Skoda Yeti Outdoor 4x4: Der Offroad-Test - Held oder Weichei?

, 13.06.2014


Die Motordrehzahl wird bei Bedarf automatisch abgeregelt oder es erfolgt ein automatischer Bremseneingriff. Der Fahrer kann sich nun ganz auf die Wahl der richtigen Spur im Gelände konzentrieren. Wer den Berg schneller hinunterfahren möchte, gibt Gas bis zur gewünschten Geschwindigkeit, die das System dann erneut automatisch hält. Ein großer Pluspunkt für die Sicherheit: Der Bergabfahrassistent funktioniert sogar, wenn der Allrad-Yeti rückwärts bergab fährt.

Die Herausforderung: 80 Prozent Steigung

Der Yeti möchte es wirklich wissen. Auf dem Offroad-Gelände finden wir noch eine asphaltierte Strecke mit 80 Prozent Steigung beziehungsweise Gefälle. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: 80 Prozent bedeuten, dass pro 100 Meter in waagerechter Richtung die Höhe um 80 Meter zunimmt und einem Steigungswinkel von knapp 39 Grad entspricht - Skoda gibt maximal 31 Grad an. Fotos zeigen selten, wie steil das wirklich ist, doch ein Geodreieck und zwei Striche verdeutlichen das Extrem für ein Auto auf einem Papier.

Die Überraschung: Nachdem der Skoda Yeti Outdoor 4x4 diese Passage mit der Bergabfahrhilfe vorbildlich herunterfährt, wollen wir wissen, ob der Kompakt-SUV das sogar hoch kann. Noch etwas ungläubig, gehen wir es an und der Yeti fährt cool die extreme Steigung nach oben - und das sogar ohne großen Schwung auf Asphalt.

Ein Rad hängt in der Luft - und was macht der Allrad-Yeti?

Im Gelände bleibt es nicht aus, Rampen einseitig hinauffahren zu müssen - sogar dann noch weiter, wenn ein Reifen die Bodenhaftung verliert. Auch das wollen wir dem Skoda Yeti Outdoor 4x4 zumuten. Für eine gute Geländegängigkeit sorgen beim Yeti Outdoor 4x4 die Bodenfreiheit von 18 Zentimetern, der vordere Böschungswinkel von fast 20 Grad in Verbindung mit kurzen Überhängen und der Rampenwinkel, der die Bodenfreiheit zwischen den Achsen bestimmt, von ebenfalls fast 20 Grad. Als hilfreich erweist sich ebenfalls der relativ kurze Radstand des Yetis.

Zum Vergleich soll eine Offroad-Ikone herhalten: Die Mercedes-Benz G-Klasse besitzt eine Bodenfreiheit von 21 Zentimetern sowie Böschungswinkel von 36 Grad vorn und 27 Grad hinten. Ein richtiger Geländewagen verliert bei den Werten des Yetis nur ein müdes Lächeln, aber für einen kompakten SUV besitzt der Yeti üppige Werte.

Und der Skoda Yeti Outdoor 4x4 zeigt erneut: Er fährt selbst da noch weiter, wo manch anderer SUV kapituliert. Die elektronische Differenzialsperre „EDS Offroad“ verteilt die Kraft optimal auf die vier Räder. Hängt ein Rad bei der Verschränkung in der Luft, wird dieses über das Regelsystem gebremst und die Kraft auf das gegenüberliegende Rad verteilt, so dass der Allrad-Yeti seinen Weg unermüdlich fortsetzt. Dazu ist es jedoch erforderlich, etwas kräftiger Gas zu geben, um Traktion zu finden, da es sich um eine elektronische Differenzialsperre handelt und nicht um ein mechanisches Hardcore-Sperrdifferential.

Das ist noch nicht alles: Der Yeti hat noch mehr Qualitäten

Ein Test im Tiefsand und eine Wasserdurchfahrt standen uns leider nicht zur Verfügung. Doch beim Herumkurven auf dem Gelände zeigte der Skoda Yeti Outdoor 4x4 eine weitere Stärke: Er ist agil, besitzt eine präzise, gut ansprechende Lenkung und lässt sich durch die kompakten Maße im Gelände bestens abschätzen. Lediglich die hohe Heckscheibenunterkante schränkt die Sicht nach hinten ein, um tief liegende Hindernisse zu erkennen, so dass sich die Rückfahrkamera als Hilfe erweist.

