Jaguar XKR Cabriolet Test - Der Gentleman Driver

, 30.09.2008


Wenn auch die Materialien nicht alle so edel sind wie wir uns das erhofft haben, können wir uns aber mit dem Keyless-Go-System anfreunden. Der Motor wird über einen auffälligen roten Start-Knopf zum Leben erweckt. Was dann passiert, ist nichts für Kostverächter, aber alles für Jaguar-Fans: Power. 416 PS haben leichtes Spiel mit der Alu-Karrosse und rennen in 5.3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der 4.2 Liter große V8 bekommt Druck von einem mechanischen Kompressor und lässt die Passagiere 560 Newtonmeter im Rücken spüren. Damit ist der XKR 118 PS stärker als der XK - das sind rund 30 Prozent. Das Gesamtgewicht des Autos stieg jedoch nur um 50 Kilogramm. Wenn der „schwächere“ XK dem XKR auf der Autobahn trotzdem im Nacken hängt, liegt das an der standardmäßigen Begrenzung von 250 km/h. Ein echter Genießer weiß allerdings, bei welchen Quellen hier Abhilfe geboten wird. Die Bremsen sind zumindest darauf vorbereitet worden, sie greifen bissiger und fester als in der Standardausführung zu.Der Jaguar XKR fährt sich sehr geschmeidig und ist auch GT genug, um längere Reisen zu unternehmen.


Nicht aus der Ruhe zu bringen

Um sportlichen Absichten der XKR Fahrer zu entsprechen, wurden sowohl die Federn als auch die Dämpfer verstärkt. Ebenso wurde die geschwindigkeitsabhängige, geregelte Servotronic für ein besseres Handling optimiert. Ein Schaltgetriebe vermissen wir nicht: Die Schaltzeiten bewegen sich im Bereich von 600 Millisekunden. Schneller agiert keine Schaltbox anderer Hersteller. Zudem verspricht Jaguar, dass der XKR im Gegensatz zu konventionellen Automatikgetrieben beim Schaltvorgang die volle Leistung beibehält. Dies sorgt für spürbar sanftere Gangwechsel im Normalbetrieb oder - bei sportlicher Fahrweise - für brachiales Flirten mit der Rückenlehne. Zusätzlich gibt es für die sechs Gänge die Option, mittels Schaltpaddel manuell in den Vortrieb einzugreifen. Durch das optimierte Fahrwerk scheint der XKR auf der Straße zu kleben. Es braucht schon ein wenig Erfahrung, um den Jaguar wirklich aus der Ruhe zu bringen. Rasante Kurvenwechsel nimmt er ohne Probleme, die darauf folgende Beschleunigung lässt auf viele Kurven hoffen.

Die Abstimmung von Fahrwerk und Dämpfern mit der Traktionskontrolle ist hervorragend. Viel überraschender als die gut arbeitende Technik ist der Zwischenspurt. Die Agilität bei Tempi über 100 km/h ist so spielend und leichtläufig, dass der XKR auf Kommando mühelos jede hohe Geschwindigkeit erreicht. Der Gentleman ist sofort zur Stelle, wenn der Gasfuß das Potential abruft. Besonders reizend: Der Sportmodus. Die Gänge werden höher gedreht, die Elektronik hält in Kurven die eingelegte Fahrstufe und bei Neigungen wird die Übersetzung angepasst. Beim Zurückschalten offeriert der Sportmodus ein bellendes, kurzes Zwischengas.


Fazit: Jaguar XKR der Gentleman Driver

Man sollte sich als Besitzer wirklich überlegen, für den XKR einen großen vergoldeten Käfig mit viel Auslauf zu bauen - anstatt ihn in der dunklen Garage allein vor sich hin schmollen zu lassen. Denn bei allem Sportpotenzial bleibt das XKR Cabriolet ein Jaguar mit den bewährten Genen: Immer zum Angriff bereit, aber dabei lässig und vor allem gutmütig. Und bei Bedarf ein giftiger Partner für den Gentleman Driver.

In dieser Kombination fühlt sich das XKR Cabriolet bei allen Gelegenheiten wohl – und wird mit seiner Anziehungskraft weitere Feinschmecker für sich begeistern. Für Jaguar bleibt zu hoffen, dass sich viele Kunden diesen Hauptgang gönnen. Es ist nämlich immer noch etwas ganz Besonderes,einen Jaguar zu lenken.


Jaguar XKR Cabriolet Datenblatt:

Heckantrieb | V8 Kompressor | 4.196 cm³ | 306 kW (416 PS) | 560 Nm | V-Max: 250 km/H | 0- 100 km/H : 5,3 s | Preis : 105.700,00 €

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1 Kommentar > Kommentar schreiben

30.09.2008

[B]wieder ein sehr guter Bericht von Mario! :applaus: :applaus:[/B] und ein Bericht, der bei mir viel Zustimmung hervorgerufen hat (obwohl ich lediglich das Coupé kenne): [I]1. Die Materialien[/I] Ich fande sie nicht nur "nicht alle so edel sind wie wir uns das erhofft haben" sondern echt schon enttäuschend! :schäm: denn schließlich reden wir hier von einem 100.000-Euro-Auto! Und wenn man sich zum Vergleich das Interieur vom XF ansieht, merkt man (zu) SEHR, dass der Innenraum des XKR schon in die Jahre gekommen ist (das XF-Interieur wirkt so viel moderner und frischer ....) Und beim Exterieur hätte Jaguar (nach meinem Geschmack) auf etwas Chrompolitur verzichten und mal anständige (Alu)Materialien verbauen können :hmpf:... [I]2. Der Motor[/I] Volle Zustimmung: Der Motor ist über jeden Zweifel erhaben! Der macht richtig Spaß! Allerdings habe ich das Schaltgetriebe schon vermisst - dass liegt aber nicht am Wagen, sondern an mir ;) [I]3. Technikgimmicks[/I] Da mir die Begeisterung für "pure Technikgimmicks" fehlt, konnte mich das Keyless-Go-System oder das Touchpad-Navi (wo ich anschließend dann immer meine Fingerabdrücke bewundern konnte) nicht überzeugen. Aber das ist -wie fast immer- alles Geschmackssache. BeezleBug


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