DTM 2017: Mehr Power, neue Reifen, neues DRS

, 17.03.2017

Die DTM fährt in der Saison 2017 unter einem neuen Technischen Reglement: Mehr Motorleistung durch vergrößerte Restriktoren, neues DRS mit mehr Effizienz

Um das Können der Fahrer noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, wurde das Technische Reglement der DTM für die Saison 2017 in entscheidenden Bereichen überarbeitet. So wurde die Motorleistung der neuen Fahrzeuge erhöht und zugleich die Aerodynamik beschnitten. Die DTM-Fahrzeuge der neuesten Generation sind anspruchsvoller zu fahren, die Piloten sind noch mehr gefordert. Die Technik der 2017er-Autos unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten zu den Vorjahresmodellen.

Die 4-Liter-V8-Motoren von Audi, BMW und Mercedes verfügen 2017 über mehr als 500 PS. Dabei resultiert die gesteigerte Motorleistung vor allem aus den vergrößerten Luftmengenbegrenzern im Ansaugtrakt. Diese sogenannten "Air-Restrictoren", von denen es je einen pro Zylinderbank gibt, wurden von 28 auf 29 Millimeter erweitert. Zudem wurden spezielle Bereiche im Ansaugsystem der Motoren zur Weiterentwicklung freigegeben, um die Leistung weiter zu optimieren.

Dennoch sind die DTM-Motoren unverändert auf Langlebigkeit ausgelegt. Motorschäden sind in der DTM so gut wie nie zu verzeichnen, in der Regel hält ein Triebwerk eine komplette Saison lang. Kostenintensive Motor-Revisionen sind in der DTM nicht zugelassen, da die verplombten Motoren gemäß Reglement während der Saison lediglich Inspektionen unterzogen werden dürfen.

Weniger Abtrieb, mehr DRS-Wirkung

Die Vorgaben des neuen Technischen Reglements umfassen eine Reduzierung der Aerodynamik, um den Anpressdruck der Fahrzeuge zu verringern. Dazu wurde die Geometrie von Frontsplitter, Unterboden und Heckdiffusor verändert, sowie die Bodenfreiheit erhöht. Eine große, auch optisch erkennbare Veränderung betrifft den Heckflügel und das damit verbundene DRS (Drag Reduction System).

Dieses System erlaubt es dem Fahrer, kurzzeitig den Luftwiderstand seines Fahrzeugs zu verringern und eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Dies hat in der Vergangenheit für viele Zweikämpfe und Überholmanöver gesorgt. Im Gegensatz zu den letztjährigen Heckflügeln, die auf Knopfdruck im Ganzen abgeklappt werden konnten, wird 2017 nur der sogenannte "Gurney-Flap", die obere von zwei Lamellen des Spoilers, flachgestellt, was den Wirkungsgrad des DRS nochmals erhöht.

In Verbindung mit den neuen Hankook-Reifen, die kurzzeitig mehr Haftung bieten, über die Zeit jedoch einen größeren Haftungsverlust aufweisen, ergibt sich in Summe ein Fahrverhalten der neuen DTM-Boliden, bei dem der Fahrer deutlich mehr gefordert ist als bisher.

Zusätzliche Einheitskomponenten für die DTM

Die diesjährigen Karosserieformen der Renntourenwagen von Audi, BMW und Mercedes entsprechen den aktuellsten Fahrzeuggenerationen ihrer Serien-Pendants. Um die Bereiche mit für den Hersteller erlaubter kostenintensiver Hightech-Entwicklung zu begrenzen, wurden für das neue Reglement deutlich mehr Bereiche als bisher mit gemeinsam entwickelten Einheitskomponenten ausgestattet.

Deren Entwicklung wird durch die Dachorganisation ITR in enger Abstimmung mit den Ingenieuren der Hersteller gesteuert. Für 2017 wurde die Palette der Einheitsbauteile unter anderem im Bereich des Fahrwerks erweitert. Seine Premiere feiert zudem das DTM-Einheitsrad: Alle 18 Fahrzeuge stehen und rollen ab diesem Jahr auf Felgen von ATS. Bislang war den Herstellern die Wahl der Felgen freigestellt.

Die DTM-Piloten zeigten sich nach den ersten Tests 2017 mit ihren neuen Arbeitsgeräten höchst zufrieden. "Die Veränderungen am Fahrzeug sind deutlich spürbar - besonders die Kombination aus weniger Aero, mehr Leistung und den neuen Reifen. Das geht für mich absolut in die richtige Richtung und ich glaube, wir werden dieses Jahr viel Spaß haben", sagt Mattias Ekström, der Dienstälteste DTM-Pilot stellvertretend für alle Fahrer.

Parallel zu den Neuerungen im technischen Bereich wird auch am Sportlichen Reglement intensiv gearbeitet. Die ITR informiert in der kommenden Woche über die geplanten Änderungen im Hinblick auf die neue Saison, deren Auftakt vom 5. bis 7. Mai in Hockenheim über die Bühne geht.

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