Mitsubishi Space Star 2013 Test: Das Talent zum Sparen

, 25.08.2013


Wendetalent mit Sicherheit ohne Aufpreis

Das Fahrwerk besitzt leider eine ausgeprägte Seitenneigung, ist ständig in Bewegung und dürfte harmonischer abgestimmt sein - für Fahrten in der Stadt reicht es, aber einen Langstreckenkomfort möchten wir dem Space Star nicht attestieren. Als unpräzise erweist sich beim Fahrern ebenfalls die Lenkung.

Dennoch: Die Sicherheitssysteme greifen spät, aber sicher ein, um den kleinen Japaner in der Spur zu halten. Die Sicherheit gibt es ohne Aufpreis; denn bereits ab der Basis besitzt der Space Star serienmäßig unter anderem das Antiblockiersystem ABS, eine elektronische Bremskraftverteilung und die Fahrdynamikregelung „Active Stability Control“ mit integrierter Traktionskontrolle. Ebenfalls ohne Aufpreis an Bord: ein Notbremssignal, ein Bremsassistent und sechs Airbags (Fahrer- und Beifahrerairbag, Kopfairbags vorne und hinten, Seitenairbags vorn).

Das Finden der Sitzposition ist nicht so einfach, da der Fahrer das Lenkrad nur in einem kleinen Bereich in der Höhe einzustellen vermag. Die Längsverschiebung der Sitze ist selbstverständlich, doch die Höheneinstellung des Sitzes erfolgt kompliziert über ein Drehrad. Verbesserungswürdig erscheint ebenfalls die Einstellung der Lehne, da dies nur stufenweise möglich ist. Da die Sitze kaum konturiert sind, bieten diese keinen Seitenhalt, zumal es in der Stadt meist nicht nur geradeaus vorangeht.

Einen dicken Pluspunkt hingegen verdient der Wendekreisdurchmesser von nur 9,2 Metern, einem der kleinsten in dieser Klasse, der auch in beengter Umgebung sicheres Manövrieren sowie Abbiegen ermöglicht und seine Stärken im dichten Großstadtdschungel ausspielt. Ebenso positiv fällt die gute Übersichtlichkeit auf. Parksensoren sind hier nicht erforderlich.

Innenraum: Space Star - Hat er das Zeug zum Raumwunder?

Bei „Space“ denken viele an Raum und genau hier setzt der neue Mitsubishi an. Im Hinblick auf bestmögliche Raumausnutzung fällt der Motorraum des neuen Space Stars deutlich kompakter aus als üblicherweise in dieser Klasse. Die Innenraumlänge beträgt dadurch 65 Prozent der Gesamtlänge des Space Stars. Niemand darf jetzt eine Beinfreiheit wie in einer großen Limousine erwarten. Aber der 3,710 Meter lange, 1,655 Meter breite und 1,490 Meter hohe Kleinwagen bietet in Relation zu seinen Abmessungen vorne wie auch hinten für Mitreisende bis knapp über 1,80 Metern durchaus ein gutes Platzangebot, ein Raumwunder ist es jedoch nicht.

Das Cockpit wirkt recht nüchtern und auf das Wesentliche reduziert. So findet sich der Fahrer schnell zurecht. Applikationen in Klavierlack-Optik und silberfarbene Akzente werten das Cockpit auf, das sonst durch einfaches Hartplastik besticht. Dabei darf niemand vergessen, dass dieses Auto sehr preiswert ist und man nicht mehr erwarten kann.

Während bei einem Startpreis von 8.990 Euro die Ausstattung sehr rational ausfällt, gibt es für einen Aufpreis von 4.000 Euro mit der Top-Ausstattung ein großes Ausstattungsplus, mt dem der Space Star richtig auftrumpfen kann. Zum Umfang gehört unter anderem ein Entertainment-System mit einem 7 Zoll großen Farbtouchscreen samt gut funktionierendem Navigationssystem, CD/DVD/MP3/WMA-Player und Radio-Tuner sowie eine USB-Audio-Schnittstelle. Da das Navigationssystem auf SD-Karten basiert, lässt sich das Kartenmaterial einfach und kostengünstig aktualisieren.

Ebenso an Bord befinden sich darüber hinaus im Rahmen der „Shine+“-Ausstattung unter anderem eine Klimaautomatik mit Pollenfilter, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein Leder-Lenkrad, ein Leder-Schaltknauf, elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, vorne und hinten elektrische Fensterheber, ein Smart-Key-System sowie ein Licht- und Regensensor.

Von wesentlicher Bedeutung in einem Alltagsauto sind Ablagen, von denen der Mitsubishi Space Star vorne etliche bietet: seien es Fächer für die kleinen Dinge oder Getränkehalter in der Mittelkonsole. Die Seitenfächer in den Türen nehmen praktischerweise sogar Flaschen auf. Was die Macher vorne gut umsetzten fehlt leider im Fond, wo es nur einen Getränkehalter in der Mittelkonsole hinten gibt.

Kofferraum: Mehr Ladevolumen als der größere Colt

Am Ende seiner Laufzeit war der Mitsubishi Colt als Vorgänger des Space Stars 3,940 Meter lang, 1,695 Meter breit und 1,550 Meter hoch und bot ein Kofferraumvolumen von 214 Litern. Der Space Star ist damit 23 Zentimeter kürzer, 10,5 Zentimeter schmaler und 6 Zentimeter tiefer. Der besonders kompakte Motorraum des Space Stars wirkt sich nicht nur positiv auf den Innenraum aus, sogar das Ladevolumen stieg im Vergleich zum größeren Colt an: Der Mitsubishi Space Star übertrifft mit 235 Litern den größeren Colt sogar um 21 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen erhöht sich das Volumen auf 912 Liter.

Stauraum für den täglichen Gebrauch ist vorhanden und die Ladeöffnung fällt groß aus, so dass sich sogar vergleichsweise sperrige Güter mitführen lassen. Leider besitzt der Space Star eine hohe Ladekante und einen tief liegenden Kofferraum, so dass Gepäck oder Einkäufe umständlich über eine hohe Kante zu hieven sind. Die Rücksitze lassen sich gut umklappen - es entsteht allerdings keine ebene Ladefläche.

Positiv fällt auf, dass der Kofferraum bis auf die Rückseite der Ladekante verkleidet ist. Jedoch gelangt unter der Unterbodenverkleidung nur eine dünne Sperrholzplatte zum Einsatz, die sich bei schweren Gütern schnell durchbiegen könnte und ihren Zweck verfehlt. Verzurrösen und kleine Fächer würden den Kofferraum im Rahmen einer Modellüberarbeitung aufwerten.

Fazit:

Der Mitsubishi Space Star ist sehr preiswert zu haben und spielt seine Stärken als Stadtauto aus. Dazu dürfen sich die Fahrer über einen geringen Verbrauch freuen. Hohe Ansprüche darf bei diesem Preis jedoch niemand haben. Wer aber ein kleines, günstiges Stadtauto sucht, der sollte den Mitsubishi Space Star nicht außer Acht lassen.


Technische Daten Mitsubishi Space Star 1.2 ClearTec Shine+:

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum: 1.193 cm³ | Leistung: 59 kW/80 PS | Drehmoment: 106 Nm bei 4.000 U/min | Vmax: 180 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 11,7 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 4,3 l/100 km | CO2-Emission: 100 g/km | Preis: 13.990 EUR

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