Porsche 718 Cayman S Test: Ohne Gnade ums Eck

, 29.08.2016


Extrem bissig, gierig hochdrehend und dazu geht er grandios ums Eck: Die Fahrt mit dem neuen Porsche 718 Cayman S sollte heiß werden, die Blicke auf sich ziehen und unsere Emotionen ans Limit bringen. Denn wir wollten wissen: Kann Porsche mit dem neuen Cayman noch eins oben drauf setzen und hat der Cayman mit dem neuen Vierzylinder-Turbomotor wirklich seine Seele verloren - oder ist das alles nur Gerede im Internet? Fragen über Fragen. Unser Test zeigt, was der neue Porsche 718 Cayman S tatsächlich drauf hat.

Alles dreht sich um Kurven: Auf der Straße, bei Frauen und selbstverständlich auch beim Porsche 718 Cayman S. Tief, breit und flach liegt der Porsche auf der Straße. In Innenstädten fällt sofort auf, wie sich Passanten nach diesem Porsche mit einem fröhlichen Lachen umdrehen. Zweifellos, das heiße Design erweist sich als wahrer Hingucker.

Dieser Blick visualisiert die pure Angriffslust, hervorgehoben durch die großen Lufteinlässe und die Scheinwerfer mit dem Vierpunkt-Tagfahrlicht, die nur darauf warten, den Gegner anzuvisieren, bevor der Porsche 718 Cayman S im richtigen Augenblick zum Überholen ansetzt. Für ein noch stärkeres Verlangen sorgen die anziehenden Kurven in Form der vorderen und hinteren Kotflügel sowie der dynamisch nach hinten gezogenen Dachlinie.

Und erst einmal das neu gestaltete Heck erst einmal: Eine schwarze Akzentleiste mit integriertem Porsche-Schriftzug zwischen den flachen, schwarz eingefassten LED-Rückleuchten setzt den Hintern attraktiv in Szene. Für eine noch bessere Bodenhaftung sorgt der bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h automatisch ausfahrende Heckflügel. Der vom Porsche 718 Cayman S Überholte darf dazu nur noch voller Hingabe das mittig angeordnete Doppelendrohr erblicken, das die Macher in das schwarze, sportliche Heckunterteil integrierten.

Porsche beginnt direkt mit einer klaren Ansage

Deutliche 0,5 Sekunden schneller von 0 auf 100 km/h als der Vorgänger. Wie im Porsche 911 Turbo eine variable Turbinengeometrie, die für eine noch gleichmäßigere Leistungsentfaltung sorgt, und dazu die reaktionsschelle, direkte Lenkung, die ebenfalls aus dem 911 Turbo stammt. Bei der Hinterradaufhängung ließen sich die Macher wiederum vom Hardcore-Sportwagen Porsche Cayman GT4 inspirieren. Die breiteren Räder und die Bremsanlage des Porsche 718 Cayman S stammen vom Porsche 911 Carrera S. In der Tat fährt der Porsche 718 Cayman S große Kaliber auf und rückt jetzt noch näher an den Elfer.

Für den Antrieb des Porsche 718 Cayman S sorgt ein 2,5-Liter-Turbo-Boxermotor mit 350 PS bei 6.500 U/min. Das maximale Drehmoment von 420 Nm liegt über einen Drehmomentbereich von 1.900 bis 4.500 Touren an. In Kombination mit dem 7-Gang-Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) und einer Launch Control erledigt der Cayman S den Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 4,2 Sekunden. Von 80 auf 120 km/h - wichtig für Zwischenspurts und Überholvorgänge auf der Landstraße - vergehen lediglich 2,8 Sekunden. Bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h kann der Fahrer den unaufhörlichen Antrieb genießen.

