BMW X6 M50d 2015 Test: Monster-Diesel entfacht ungeahnte Kräfte

, 06.01.2015


Gehasst von Öko-Terroristen und selbst eingefleischte Autoenthusiasten sind polarisiert. Doch viele lieben ihn, den BMW X6 - bislang rund 260.000 verkaufte Einheiten sprechen für sich. Besonders wuchtig: der neue BMW X6 M50d (F16) mit einem Monster-Diesel. Gleich drei Turbolader sorgen für satte 381 PS und ein mächtiges Maximaldrehmoment von 740 Nm. Dazu spendierte BMW dem SUV-Coupé sogar ein Sportfahrwerk. Das klingt für uns nach einer Herausforderung, das Dickschiff gnadenlos heranzunehmen und auf seine Sportlichkeit zu testen.

Das ist der Dresscode eines Draufgängers: Immer auf der Jagd nach neuen Kurven, signalisiert bereits das Äußere das enorme Leistungspotential des BMW X6 M50d. Große Lufteinlässe an der markanten Front, kraftvoll ausgeformte Seitenschweller und eine bullige Heckschürze mit Diffusor-Einsatz tragen unter anderem dazu bei, die Kühlluftzufuhr für den Motor und die aerodynamische Balance bei hohen Geschwindigkeiten zu optimieren. Die 21 Zoll großen M-Leichtmetallräder in kräftig ausgeformten Radhäusern sind derweil bereit für den Start.

Höchstleistung aus tiefster Überzeugung

Wenn der BMW X6 M50d seine Muskeln spielen lässt, entstehen ungeahnte Kräfte. Der weltweit stärkste Reihensechszylinder-Dieselmotor hat mit dem 2,2 Tonnen schweren SUV leichtes Spiel: Die 381 PS des 3,0 Liter großen Triebwerkes liegen von 4.000 bis 4.400 U/min an, das mächtige Maximaldrehmoment von 740 Nm bereits früh zwischen 2.000 und 3.000 Touren.

Die gewaltige Schubkraft des Monster-Diesels von unten heraus und anhaltend bis in höchste Drehzahlregionen ist imposant. Luststeigernd auf spontane Zwischenspurts und Überholmanöver wirkt sich die jederzeit zur Verfügung stehende geballte Power aus - egal, welcher Gang eingelegt ist. Ermöglicht wird dies durch ein Aufladesystem, das zwei vergleichsweise kleine und einen großen Lader umfasst, deren Zusammenwirken präzise an die jeweilige Leistungsanforderung gekoppelt ist.

Die Zahlen verdeutlichen es: der SUV spurtet in nur 5,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der Vortrieb endet bei elektronisch begrenzten 250 km/h. Gänsehaut bietet zudem der Motorsound, der sich beim Cruisen zurückhält, aber bei Vollgas wie ein dumpfes V8-Triebwerk klingt. Dem gegenüber steht im Idealfall ein durchschnittlicher Verbrauch von 6,6 Litern Diesel auf 100 Kilometern - aber da muss sich der Fahrer bei dem Biest schon sehr zurückhalten.

Dieses Teil schiebt an ohne Ende! Für eine optimale Umsetzung der Antriebsleistung sorgt dabei das serienmäßige, schnell schaltende 8-Gang-Steptronic-Sportgetriebe. Alternativ ist das Aschalten manuell über Paddles am Lenkrad möglich. Darüber hinaus bietet das Sport-Automatikgetriebe eine „Launch Control“, um per Kickdown die maximale Beschleunigung aus dem Stand heraus zu genießen.

Unglaublich! Sind die Grenzen der Physik außer Kraft gesetzt?

Er ist groß und hochgewachsen - das schaut nicht nach einem Raubtier aus, das nach Kurven giert. Warum ein tiefergelegtes Sportfahrwerk? Schnell werden wir eines Besseren belehrt: Das serienmäßige adaptive M-Fahrwerk umfasst die „Dynamische Dämpfer Control“ und eine Luftfederung mit dynamischem Wankausgleich. Über Tasten in der Mittelkonsole lässt sich das Fahrwerk seinen momentanen Vorlieben entsprechend abstimmen - von Komfort bis äußerst sportlich bei betont aktiver Fahrweise.

Ein richtig harter Bursche: Die straffe Federungs- und Dämpfungscharakteristik lässt sich im „Sport+“-Modus intensiv erleben, während der BMW X6 M50d in dieser Einstellung noch direkter auf Lenkbewegungen und Gaspedalbewegungen anspricht und präzise einlenkt. Das bedeutet eine klare Differenzierung gegenüber der Einstellung „Comfort“ - und selbst die lässt die Straße spüren.

Dann das: Der 4,909 Meter lange, 1,989 Meter breite und 1,702 Meter hohe BMW X6 M50d wirft sich dynamisch in Kurven und überrascht mit dem Handling eines Autos, das nur halb so groß ist. Der 2,2 Tonnen schwere Koloss scheint die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen und klebt fast ohne Seitenneigung auf dem Asphalt. Es ist überwältigend, wie das allradangetriebene SUV-Coupé selbst aus engen Kurven herausbeschleunigt. Diese Agilität wirkt, als ob der Fahrer die Grenzen setzt und nicht das Auto.

Ebenso positiv fällt der heckbetonte xDrive-Allradantrieb auf. Dadurch verringert sich vor allem am Kurvenausgang die Neigung zum Untersteuern (Fahrzeug will tendenziell geradeaus). So ist es möglich, früher und kraftvoller zu beschleunigen, um das bullige SUV-Coupé mit seiner schier unbändigen Kraft regelrecht aus den Kurven herauszudrücken.

Die Spurstabilität unterstützt die „Dynamic Performance Control“ durch eine stufenlose Verteilung der Antriebskraft an der Hinterachse zwischen dem linken und dem rechten Rad (Torque Vectoring). In einer Kurve wird beispielsweise das Motormoment am kurvenäußeren traktionsstärkeren Rad gezielt erhöht. Und genau das ist echtes „Torque Vectoring“, ohne den Einsatz von Bremsen. Das Fahrzeug wird quasi ohne Energieverlust in die Kurve reingedreht. Die Folge: maximale Dynamik und optimale Stabilität.

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