Auch optisch weiß sich der Skoda Yeti Outdoor gegenüber dem urbanen Yeti zu unterscheiden. Kraftvolle Offroad-Elemente unterstreichen die Eignung für das Gelände. Eine wesentliche Differenzierung: Front- und Heckelemente wie Stoßfänger, Seitenleisten und Türschweller hielten die Macher in schwarzem Kunststoff. Um bei robusteren Einsätzen mechanische Beschädigungen des Unterbodens oder das Eindringen von Schmutz in den Motorraum zu verhindern, offeriert Skoda einen Unterbodenschutz.

Platz: Viel Raum für alle(s)

Im einfach zu bedienenden, übersichtlichen Cockpit fühlt sich der Fahrer wohl. Der gut verarbeitete Innenraum des Yeti ist ungemein großzügig. Hier bewähren sich die senkrecht stehenden Seitenteile und Scheiben. Vorne finden 2,0-Meter-Menschen locker Platz. Im Fond lassen sich die beiden Außensitze um 15 Zentimeter nach vorne und hinten verschieben, um die Beinfreiheit bei Bedarf zu vergrößern. Dann finden selbst bis zu 1,90 Meter große Personen hinten bequem Platz. Bei demontiertem Mittelsitz ist es möglich, die Außensitze seitlich zu versetzen, so dass der Schulterraum wächst - und der Yeti avanciert zum komfortablen Viersitzer.

Der Yeti besitzt darüber hinaus drei separate, einzeln herausnehmbare Rücksitze, so dass bei Entfernung eine große, ebene Ladefläche entsteht. Mit ausgebauten Rücksitzen bietet der Yeti Platz für den halben Hausstand: Der Laderaum wächst dann von 510 Liter auf 1.760 Liter. Alle drei Rücksitze lassen sich außerdem umklappen. Auf Wunsch kann man die Rückenlehne des Beifahrersitzes ebenfalls komplett umlegen, um sperrige Güter zu transportieren.

Die nur 71,2 Zentimeter hohe Ladekante und die hohe Ladeöffnung erleichtern derweil das Be- und Entladen. Die eine Seite des Bodenbelages im Kofferraum besteht aus hochwertigem Teppichbelag, die andere Seite ist schmutz- und wasserabweisend, so dass sich selbst verschmutzte Gegenstände problemlos transportieren lassen.

Auf Wunsch ist für den neuen Yeti außerdem ein variabler Ladeboden erhältlich, der den Kofferraum in zwei Segmente einteilt und eigenen Stauraum für nicht täglich benötigte Dinge bietet. Das Netzprogramm mit drei Haltenetzen sorgt ferner für ein aufgeräumtes Gepäckabteil. Dazu kommen geräumige Ablagefächer hinter den Radhäusern, zwei klappbare Taschenhaken und diverse Verzurrösen. Dazu kommen zahlreiche Ablagefächer im Innenraum - sogar Halter für 1-Liter-Flaschen vorne in den Türen und bei entsprechender Ausstattung ein großes klimatisierbares Ablagefach unter der Armlehne in der Mittelkonsole.

Fazit:

Der Skoda Yeti Outdoor 4x4 besitzt nicht die Eigenschaften eines klassischen Geländewagens. Aber der Yeti Outdoor 4x4 weiß sich sehr wohl im Gelände zu beweisen und setzt mit seinen definitiv vorhandenen Offroad-Qualitäten echte Maßstäbe unter den kompakten SUV. Die These ist widerlegt, dass der Yeti im Gelände nichts könne. Das mag auf andere Lifestyle-SUVs zutreffen, aber nicht auf den Yeti Outdoor 2.0 TDI 4x4.


Technische Daten Skoda Yeti Outdoor 2.0 TDI 4x4 DSG:

Antriebsart: Allradantrieb | Hubraum: 1.968 cm³ | Leistung: 125 kW/170 PS | Drehmoment: 350 Nm bei 1.750-2.500 U/min | Vmax: 197 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 8,6 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 6,3 l/100 km | CO2-Emission g/km: 164 | Preis: ab 31.290 EUR

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