Ford Ranger Wildtrak 2012 Test: Dreckwühler mit Suchtgefahr

, 12.07.2012


Per Knopfdruck lässt sich die Bergabfahrkontrolle über einen Schalter im Armaturenträger mit einem frei wählbaren Tempo aktivieren und ein kontrolliertes Herunterrollen am Steilhang ermöglichen. Das ist gut so; denn beim Drücken der Bremse nehmen die Vorderräder den gesamten Fahrzeugdruck auf, so dass die Räder schnell blockieren können. Damit wäre ein Lenken unmöglich und es würde eine unkontrollierte Rutschpartie entstehen. Der Ford Ranger wirkt dem wie ein echter Offroader entgegen.

Touren im rauen Gelände unterstützen neben der Bodenfreiheit außerdem ein besonders verwindungssteif ausgelegter Rahmen und ein Antriebsstrang, dessen robuste Komponenten strategisch so günstig platziert wurden, dass sie bei Geländefahrten vor Beschädigungen geschützt sind. Selbst Fahrten in extremer Schräglage bereiten Spaß: Der Ranger Wildtrak ermöglicht einen Kippwinkel von maximal 35 Grad.

Bestwert ermöglicht glückliches Einsauen

Im Gelände warten nicht nur Steigungen und Gefälle, sondern auch Flüsse und andere Gewässer: Oben an einer Kuppe stehend, möchte unten am Hang ein matschiges Wasserloch den Ranger kennenlernen. Bereitwillig taucht der weiß lackierte Ranger in die Pampe ein, so dass der Matsch zu allen Seiten hochspritzt. Vorher sauber und rein, zeigt der Ranger nun, was er durfte: im Gelände wühlen und seine Fahrer glücklich machen.

In dem wässrigen Matschloch punktet der Ranger mit einer weiteren Stärke. Die Wattiefe des Rangers von 80 Zentimetern zählt in seinem Segment zu den Bestwerten. Welche Hausnummer Ford unter den Pickups vorlegt, zeigt ein Vergleich: Der Amarok kommt in dieser Disziplin nur auf 50 Zentimeter Wattiefe. Sogar die Offroad-Ikone Land Rover Defender (50 Zentimeter Wattiefe) kann hier nicht mithalten.

Interieur: Komfort wie in einer Limousine

Ford hat beim neuen Ranger nicht nur Gewerbetreibende im Visier, die den Ranger als Arbeitstier nutzen, sondern beispielsweise mit dem Wildtrak auch Freizeitnutzer. So schnitt Ford die Angebotsreichweite des Interieurs auf die unterschiedlichen Anforderungsprofile zu, die von auswasch- und abspritzbaren Innenräumen für den harten Arbeitsalltag bis hin zu komfortorientierten Interieurs wie beim Wildtrak reicht und dort einen echten Pkw-Charakter ausstrahlt. Nur mit dem Unterschied, dass man im Ranger weit über der Straße thront.

Wer einmal Platz genommen hat, wird sich über das großzügige Raumangebot freuen. Sogar im Fond der Doppelkabine finden normalgewachsene Passagiere eine üppige Beinfreiheit vor. Die Teilleder-Sitze der Wildtrak-Variante bieten ebenso in schwerem Gelände einen guten Seitenhalt, während orange abgesetzte Kontrastnähte Akzente setzen. Anschaulich wirkt die Mittelkonsole im Bereich rund um die Audioanlage mit einer Oberfläche, die optisch an Carbon erinnert. Dazu kommen hochwertige, sauber verarbeitete Plastikmaterialien und eine dimmbare, blaue Ambiente-Beleuchtung.

Der Fahrer eines Pickups dürfte von Natur aus Wert auf einen hohen Nutzwert legen. Nicht nur bei der Ladefläche punktet der Ranger. Im Innenraum hält der Ranger nicht weniger als 23 verschiedene Ablagen bereit. So kann beispielsweise die besonders tief gestaltete Mittelkonsole bis zu sechs Getränkedosen kühl halten, während sich im Handschuhfach Laptops mit 16-Zoll-Monitor oder iPads sicher vor den Augen Dritter verstecken lassen. Darüber hinaus sind im gesamten Fahrzeug, wie zum Beispiel im Armaturenbrett sowie hinter und unter der Rückbank, weitere größere und kleine Staumöglichkeiten clever integriert.

Für Unterhaltung sorgt im Ford Ranger Wildtrak ein modernes Audiosystem mit Bluetooth-, USB- und iPod-Schnittstellen. Die Bedienung der Radio-, CD- und Klimamodule sowie MP3-Player und Mobiltelefone erfolgt per Sprachsteuerung. Das integrierte Navigationssystem besitzt ferner einen 5 Zoll großen Farbmonitor. Um das Einparken des Dickschiffes oder das Rangieren im Gelände zu erleichtern, besitzt der Ford Ranger Wildtrak serienmäßig eine Rückfahrkamera, deren Bild im Rückspiegel dargestellt wird.

Fazit:

Am Anfang stellte sich die Frage: Wie verhält sich der Ford Ranger Wildtrak als freizeitorientierter, fast sportlicher Pickup im Gelände? Mit Bravour eroberte die Wildtrak-Variante das raue Terrain abseits befestigter Straßen, zeigte sich aber ebenfalls auf Landstraßen und der Autobahn von seiner besten Seite. Es gibt Autos, die sind für einige Besitzer wichtige Helfer und Nutzfahrzeuge, für andere bieten sie den puren Freizeitspaß mit Zusatznutzen und lassen sich darüber hinaus sogar als Familienauto einsetzen. Der Ford Ranger ist so einer!

Ford plant 2012 mit einer Jahresproduktion von 250.000 Ranger-Einheiten. Je nachdem, wie viele Einheiten Ford Deutschland von der globalen Produktion erhält, sollen hierzulande noch 2012 insgesamt 2.200 bis 2.500 Ranger verkauft werden. Etwa 33 Prozent der Bestellungen macht die Doppelkabine aus, während rund 15 Prozent der Gesamtverkäufe auf die freizeitorientierte Wildtrak-Version fallen sollen.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass der Ford Ranger als erster und bislang einziger Pickup die volle 5-Sterne-Wertung beim Euro-NCAP-Crashtest erhielt. Insgesamt erzielte der neue Ranger ein Ergebnis von 89 Prozent für sein umfassendes Sicherheitskonzept. Dies stellt eines der besten Ergebnisse dar, das je ein Fahrzeug beim Euro-NCAP-Crashtest erreichte.

Mit 81 Prozent erhielt der neue Ford Ranger darüber hinaus die beste Note für den Fußgängerschutz, die jemals von den Testern an ein Auto vergeben wurde. Verantwortlich dafür zeichnen umfassende Maßnahmen die von einer hochstabilen Sicherheitszelle über ein umfangreiches Mehrfach-Airbag-System bis zu elektronischen Sicherheitssystemen reichen.


Technische Daten Ford Ranger Wildtrak 3.2 Duratorq TDCi 4x4 Automatik mit Doppelkabine:

Antriebsart: Allradantrieb | Hubraum: 3.198 cm³ | Leistung: 147 kW/200 PS | Drehmoment: 470 Nm bei 2.750 U/min | Vmax: 175 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 10,4 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 10,4 l/100 km | CO2-Emission: 274 g/km | Preis: ab 40.864,60 EUR

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