Porsche Cayenne Coupé Test: Was die Extras wirklich bewirken

, 24.06.2019


Messerscharf und dazu ein richtig cooler Look: Das neue Porsche Cayenne Coupé unterscheidet sich vom herkömmlichen Cayenne nicht nur durch eine geänderte Dachlinie. Es sind diverse Extras, die nur das Coupé besitzt. Was genau das ist, wie sich das auswirkt und wo die Vor- sowie Nachteile zum normalen Cayenne liegen, zeigt unser Porsche Cayenne Coupé Test.

Ob sportlich-elegant oder auffällig in Orange mit einem Leichtbau-Sportpaket samt Carbon-Dach: Das Outfit des neuen Porsche Cayenne Coupé lässt sich für jeden Geschmack gestalten. Allen Modellen gemein: Die dynamisch nach hinten abfallende Dachlinie und das eigenständige Heck. Dazu unterstreichen die um zwei Zentimeter abgesenkte Dachkante und der feste Dachkantenspoiler die sportlichen Attribute. Dieses SUV-Coupé lässt mit Stil seine Muskeln spielen, ohne zu übertreiben.

In puncto Aerodynamik setzt das Porsche Cayenne Coupé noch einen drauf: Mit seinem adaptiven Dachspoiler war der aktuelle Porsche Cayenne Turbo der erste SUV mit einer aktiven Aerodynamik. Das Cayenne Coupé setzt diese Fähigkeiten konsequent fort und besitzt neben dem festen Dachkantenspoiler zusätzlich einen aktiven Heckspoiler mit einer Carbon-Abrisskante, der im Ruhezustand perfekt in die Silhouette integriert ist, jedoch ab einer Geschwindigkeit von 90 km/h ausfährt und bei 60 km/h wieder ein. Das Ergebnis: ein erhöhter Anpressdruck auf der Hinterachse und damit ein Plus an Fahrdynamik.

Wer bei der Athletik noch zulegen möchte, kann eines der optionalen Leichtbau-Sportpakete wählen. Jedes Paket verhilft dem Porsche Cayenne Coupé unter anderem zu einem konturierten Carbon-Dach, dem „SportDesign“-Paket mit Carbon-Diffusorblende und gewichtsreduzierten „GT Design“-Rädern in 22 Zoll. Modellabhängig reduzieren die Leichtbau-Sportpakte das Fahrzeuggewicht um bis zu 22 Kilogramm.

Wer ist schneller: Das Porsche Cayenne Coupé oder der herkömmliche Cayenne?

Für den Antrieb des allradangetriebenen Porsche Cayenne S Coupé sorgt ein 2,9 Liter großer V6-Biturbo mit 420 PS, der auch im Audi RS4 Avant mit ein wenig mehr Leistung zum Einsatz gelangt. Das maximale Drehmoment von satten 550 Nm steht beim Porsche von 1.800 bis 5.500 U/min zur Verfügung. In Kombination mit dem 8-Gang-Tiptronic-S-Getriebe spurtet das Cayenne S Coupé in nur 5,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h erfolgt in kurzen 3,6 Sekunden. Erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 263 km/h endet der Vortrieb.

Das Sport-Chrono-Paket gibt es beim Coupé serienmäßig. Doch der herkömmliche Cayenne S ist mit dem Sport-Chrono-Paket tatsächlich noch einen Wimpernschlag schneller: Der klassische Sprint von 0 auf Tempo 100 erledigt der SUV in 4,9 Sekunden, die Durchzugsbeschleunigung von  80 auf 120 km/h in 3,5 Sekunden. Die Top-Speed beträgt 265 km/h. Allerdings wiegt das Coupé ohne Leichtbau-Paket 30 Kilogramm mehr als der normale SUV.

Doch noch schöner fühlt sich das Fahren an: Bereits bei 1.800 Touren liegt ein immenser Durchzug an. Da das imposante Maximaldrehmoment von 550 Nm über einen sehr breiten Drehzahlbereich bis 5.500 U/min anliegt, schiebt das Cayenne S Coupé in jeder Fahrsituation kräftig an und reagiert spontan auf jeden Gasbefehl, während der Motorsound emotional mitreißt. Das 8-Gang-Tiptronic-S-Getriebe hält dabei stets den richtigen Gang bereit und schaltet sehr schnell.

Fahrdynamik: Eine Besonderheit für das Porsche Cayenne Coupé - und so wirkt es sich aus

Es ist bereits der Hammer, was der herkömmliche Porsche Cayenne in puncto Handling für einen SUV dieser Größe reißt. Damit gaben sich die Macher nicht zufrieden und verpassten dem Coupé neben dem aktiven Heckspoiler außerdem exklusiv eine breitere Spur an der Hinterachse, die in Kombination mit dem permanenten Allradantrieb die Agilität nochmals steigert.