Bei deaktivierter Start-Stopp-Automatik bietet der Vierzylinder-Turbo im Stand keinen Hörgenuss. Darauf kommt es auch nicht an: Der Fahrer weiß, dass er einen sehr agilen, bissigen Kurvenräuber besitzt - und sobald man beim Porsche 718 Cayman S Gas gibt, reißt der Sound seine Insassen mit. Es ist richtig, dass der Sechszylinder der vorherigen Generation den ultimativen Sound bot. Der Vierzylinder-Turbo klingt anders, aber wirklich gut - im unteren Drehzahlbereich rau und bassig, oben herum erinnert der Klang sogar an den bösen und dafür gefeierten Sound eines Subaru Impreza WRX STi.

Was andere über den Klang an der Ampel denken, kann dem Fahrer egal sein; denn er genießt, insbesondere mit der Sportabgasanlage, beim Kurvenwildern einen emotionalen Sound. Spätestens auf dem Gipfel eines Bergpasses kann der Cayman-Fahrer in Ruhe einen Kaffee trinken und auf seine Freunde warten; denn dieser Porsche ist beim Kurvenspaß agiler als viele andere Sportwagen. Genau darauf kommt es schließlich an.

Diese Performance weiß zu beeindrucken und zu begeistern

Ein Druck auf das Gaspedal - und der heckangetriebene Porsche 718 Cayman S spurtet extrem bissig nach vorne. Das maximale Drehmoment liegt bereits früh und über ein breites Drehzahlband an. Unter 2.000 Touren befindet sich zwar ein kleines Turboloch, aber so winzig, dass es nicht der Rede wert ist. Sobald der Turbo auf Touren kommt, und das ist bereits sehr früh der Fall, schießt der Cayman S vehement nach vorne und dreht gierig bis auf 7.500 Touren hoch. Spätestens jetzt reißen einen die Emotionen mit.

Porsche gelang es sogar, dem Vierzylinder-Turbobenziner die Charakteristik eines Saugmotors zu verpassen. Wichtig für einen Sportwagen wie diesem ist das Ansprechverhalten im oberen Drehzahlbereich - und da steht der Cayman S dem frei saugenden Sechszylinder-Boxermotor des Vorgängers in Nichts nach. Im mittleren Drehzahlbereich knallt der neue Cayman S sogar besser.

Auch wenn der Fahrer bei starker Beschleunigung den Fuß kurz vom Gaspedal nimmt und anschließend wieder voll drauf drückt, verhält sich das Turbo-Triebwerk fast so reaktionsschnell wie ein Saugmotor; denn der Ladedruck baut sich nicht komplett ab. Dies realisierte Porsche wie folgt: Die Drosselklappe bleibt geöffnet, lediglich die Benzineinspritzung setzt aus. Dadurch baut sich der Ladedruck nicht komplett ab und der Motor reagiert spontan auf erneutes Gasgeben, während das Doppelkupplungsgetriebe schnell und weich schaltet. Genauso scharf kann der Fahrer die Gänge über Paddles am Lenkrad einlegen.

Nur wenige Fahrer dürften eine defensive Fahrweise an den Tag legen. Aber im Idealfall verbraucht der Porsche 718 Cayman S durchschnittlich 7,3 Liter Sprit auf 100 Kilometern, was einem CO2-Ausstoß von 167 g/km entspricht. Immerhin auf 100 Kilometern 0,7 Liter weniger als beim Vorgänger. Alles andere hängt vom persönlichen Fahrstil und Gasfuß ab. Sich zu zügeln fällt sehr schwer, insbesondere beim Auftauchen feinsten Kurvengeläufs.

Geht grandios ums Eck und lässt den Vorgänger alt aussehen

Anders lässt es sich nicht ausdrücken: Das Kurvenverhalten des Porsche 718 Cayman S ist grandios. Der neue Sportwagen schaffte es tatsächlich, seinen bereits bissigen Vorgänger zu toppen. Ausgestattet mit dem PASM-Sportfahrwerk (Porsche Active Suspension Management), das die Karosserie um 20 Millimeter absenkt und kontinuierlich für jedes einzelne Rad die Dämpferkraft regelt, besitzt der Cayman in scharf durchfahrenen Kurven kaum Seitenneigung. Mehr noch: Das Kurvenverhalten erweist sich als sehr neutral, während der offene Boxster im direkten Vergleich einen kleinen Hang zum Übersteuern besitzt.

