Porsche 911 Turbo S 2016 Test: Der Killer im Maßanzug

, 31.01.2016


Vorteil bei sportlicher Fahrweise: Bei Geschwindigkeiten ab 80 km/h lenkt das System die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die eingeschlagenen Vorderräder, so dass sich der Radstand virtuell verlängert und die Fahrzeugstabilität bei schnellen Richtungswechseln deutlich steigt. Zwischen 50 und 80 km/h erfolgt je nach Fahrsituation ein kontinuierlicher Übergang zwischen gegensinnigem und gleichsinnigem Lenkeinschlag. Durch die Hinterachslenkung wird das Fahren auf Rennstrecken, insbesondere in langen Hochgeschwindigkeitskurven, noch einfacher.

Der Wunsch geht in Erfüllung: Den Grenzbereich noch stärker ausloten

Einen weiteren Beitrag zur hohen Fahrdynamik des Porsche 911 Turbo S leistet die Wankstabilisierung PDCC (Porsche Dynamic Chassis Control), die neben einem Plus an Komfort für ein optimiertes Einlenk- und ein ausgeglichenes Lastwechselverhalten sorgt.

Das „Porsche Stability Management“ (PSM) stellt zudem ein automatisches Regelsystem zur Stabilisierung im fahrdynamischen Grenzbereich dar, das jetzt einen neuen „PSM Sport“-Modus besitzt, der über eine deutlich stärkere Verschiebung der Eingriffsschwelle besitzt als dies beim Vorgänger im „Sport Plus“-Modus der Fall war, und ermöglicht damit ein noch näheres Herantasten an den Grenzbereich. Im Hintergrund bleibt das PSM jedoch auch im „PSM Sport“-Modus stets aktiv.

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Über einen langen Druck auf die PSM-Taste lässt sich das PSM komplett deaktivieren. Doch davon ist - insbesondere auf öffentlichen Straßen - abzuraten, da der Grenzbereich des Porsche 911 Turbo S sehr hoch liegt und die elektronischen Helferlein erst spät eingreifen. Langeweile kommt selbst bei aktivierter Elektronik nicht auf.

Porsche 911 Turbo Design: Dicke Backen und neue Merkmale

Im Rahmen der Weiterentwicklung erhielt der Porsche 911 Turbo S eine neu geformte Front mit seitlichen Airblades und schmalen LED-Leuchten mit Doppelsteg, die mit der zusätzlichen Lamelle im mittleren Lufteinlass die Front breiter wirken lassen. LED-Hauptscheinwerfer mit 4-Punkt-Tagfahrlicht gehören zur Serienausstattung. In der Seitenansicht zeigt sich der Sportwagen mit neuen 20-Zoll-Rädern in Schmiedetechnik. Beim Porsche 911 Turbo S zieren nun 7 statt 10 Doppelspeichen die Felgen mit Zentralverschluss.

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Unverändert sind die dicken Backen am Heck: Der Porsche 911 Turbo S ist 7,2 Zentimeter breiter als ein herkömmlicher Porsche 911 Carrera, da unter den Backen die Ladeluftkühler sitzen. Die Gestaltung des Hecks ist ebenfalls neu: Auf den ersten Blick fallen die aus der Porsche 911 Carrera-Reihe bekannten dreidimensionalen Heckleuchten ins Auge. Sowohl die Austrittsöffnungen für die Abgasanlage im Heckteil als auch die Doppelendrohre selbst passte Porsche im Design an. Das Heckdeckelgitter wurde ebenfalls neu gestaltet und ist nun dreiteilig ausgeführt: rechts und links mit längs angeordneten Lamellen, in der Mitte mit einem separaten Deckel für die optimierte Luftansaugung des Motors.

Nicht für den Porsche 911 Carrera erhältlich ist die aktive Aerodynamik in Form eines mehrstufig verstellbaren Frontspoilers und Heckflügels. Dabei fährt das System den Frontspoiler, der aus einem flexiblen, pneumatisch ausfahrbaren Elastomer besteht, und den Heckflügel in drei Positionen synchron aus beziehungsweise ein. In der ersten Stufe (Start) sind Frontspoiler und Heckflügel komplett eingefahren, um die Alltagstauglichkeit zu erhöhen.

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In der zweiten Stufe (Speed) fahren ab 120 km/h der Frontspoiler und Heckflügel teilweise aus. Das sorgt für eine hohe Fahrstabilität, einen geringen Luftwiderstand und ermöglicht eine hohe Endgeschwindigkeit. Die dritte Stufe „Performance“ lässt sich mit der Spoiler-Taste oder über den „Sport Plus“-Modus aktivieren - der Frontspoiler und der Heckflügel sind jetzt komplett ausgefahren. Durch den hohen Abtrieb an der Vorder- und der Hinterachse kann der Porsche 911 Turbo S in dieser Stellung sein volles Performance-Potenzial entfalten.