Beeindruckend scharf für einen SUV lenkt das Porsche Cayenne Coupé ein und legt auf Straßen mit engen Kurven eine grandiose Agilität an den Tag. Die Lenkung ist präzise, spricht gut an und erweist sich  als schön direkt, ohne mit einem störenden künstlichen Lenkgefühl einherzugehen. Das SUV-Coupé lässt sich vor Kurven schnell und genau dort positionieren, wo man das Fahrzeug haben möchte.

Für eine weitere Steigerung der Agilität und Lenkpräzision in Kurven sorgt die elektronisch geregelte Hinterachs-Quersperre (PTV Plus - Porsche Torque Vectoring), die vollvariabel die Antriebsmomente verteilt. Bei dynamischer Fahrweise wird mit dem Einschlagen der Lenkung das kurveninnere Hinterrad leicht abgebremst. Dadurch besitzt das kurvenäußere Hinterrad eine höhere Antriebskraft und ermöglicht einen zusätzlichen Drehimpuls in die eingeschlagene Richtung. Folge: Das Cayenne Coupé lenkt noch dynamischer in Kurven ein und beschleunigt noch besser aus Kurven heraus.

Trotz seiner Größe, immerhin 4,93 Meter lang, und seines Gewichtes von rund 2,1 Tonnen, ist das Porsche Cayenne S Coupé erstaunlich wendig und baut durch die Wankstabilisierung mit der Bezeichnung „Porsche Dynamic Chassis Control“ (PDCC) kaum Seitenneigung auf. Diese Agilität erinnert zweifellos an einen Kompaktsportler. Dazu sorgen die „Pirelli P Zero“-Reifen - insbesondere auf trockenem Asphalt - in schnell gefahrenen Kurven für viel Grip.

Verzichten sollte kein Käufer auf die elektrische Hinterachslenkung, die direkt aus dem Porsche 911 kommt: Bei niedrigen Geschwindigkeiten lenkt das System die Hinterräder entgegen den eingeschlagenen Vorderrädern. Das führt zu einer virtuellen Radstandsverkürzung. Der Wendekreis wird verkleinert, dadurch beim Kurvenspaß die Agilität erhöht, aber auch das Einparken in der Stadt spürbar erleichtert. Bei höheren Geschwindigkeiten lenkt das System die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die eingeschlagenen Vorderräder, um die Fahrstabilität zu erhöhen, zum Beispiel beim Überholen.

Der Unterschied zwischen dem herkömmlichen Cayenne und dem Cayenne Coupé lässt sich kaum spüren, da beide Varianten bereits eine unglaublich großartige Dynamik bieten. Ein ganz kleiner Unterschied ist jedoch tatsächlich vorhanden und die Sitzposition im Coupé etwas tiefer, was auch zu einem sportlicheren Fahrgefühl beiträgt. Das Cayenne Coupé trägt zu Recht das Porsche-Logo auf der Motorhaube.

Dämpfung: So gibt es hohen Reisekomfort für das Porsche Cayenne Coupé

Selbstverständlich eignet sich das Porsche Cayenne Coupé nicht nur als Sportler. Auch bei Langstrecken bietet das Coupé dank der hervorragend arbeitenden Luftfederung alle Annehmlichkeiten wie sie eine Luxus-Limousine bietet. Die Software des Porsches registriert alles, was das Fahrzeug macht und passt alle Systeme blitzschnell der jeweiligen Situation und dem Fahrmodus an. Insbesondere die immense Spreizung zwischen sportlich-straffer Anbindung und Reisekomfort ist bemerkenswert und funktioniert unglaublich gut.

Innenraum Porsche Cayenne Coupé: Die Unterschiede zum herkömmlichen Cayenne

Größtenteils vom herkömmlichen Porsche Cayenne bekannt ist das Interieur. Doch der Innenraum des Porsche Cayenne Coupé bietet einige Neuheiten wie zum Beispiel die Rückbank mit Einzelsitz-Charakteristik. Serienmäßig besitzt das Cayenne Coupé zudem ein 2,16 m² großes Panorama-Festglasdach, das sich bis zu den Mitreisenden im Fond spannt und für ein nochmals gesteigertes Raumgefühl sorgt. Alternativ gibt es ohne Aufpreis die aus dem Cayenne bekannte Komfort-Fondsitzanlage.

Nehmen auf den bequemen, achtfach elektrisch verstellbaren Sportsitzen vorne zwei Meter große Personen bequem Platz, fällt die Kopffreiheit auf den Rücksitzen durch die abfallende Dachlinie im Vergleich zum herkömmlichen Cayenne allerdings geringer aus. Dennoch sitzen im Fond knapp über 1,80 Meter große Mitreisende komfortabel. Da die Rücksitzbank so weit hinten angebracht ist wie sonst beim Cayenne die letzte Position der verschiebbaren Rücksitzbank, bietet das Coupé eine sehr üppige Beinfreiheit. Auch auf Wunsch ist die verschiebbare Rücksitzbank für das Coupé nicht erhältlich.

