DTM-Herausforderungen: Sinkende Quoten, weniger Autos

, 02.02.2017

ITR-Geschäftsführer Florian Zitzlsperger spricht vor der DTM-Saison 2017 über die Herausforderungen der Serie - Kann der Fall der TV-Quoten gestoppt werden?

In der Saison 2017 steht die DTM gleich vor mehreren Herausforderungen. Weil die drei Hersteller ihr Engagement von acht auf je sechs Autos zurückfahren, muss man einerseits den Verlust von gleich sechs Boliden im Feld kompensieren. Gleichzeitig läuft hinter den Kulissen der Kampf gegen sinkende TV-Quoten. 2016 sahen in der ARD im Schnitt gerade einmal noch 0,94 Millionen Zuschauer die Rennen. In den Vorjahren lag man hier jeweils noch knapp über der Millionenmarke.

"Für mich ist das nicht eine alleinige Herausforderung für die DTM. Es ist eine Herausforderung für den Motorsport", erklärt ITR-Geschäftsführer Florian Zitzlsperger im Rahmen des SPOBIS 2017 in Düsseldorf. Er verweist darauf, dass beispielsweise auch die Formel 1 in den vergangenen Jahren "im Live-TV Quoteneinbußen" gehabt habe. Doch wie kann man diesem Trend entgegenwirken?

"Ich glaube nicht, dass es darauf eine einfache Antwort gibt", grübelt er und führt unter anderem ein verändertes Nutzungsverhalten der Zuschauer an. "Ich glaube, dass die Bereitschaft, lange am Fernseher zu verharren und ein Live-Produkt zu sehen, tendenziell eher abnimmt", so Zitzlsperger. Das müsse man "durch gute Arbeit in anderen Medien" kompensieren.

Gleichzeitig gibt er sich aber auch im Hinblick auf die TV-Quoten optimistisch. Diese seien zum einen im Gesamtbild ohnehin "sehr stabil", und außerdem habe man mit der ARD einen starken Partner, mit dem man das Ruder wieder herumreißen könne. "Die Qualität haben wir. Das wissen wir aus langjähriger Zusammenarbeit. Ich denke, dass dann auch die Chance da ist, dass sich Trends umkehren lassen", so Zitzlsperger.

Klar ist allerdings auch, dass das nicht einfach werden wird, wenn in diesem Jahr nur noch 18 statt wie bisher 24 Autos beziehungsweise Piloten an den Start gehen. "Je mehr Autos ich auf der Strecke habe, desto lieber ist es mir", schildert Zitzlsperger seine persönlich Ansicht. "Auf der anderen Seite muss man ganz klar sagen, dass wir - ob 18 oder 24 Autos - ein extrem enges Feld haben", erinnert er.

"Ich denke, das ist eine Qualität der DTM. Die ersten zehn Autos lagen in den vergangenen Jahren innerhalb von wenigen Zehnteln. Insofern glaube ich nicht, dass die Spannung im Kampf um die Meisterschaft geringer wird. Ich glaube sogar ehrlich gesagt, dass die Spannung noch etwas größer werden wird", so Zitzlsperger. Grundsätzlich seien mehr Autos für eine Serie aber natürlich "immer besser".

"Wir werden die beste Show daraus machen", verspricht der ITR-Geschäftsführer, über dessen Zukunft es aktuell auch einige Gerüchte gibt. Bereits im vergangenen Dezember berichtete 'Motorsport-Total.com', dass die ITR eine neue Doppelspitze aus Zitzlsperger und Gerhard Berger plant. Äußern möchte er sich dazu allerdings nicht. "Da kann ich aktuell nichts zu sagen", so Zitzlsperger knapp.

Die Leser von 'Motorsport-Total.com' würden ein Engagement von Berger an der Spitze der DTM jedenfalls größtenteils begrüßen. Bei einer Umfrage gaben fast zwei Drittel (65,4 Prozent) der Teilnehmer an, dass der Österreicher der Serie in verantwortlicher Position helfen könne. Rund ein Drittel (34,6 Prozent) vermutet, dass auch mit Berger an der Spitze alles beim Alten bleiben wird.

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