt für die Sicherheit der Insassen und hält sie bei einem Aufprall in der richtigen Position, ist aber zugleich auch meist für das hohe Gewicht verantwortlich. Mit Hilfe einer Computer-Simulation finden die Ingenieure noch vor dem ersten Prototypenbau heraus, wie weit sie risikolos Gewicht sparen können.

Sind die ersten Prototypen gebaut und Stoffe oder Leder für die Bezüge ausgewählt, kann die Arbeit beginnen. Eine besondere Aufgabe führen Bernd, Werner, Oliver und Marius aus die immer wieder über die Seitenwange des Sitzes reiben. Dabei handelt es sich um Prüfroboter, denen das menschliche Team durch die sehr enge Zusammenarbeit bereits Namen gab. Die Roboter simulieren das Ein- sowie Aussteigen und schubbern dabei kräftig über das Leder. Genau genommen bestehen die Roboter aus einem Reibsattel mit einer jeansähnlichen Oberfläche und einer Schaumstoffschicht, die das menschliche Gesäß und die Oberschenkel nachahmt.

Bis zu 50.000 solcher Ein- und Aussteigzyklen stellt das Roboter-Team nach - das entspricht einem ganzen Autoleben in nur einer Woche. Sowohl die Premium- und Ergonomie-Sitze als auch die serienmäßig integrierten Komfortsitze müssen diese Tortur über sich ergehen lassen. Nach dem Test können die Ingenieure an der Leder- und Gewebestruktur erkennen, ob die Sitze künftig sämtlichen Belastungen standhalten werden.

„Die Farbe ist meistens angegriffen und die Oberfläche angekratzt. Das wichtigste aber ist, dass der Schaum darunter hält und die Oberflächenstruktur stabil bleibt“, sagt Sitzexperte Andrew Leuchtmann. Wenn nicht, heißt es nachrüsten Schließlich sollen die Premium- und Ergonomie-Sitze von Opel ein ganzes Autoleben durchhalten.

Parallel dazu sind neun menschliche Sitzprofis am Werk, die unter anderem stundenlang und kilometerweit fahren, um die elektropneumatisch einstellbare Lendenwirbelstütze, die ausziehbare Oberschenkelauflage oder die Massagefunktion testen. Ergeben sich Schwachpunkte, muss das Expertenteam um Andrew Leuchtmann diese Stück für Stück abarbeiten und beseitigen. Erst dann kann die Serienfertigung tatsächlich beginnen.

Noch größere Ziele mit der neuen Sitzgeneration

Gut fünf Jahre dauert die Sitzentwicklung bei Opel. Davon investieren die Entwickler zwei Jahre in die Umsetzung neuer Konzepte. Bereits jetzt wird im Verborgenen an der nächsten Generation der Premium- und Ergonomie-Sitze gearbeitet. Das Ziel ist klar: Der Sitz der Zukunft wird noch ergonomischer, noch leichter, noch stylischer und noch sicherer sein. Auch in puncto Massage soll noch einiges denkbar sein. Dass weitere Opel-Modelle mit Premium- und Ergonomie-Sitzen folgen, scheint schon fast eine Selbstverständlichkeit zu sein. Der große Aufwand lohnt sich: Die Einbaurate der AGR-Ergonomiesitze beträgt bei Opel 55 Prozent.

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