Range Rover Sport SVR Test: Das Monster auf dem Ring

, 13.06.2015


Dieses Monster wurde dazu gebaut, seine Gegner zu verschlingen: Der neue Range Rover Sport SVR ist der schnellste und lauteste Land Rover aller Zeiten. Bereits die Zutaten dieser Bestie wissen zu beeindrucken: 550 PS aus dem V8-Triebwerk des Jaguar F-Type R, nur 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ein Basispreis von 126.400 Euro. So paradox es ist: Wir wollen den neuen Range Rover Sport SVR auf einer Rennstrecke fliegen lassen, um zu erfahren, was mit dieser SUV-Rakete auf dem Asphalt möglich ist. Im Range Rover Sport SVR Test kamen spannende Erkenntnisse heraus, begleitet von einem grollenden Sound-Gewitter.

Für den Range Rover Sport SVR Test (SVR = Special Vehice Operations) soll der Grand Prix-Kurs des Nürburgrings dienen. Ein bedeutender Ort für diesen Performance-SUV: Mit einer Rundenzeit von nur 8:14 Minuten hält der Range Rover Sport SVR den Rundenrekord für SUVs auf der 20,832 Kilometer langen Nürburgring-Nordschleife.

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Bereits auf den ersten Blick ist klar: Der Range Rover Sport SVR möchte seine Gegner verschlingen - und das macht der SUV auch optisch klar. Doch die Optimierungen des Karosseriedesigns unterstreichen nicht nur den starken Eindruck optisch, sie verbessern zugleich die Kühleigenschaften und Aerodynamik weiter. Dafür sorgt vor allen Dingen die angriffslustig wirkende, neue Frontschürze mit riesigen Lufteinlässen und markanten Wabengittereinsätzen. Derweil besticht das Heck durch eine vierflutige Abgasanlage und einen noch größeren Dachkantenspoiler. Weitere Akzente setzen die exklusiven 22-Zoll-Leichtmetallräder mit traktionsfördernden Reifen im Format 295/40 R22.

Range Rover Sport SVR Motor und Leistungsdaten

Das 5,0 Liter große V8-Kompressortriebwerk leistet 550 PS zwischen 6.000 und 6.500 U/min und stemmt ein Drehmomentmaximum von satten 680 Nm bei 3.500 bis 4.000 U/min auf die Kurbelwelle - ergo nochmals 40 PS und 56 Nm mehr als im Range Rover Sport. Damit beschleunigt der Range Rover Sport SVR in nur 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erzielt eine elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h. Dazu gelangen eine neue Entwicklungsstufe der 8-Gang-Automatik 8HP70 von ZF und ein permanenter Allradantrieb mit einer 50:50-Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse zum Einsatz, um Höchstleistungen auf jedem Untergrund und bei jedem Wetter zu bieten.

Den Startknopf gedrückt, erweckt der V8-Motor mit einem bereits im Stand großen Brummeln zum Leben, das die Erwartungen an diesen SUV emotional steigert. Raus aus der Boxengasse, ab auf die Rennstrecke: Das Gas voll durchgedrückt, entlässt die zweistufige aktive Auspuffanlage ein ohrenbetäubendes V8-Gebrüll, das ab ca. 3.700 Touren zu einem lauten Crescendo anschwillt und bei hohen Drehzahlen an einen fetten Rennstrecken-Sound erinnert - insbesondere mit den per Knopfdruck geöffneten Auspuffklappen.

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Herrlich, dass ein Autohersteller solch eine soundstarke Auspuffanlage verbaut. Dazu kommt die beeindruckende Spurtstärke, die sich in diesem Dickschiff unwirklich anfühlt. Im „Dynamic“-Modus legt der Range Sport SVR nochmals eine Stufe nach und erinnert an ein wildes Tier, das sich in den Asphalt krallt, um der Jagd noch mehr Nachdruck zu verleihen.

Range Rover Sport SVR Handling auf der Rennstrecke

Geradeaus schnell fahren können viele hochmotorisierte Fahrzeuge. Aber es kommt auch darauf an, wie ein Performance-Fahrzeug die Kurven meistert. Konstruktionsbedingt ist der Range Rover Sport SVR unter anderem durch seine hohe Bauart und das Leergewicht von 2.333 Kilogramm gegenüber einem Sportwagen deutlich benachteiligt.

Dennoch: Dieser Monster-SUV ist keinesfalls zu unterschätzen. Sofort fällt im Vergleich zum herkömmlichen Range Rover Sport auf, dass die SVR-Version im „Dynamic“-Modus noch wendiger ist, die Lenkung deutlich mehr Rückmeldung bietet und die Briten die Wankneigung weiter reduzieren konnten. Dazu funktioniert die 8-Stufen-Automatik tadellos und wählt stets die passende Übersetzung, wie zum Beispiel beim Herausbeschleunigen aus Kurven.

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Wer den Range Rover Sport SVR allerdings mit Speed in die Kurven schmeißt, erlebt eine plötzliche Gewichtsverlagerung und in der Folge ein Übersteuern (Fahrzeug schlägt mit dem Heck aus), so dass die Stabilitätskontrolle zuverlässig aber bremsend eingreift.

Doch es geht auch anders und der Range Rover Sport SVR im Test zeigt, was er im Kurvengeläuf drauf hat. Wenn der Fahrer flüssig in Kurven hineinfährt, anschließend die Kraft über das Gaspedal nach und nach aufbaut - dann hält der große SUV seine Linie und fühlt sich am Kurvenausgang neutral an. Das hohe Gewicht lässt sich eigentlich nur beim Einlenken spüren - und es ist logisch, dass sich 2,3 Tonnen nicht ausblenden lassen. Bei der schnellen Kurvenfahrt bieten die serienmäßigen Sportsitze dem Fahrer und dem Beifahrer darüber hinaus einen sehr guten Seitenhalt.

Exemplarisch für diesen großen und schweren SUV: Nach der Warsteiner-Kurve beschleunigt der Range Rover Sport SVR derart schnell hoch, dass er bereits deutlich vor dem Advan-Bogen über 180 km/h schnell ist und mit Vollgas die schnellste Kurve der Grand Prix-Strecke nimmt. Bei der auf den Advan-Bogen folgenden NGK-Schikane packt die Bremsanlage mit 380 Millimeter großen Scheiben vorne und 365 Millimeter hinten wiederum kräftig und zuverlässig zu.

Doch die Dynamik kommt nicht von ungefähr: Beim Range Rover Sport SVR gelangt ein elektronisch gesteuertes Hinterachs-Sperrdifferenzial zum Einsatz, das den Grad der Sperrwirkung jederzeit und in Sekundenbruchteilen anpassen kann, um Traktion, Handling und Kurvenstabilität zu optimieren. Als weiterer nützlicher Helfer erweist sich das System zum „Torque Vectoring“ durch Bremseneingriff, das die Bremsanlage nutzt, um ein Differenzial mit „Torque Vectoring“-Funktion zu simulieren. Dabei wird die Übertragung der Antriebskraft zu den vier Rädern in Kurven permanent angepasst, so dass sich Haftung und Lenkverhalten verbessern. Das merkte man in unserem Range Rover Sport SVR Fahrbericht deutlich.

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