Lesen Sie hier weiter:

Seite 1 von 2 1 2

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Porsche-Testberichte

Der Porsche 718 Boxster S geht mit sportlicher Härte grandios ums Eck.

Porsche 718 Boxster S 2016 Test: Ein Ritt auf der …

Tief, breit und flach: Nie sah der Porsche Boxster in seiner bereits 20-jährigen Laufbahn angriffslustiger und begehrenswerter aus. Zusammen mit der Bezeichnung „718“, die sich auf den Wegbereiter des …

Der neue Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 ND bietet puren Roadster-Spaß mit einem hohen Sucht-Faktor.

Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 ND Test: Wie ein kleiner …

Bereits der erste Blick zieht einen in den Bann: Das Design des Mazda MX-5 ND entfacht ein Feuer im Herzen und sticht aus der Masse heraus. Der angriffslustig gezeichnete Roadster scheint sich geradezu in …

Der 3,6-Liter-V6-Biturbo-Motor im Macan Turbo schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 266 km/h.

Porsche Macan Turbo Test: Ist das die Eier legende …

Der Macan nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Er soll sowohl im Gelände als auch im urbanen Großstadtdschungel für exzellente Fahreigenschaften und Spaß sorgen. Ob man ihn wirklich als „Eier legende …

Sein wahres Potential zeigt der Porsche 911 Turbo S auf der Rennstrecke.

Porsche 911 Turbo S 2016 Test: Der Killer im Maßanzug

Das Gaspedal durchgedrückt, macht der Porsche 911 Turbo S kurzen Prozess und beschleunigt, begleitet von einem emotional rauen Sound, brutal nach vorne - ohne jeglichen Durchhänger über das komplette …

Durch den Turbo wird der Porsche 911 Carrera S noch schärfer und noch schneller.

Porsche 911 Carrera S 2016 Test: Das kann der neue …

Bereits optisch setzt sich der neue Porsche 911 Carrera S mit zahlreichen Verfeinerungen in Szene. An der Front fallen sofort die schmaler gezeichneten Frontscheinwerfer mit einem markanten …

AUCH INTERESSANT
Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

AUTO-SPECIAL

Walter Röhrl: Seine 7 besten Momente

Walter Röhrl gehört zu den besten Rallye-Fahrern aller Zeiten und fuhr auch auf der Rundstrecke bedeutende Rennsiege ein. Jetzt wird es persönlich: Walter Röhrl kramt in seiner Fotokiste und …


TOP ARTIKEL
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
Louis Vuitton Ferrari gehört 15-jährigem
RUF CTR Yellowbird 2017: Ein Wahnsinns-Preis für 710 PS
RUF CTR Yellowbird 2017: Ein Wahnsinns-Preis für …
Ford GT 2017: Warum Ferrari & Co. eine Schlappe kassierten
Ford GT 2017: Warum Ferrari & Co. eine …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
Porsche Macan Turbo Exclusive Performance: So teuer sind die Extras
Porsche Macan Turbo Exclusive Performance: So …
Seat Leon Cupra R 2018: Der Hardcore-Seat hat einen Haken
Seat Leon Cupra R 2018: Der Hardcore-Seat hat …
VW T-Roc Test: Die erste Fahrt sorgt für eine Überraschung
VW T-Roc Test: Die erste Fahrt sorgt für eine …
Porsche 911 GT2 RS: Videobeweis! Rekord auf Nordschleife
Porsche 911 GT2 RS: Videobeweis! Rekord auf …
[Anzeige] #ShellDrivesYou: Ich werde analysiert
[Anzeige] #ShellDrivesYou: Ich werde analysiert


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo