Ford Fiesta Sport Test: Unglaublich - Buggati Veyron hat das Nachsehen

, 01.09.2014


Durch das geschärfte Handling und die gesteigerte Agilität werden schnelle Richtungswechsel zum echten Vergnügen. Dabei sorgen die bequemen Sportsitze vorne für den passenden Seitenhalt, während das dicke, griffige Lenkrad bestens in der Hand liegt. Sollte es der Fahrer beim engagierten Kurvenwildern übertreiben, greift zuverlässig das serienmäßige elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) ein, während die ebenfalls ab Werk vorhandene Traktionskontrolle für Grip beim Beschleunigen sorgt.

Die für den Kleinen relativ großen 17-Zoll-Felgen geben bei Schlaglöchern durchaus einen Stoß in den Innenraum weiter. Aber normale Unebenheiten schluckt das Fahrwerk des Ford Fiesta Sport souverän weg - kein Vergleich zum sehr steifen Setup des Ford Fiesta ST.

Beim entspannten Cruisen zeigt sich der Dreizylindermotor des Ford Fiesta Sport leise. Durch den Turbo ist es bei Bedarf möglich, richtig schaltfaul zu fahren, da das Drehmoment von unten heraus zur Verfügung steht. Bei zurückhaltender Fahrweise stellt selbst der von Ford für den Fiesta Sport angegebene Durchschnittsverbrauch von nur 4,5 Litern Benzin auf 100 Kilometern keinen Fabelwert dar. Aber es fällt schwer, sich beim Fiesta Sport zu zügeln.

Innenraum: Feine Extras und über 20 Millionen Songs an Bord

Akzente setzt ebenfalls der Innenraum mit Lenkrad, Schalthebelknauf und Handbremsgriff in Lederausführung mit roten Ziernähten. Dazu kommen serienmäßig unter anderem eine manuelle Klimaanlage und Pedale mit Aluminium-Auflagen für ein sportliches Ambiente. Klavierlack-Applikationen und der obere Teil des Armaturenbrettes in Softtouch-Ausführung werten das Interieur weiter auf. Die zahlreichen Bedienelemente lassen sich für den Fahrer leicht erreichen, bedürfen jedoch einer gewissen Eingewöhnungszeit.

An Bord unseres Testwagens befindet sich darüber hinaus das zuverlässig funktionierende Sony-Navigationssystem, inklusive des sprachgesteuerten „Ford SYNC“-Konnektivitätssystems mit „AppLink“. Diese Anwendung erlaubt es, Smartphone-Apps während der Fahrt per Sprachsteuerung zu bedienen. Dazu gehören Apps, wie zum Beispiel Aha (mehr als 30.000 Radio-Sender), Spotify (führender Anbieter von Musik-Streaming im Internet) und Cityseeker von Wcities (virtueller Stadtführer). Der Farbbildschirm misst in der größten Ausführung leider nur 12,7 Zentimeter (4,7 Zoll) in der Diagonale.

Dank „AppLink“ lässt sich das Potenzial von Smartphone-Apps während der Fahrt noch weiter ausschöpfen, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Durch „AppLink“ können Autofahrer direkt auf Spotify zugreifen und ihre gewünschten Spotify-Songs und -Playlists durch einfache Sprachbefehle starten. Das System versteht Angaben wie „Zufallswiedergabe“, „Wiederholen“, „Song markieren/Markierung entfernen“, „Playlist wählen“, „Musik spielen“, „Kürzlich gespielte“ oder auch „Aktuellen Titel ansagen“. Damit dürften über 20 Millionen Songs im Auto zur Verfügung stehen.

Ebenso erhältlich sind für den Ford Fiesta Sport verschiedene Extras, wie zum Beispiel eine Diebstahlwarnanlage, dunkel getönte hintere Seitenscheiben und der programmierbare Fahrzeugschlüssel „Ford MyKey“, mit dem beispielsweise Eltern Funktionen wie die Höchstgeschwindigkeit oder die maximale Lautstärke des Audio-Systems zum Schutz jüngerer Fahrer begrenzen können. Um Auffahrunfälle bis zu einer Geschwindigkeit von unter 30 km/h zu vermeiden, gibt es auf Wunsch „Active City Stop“, das im Notfall automatisch bremst.

Rutschig: Ohne Netz, aber mit doppeltem Boden

Den fetten Fahrspaß im kleinen Ford Fiesta Sport können selbst über 1,90 Meter große Fahrer mit Genuss erleben. Auf den Rücksitzen wird es für Mitfahrer leider eng - aufgrund der begrenzten Beinfreiheit finden nur etwa 1,70 Meter große Personen im Fond ausreichend Platz vor. Ablagen gibt es vorne wie hinten nur wenige. Dafür befinden sich zwei Getränkehalter in der Mittelkonsole.

Der Kofferraum mit einem optional doppelten Ladeboden und einem Volumen von 295 Litern (in Verbindung mit dem Reifen-Reparatur-Set) fällt eher klein aus, verstaut jedoch locker die täglichen Besorgungen und Einkäufe aus dem Supermarkt. Dazu besitzt der Ford Fiesta Sport eine flache Ladestufe, wenn sich der Ladeboden in der obersten Position befindet, so dass ein bequemes Be- und Entladen möglich ist. Die Rücksitze lassen sich umklappen, so dass das Ladevolumen auf 979 Liter steigt; dabei entsteht jedoch eine Stufe und kein ebener Boden. Dennoch schlägt der Fiesta den neuen VW Polo, der auf 280 Liter beziehungsweise mit umgeklappten Rücksitzen auf 952 Liter kommt.

Es wird schwer fallen, sich bei dem temperamentvollen Ford Fiesta Sport bei der Fahrweise zurückzuhalten. Insbesondere wäre daher ein Gepäckraumnetz hilfreich, damit das Gepäck oder andere Utensilien bei Kurven nicht wild herumrutschen. Ein Netz gibt es allerdings nicht in der Aufpreisliste. Also ab mit den Taschen in den Fußraum hinter den Vordersitzen, um bei der Fahrt nach Hause auf einem großen Umweg über kurvige Landstraßen richtig Spaß zu haben.

Fazit:

Der Ford Fiesta Sport bietet eine Menge Fahrspaß, aber gleichzeitig den passenden Komfort für den Alltag, wo sich der extreme Ford Fiesta ST mit aller Härte zeigt. Mit 18.700 Euro ist der Ford Fiesta Sport nur 1.490 Euro günstiger als der Fiesta ST, kann jedoch ebenfalls mit einem Top-Handling überzeugen und gegenüber seinem großen Bruder sogar eine Portion Sprit einsparen - wenn das Kurvenwildern mit dem Kleinen nicht so viel Vergnügen bereiten würde.


Technische Daten Ford Fiesta Sport (Red Edition):

Antriebsart: Vorderradantrieb | Hubraum: 998 cm³ | Leistung: 103 kW/140 PS bei 6.000 U/min | Drehmoment: 180 Nm bei 1.400-4.500 U/min | Getriebeart: 5-Gang-Handschaltung | Vmax: 201 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 9,0 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 4,5 l/100 km | CO2-Emission g/km: 104 | Preis: ab 18.700 Euro

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