Porsche 911 Turbo Innenraum: Feine Neuheiten im Cockpit

Sportlich das Design, hochwertig die Materialien und tadellos die Verarbeitung - der Innenraum des Porsche 911 Turbo weiß sich in Szene zu setzen. Die serienmäßigen, elektrisch verstellbaren „adaptiven Sportsitze Plus“ bieten mit sportlich-straff aufgepolsterten Seitenwangen und zusätzlicher Schulterabstützung einen idealen Halt. Für Komfort und noch mehr Seitenhalt in scharf durchfahrenen Kurven sorgen die einstellbaren Seitenwangen von Sitzfläche und Lehne. Sogar bis zu zwei Meter große Personen finden bequem Platz auf den Vordersitzen. Die Rücksitze dienen eher als zusätzliche Ablage.

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Serienmäßig besitzt der Porsche 911 Turbo S eine Lederausstattung, welche die Sitze, die Schalttafel sowie die Tür- und die Seitenverkleidungen umfasst. Mit Alcantara bezog Porsche derweil den Dachhimmel. Die Zierblenden für die Schalttafel, die Mittelkonsole und die Türtafeln führten die Macher in Carbon aus.

Erfreulich ist die Übersichtlichkeit und intuitive Bedienung des Cockpits. Dazu bietet das neue, serienmäßige „Porsche Communication Management“ (PCM) mit Multitouch-Bildschirm ein deutlich erweitertes Funktionsspektrum und eine erheblich vereinfachte Bedienung. Das PCM lässt sich analog zu einem Smartphone mit Multitouch-Gesten auf dem 7-Zoll-Bildschirm (17,8 Zentimeter) bedienen. Mobiltelefone und Smartphones können die Insassen per WLAN verbinden. Neu ist die Möglichkeit zur Verbindung des iPhones mit dem PCM zur Nutzung von Apple CarPlay.

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Für eine verbesserte Navigation stehen Echtzeit-Verkehrsinformationen zur Verfügung, die dem Fahrer einen schnellen Überblick über die Verkehrslage und eine dynamische Anpassung der Route bieten. Zur besseren Orientierung integrierte Porsche erstmals die Dienste „Google Earth“ und „Google Street View“. Weitere Bestandteile des PCM stellen „Porsche Car Connect“ und die „Porsche Connect App“ dar, unter anderem zur Fernsteuerung von Fahrzeug-Funktionen, zur Übertragung von Zielen an das PCM für eine Navigation und zur Nutzung von Musikstreaming-Diensten von Drittanbietern über das PCM.

Lift-System: Die Furcht vor Bordsteinen und Rampen genommen

Zu den neuen Optionen zählt ein Liftsystem für die Vorderachse, mit dem sich bei niedrigen Geschwindigkeiten die Bodenfreiheit unter der Frontspoilerlippe um 40 Millimeter vergrößern lässt. So sorgt das neue System dafür, dass Bordsteine, Rampen und Garageneinfahrten keine sportliche Herausforderung mehr darstellen.

Porsche 911 Turbo S Test - Fazit:

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Der Porsche 911 Turbo S bleibt eines der weltweit schnellsten Fahrzeuge, um von A nach B zu gelangen. Einmal den „Sport Response“-Button gedrückt, lassen sich entspannt mehrere Autos überholen. Doch sein wahres Potential zeigt der Supersportwagen erst auf der Rennstrecke beziehungsweise beim Track Day. Einer seiner größten Trümpfe: Dieser Supersportwagen lässt sich sogar im Alltag nutzen - und legt im Kontrast dazu eine wahnsinnig hohe Performance an den Tag. Durch seine technischen Zutaten besitzt der Porsche 911 Turbo S trotz der immensen Power ein einfaches Handling und bietet grandiosen Fahrspaß.

Technische Daten Porsche 911 Turbo S 2016:

Antriebsart: Allradantrieb
Hubraum Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor: 3.800 cm³
Leistung: 472 kW/580 PS bei 6.750 U/min
Drehmoment: 700 Nm bei 2.100-4.250 U/min (Overboost 750 Nm bei 2.250-4.000 U/min)
Getriebeart: 7-Gang-Doppelkupplunggetriebe (PDK)
Vmax: 330 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,9 Sekunden
Leergewicht: 1.600 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 9,1 l/100 km
CO2-Emission: 212 g/km
Preis: ab 202.872 EUR

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