DTM Moskau 2015: Rockenfeller räumt am Sonntag ab!

, 30.08.2015

Rockenfeller war beim DTM-Sonntag in Moskau 2015 nicht zu stoppen: Nach der Pole folgte der Rennsieg - Bruno Spengler und Maxime Martin auf dem Podium

Nach der Pole-Position holte sich Mike Rockenfeller auch im Sonntagsrennen beim DTM-Wochenende in Moskau 2015 die Krone. Vom Start weg führte "Rocky" das Rennen an und kontrollierte das Geschehen. Damit feiert der Champion von 2013 seinen ersten Sieg seit zwei Jahren. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die BMW-Piloten Bruno Spengler (MTEK) und Mattias Ekström (RMG), die sich über weite Strecken mit Maxime Martin (RMG) und Jamie Green (Rosberg) duellierten.

"Sehr schade, dass es gestern nicht besser gelaufen ist, aber heute hatte ich ein Auto, das wirklich, wirklich gut war - ich glaube, das hat man gesehen, mit diesem Gewicht. Das ist das Auto, das ich brauche, um vorne zu fahren. Danke an mein Team. Das hatten wir leider dieses Jahr noch nicht oft genug, aber die DTM ist nun mal kein Kinderspielplatz, sondern da geht's hart zur Sache und muss alles perfekt sitzen. Heute war es so", freute sich der Sieger.

Startduell mit Spengler

Der Rennstart Rockenfellers lief allerdings nicht ganz so reibungslos wie das Rennen selbst: "Mein Start war nicht gut. Bruno war innen, aber ich weiß, dass er lange genug fährt und erst malauf Ankommen aus ist. Deswegen habe ich ein bisschen was riskiert, habe eingelenkt. Das ist gut gegangen, und von da an konnte ich das Rennen gut kontrollieren."

Nach einem Duell mit Berührung in der ersten Kurve, zieht Spengler jedoch zurück und kann danach nur im Autoscooter-Stil Jamie Green und Maxime Martin auf Distanz halten

Während die drei sich über mehrere Kurven behakten, ritt Timo-Scheider-Ersatz Antonio Giovanazzi weiter hinten im Feld durchs Kiesbett, konnte jedoch weiterfahren. Unterdessen schaffte es Spitzenreiter Wittmann, sich vom Rest des Feldes abzusetzen. Im Hinterfeld musste Wehrlein sich zunächst mit einem Platzverlust an Edo Mortata begnügen.

Nach der DRS-Freigabe wurde es eng mit spannenden Windschattenduellen im Mittelfeld. Wittmann konnte sich gegenüber Spengler auf Position Zwei entscheidend absetzen, wodurch der Kanadier nicht in den Genuss von DRS kam und sich gegen Green, Martin und Ekström bis zum ersten Boxenstopp zur Wehr setzen musste.

Lucas Auer plötzlich in Spitzenkampf verwickelt

Den entscheidenden Vorteil sicherte sich Spengler während der Boxenstopps: Der drittplatzierte Green erwischte einen schlechten Stopp, als das Vorderrad nicht richtig herunterkam und dafür sorgte, dass Green sich hinter dem eine Runde später stoppenden Martin und letztlich auch hinter Ekström, der fünf Runden nach Green zum Reifenwechsel kam, einreihen musste. Damit war der Plan dahin, den langsameren Spengler mit einer schnelleren Outlap abzufangen.

Lange hielten die Reifen bei Lucas Auer, der als letzter seinen Pflichtstopp absolvierte. Das Kuriose dabei: Der Österreicher hielt den Tross um Bruno Spengler lange Zeit auf, ehe er den Kanadier am Ende von Runde 21 passieren lassen musste und noch mehrere Runden Martin, Ekström und Green das Leben schwer machte. Letztlich gab es für das Trio allerdings kein Halten mehr, die Auer allesamt auf der Gegengeraden zu Start- und Ziel passieren lassen musste. Einen Umlauf später musste dann auch Auer zum Pflichtstopp.

Unsafe Release: Wehrlein beißt sich im Hinterfeld die Zähne aus

Nach dem engen Qualifying standen die Vorzeichen für Pascal Wehrlein (HWA-Mercedes) alles andere als gut. Nut zwei Zehntelsekunden fehlten auf die Pole-Zeit Rockenfellers. Doch von Rang elf weg büßte Wehrlein eine Position ein und musste sich in der Anfangsphase Position elf gegen Mortara zurückerobern. Über mehrere Runden jagte der 20-Jährige den Abt Audi-Kontrahenten. Nachdem in Runde neun der Angriffsversuch des Deutschen scheiterte, und der Spanier auf der Start- und Zielgeraden konterte, gelang es Wehrlein zwei Runden später, an ihm vorbeizuziehen und auf Augusto Farfus aufzuschließen, der am Ende einer Gruppe lagt, zu de sich Nico Müller (Rosberg-Audi) auf Rang sieben, Marco Wittmann (RMG-BMW) und Tom Blomqvist gesellten.

Zum Leidwesen Wehrleins zog Mortara beim Boxenstopp jedoch wieder an dem Deutschen vorbei, da Kontrahent Green von seiner Boxenmannschaft so vor Wehrleins Mercedes herausgelassen wurde, dass dieser abbremsen musste. Die Rennleitung ahndete den möglichen Unsafe-Release jedoch nicht. "Rennentscheidend war unser nicht so gelungenes Qualifying. Wir sind nur von Platz elf gestartet, da konnte man nicht so viel erwarten. Klar war es ein 'unsafe release', aber rennentscheidend war die Startposition. Im Qualifying waren wir nicht gut genug.", glaubt Wehrlein nicht, dass der Boxenzwischenfall das Problem war.

Letztlich gelang es Wehrlein nach der Hälfte des Rennens, sich gegen Mortara durchzusetzen und den Kampf um Position neun aufzunehmen, als Auer in die Box abbog.

Ekström übt sich in Geduld

Auffällig im Gegensatz zum Vortag: Mattias Ekström hielt sich im Zweikampf gegen seine Gegner Green und Martin eher zurück. Mit einem abgeklärteten Manöver verdrängte der Schwede Martin letztlich von einer Podiumsplatzierung: "Das Auto war sehr gut, aber ich habe gestern schon einen Weckruf gehabt. Da habe ich gelernt, dass ein bisschen Geduld vielleicht manchmal besser ist. Heute hat es sich ausgezahlt. Ohne die Strafe der drei Startplätze wäre ich gern in den Kampf mit 'Rocky' gegangen."

Mit dem Ergebnis vom Sonntag befindet er sich prompt wieder an der Spitze der Tabelle: "Es sind noch sechs Rennen zu fahren: Oschersleben, Nürburgring und Hockenheim. Sicher ist es schön, vorne zu sein, aber um Meister zu werden, musst du ganz am Ende vorne sein."

Strafe gegen Wickens, Ausfall für Tomczyk

Während des Pflichthalts handelte sich Robert Wickens auf den hinteren Rängen eine Durchfahrtsstrafe ein - der Kanadier ist zum wiederholten Mal an diesem Wochenende zu schnell in der Boxengasse. Auch Antonio Felix da Costa (Schnitzer-BMW) musste einmal zur Durchfahrtsstrafe aus bisher nicht geklärten Gründen an die Box.

Unterdessen musste Martin Tomczyk (Schnitzer) seinen BMW vorzeitig in der Garage abstellen. Für den Routinier war der Rennsonntag ohnehin zum Vergessen, denn diesen nahm er bereits von der letzten Startposition aus in Angriff und verzeichnete den einzigen Ausfall des Rennens.

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