Infotainment: Mit der richtigen Einstellung noch besser in Form

Oberhalb der Mittelkonsole befindet sich im Porsche Cayenne Coupé der Touchscreen des Infotainment-Systems „Porsche Communication Management“ (PCM). Das 12,3 Zoll beziehungsweise 31,2 Zentimeter große Full-HD-Display besitzt eine gestochen scharfe Grafik und bietet eine intuitive Bedienung der Funktionen.

Porsche Connect Plus“ ermöglicht den Zugriff auf Online-Dienste und das Internet. Ziele lassen sich nicht nur im Auto, sondern auch im Smartphone über die „Porsche Connect“-App oder außerhalb des Fahrzeugs über die Internet-Plattform „My Porsche“ bequem im Vorfeld einer Fahrt anlegen und an das Fahrzeug übertragen. Freie Parkhäuser mit Preisen und Öffnungszeiten oder auch Nutzer-Bewertungen von Hotels und Restaurants runden das Angebot ab.

Nicht nur das Auto selbst ist stets online. Es lassen sich selbstverständlich auch WLAN-fähige Endgeräte, wie zum Beispiel Laptops, Tablets oder Smartphones, mit dem Internet verbinden. Unter der Mittelarmlehne befindet sich eine induktive Ladeschale zum kabellosen Aufladen von Smartphones. Alternativ stehen jeweils zwei USB-Anschlüsse vorne und im Fond zur Verfügung. Die Konnektivität zur Anzeige und Bedienung von Smartphone-Apps auf dem Touchscreen des Fahrzeugs ist leider nur per „Apple CarPlay“ möglich, nicht mit „Android Auto“.

Kofferraum: Das sind die Abstriche beim Porsche Cayenne Coupé

Der gut zugeschnittene Kofferraum des Porsche Cayenne Coupés steckt einiges weg. Das Kofferraumvolumen beträgt 625 Liter. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, entsteht eine nahezu ebene Ladefläche und das Gepäckraumvolumen steigt auf 1.540 Liter. Zum Vergleich: Der herkömmliche Porsche Cayenne kommt auf 770 Liter beziehungsweise 1.680 Liter. Die Ladekante ist, typisch für einen SUV, etwas hoch. Allerdings fällt die Ladestufe nach innen sehr niedrig aus, so dass ein bequemes Be- und Entladen möglich ist. Wer ein Plus an Ladevolumen benötigt und sehr viel einpacken muss, sollte zum herkömmlichen Cayenne greifen.

Fazit und Preis Porsche Cayenne Coupé:

Ob als herkömmlicher SUV oder als Coupé, beide Varianten des Porsche Cayenne gehören zu den schärfsten SUV auf dem Markt und unterscheiden sich kaum. Es ist primär eine Frage des persönlichen Geschmacks. Das Porsche Cayenne Coupé sieht so cool aus, dass manche diesem Design nicht widerstehen können. Der herkömmliche Cayenne ist wiederum ein kleines bisschen praktischer.

Auf den ersten Blick mag das Coupé signifikant teurer sein: Der normale Porsche Cayenne S steht ab 94.183 Euro in der Preisliste, das Coupé ab 99.657 Euro, ergo ein Preisunterscheid von 5.474 Euro. Allerdings zählen zur umfangreichen Serienausstattung des Coupés unter anderem das große Panorama-Glasdach, die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung Plus, der Park Assistent vorn und hinten mit Rückfahrkamera, das aktive Dämpfersystem (PASM) und das Sport-Chrono-Paket.

Technische Daten Porsche Cayenne S Coupé:

Länge x Breite x Höhe: 4,931 x 1,983 x 1,676 Meter (Breite mit Außenspiegel: 2,194 Meter)
Radstand: 2,895 Meter
Hubraum V6-Biturbobenziner: 2.894 cm³
Leistung: 324 kW/440 PS bei 5.700 - 6.600 U/min
Drehmoment: 550 Nm bei 1.800 - 5.500 U/min
Getriebeart: 8-Gang-Tiptronic-S (Automatik)
Antriebsart: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 263 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,0 Sekunden
Leergewicht (nach EG mit Fahrer): 2.125 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 9,2 - 9,4 l/100 km
CO2-Emission: 212 - 216 g/km
Emissionsklasse (Abgasnorm): Euro-6d-TEMP
Kofferraumvolumen: 625 - 1.540 Liter
Preis: ab 99.657 Euro

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