DTM-Saisonrückblick 2017: Mehr Zuschauer, Erlebnis Pitview

, 24.12.2017

Die DTM-Fans bekamen 2017 ein spannendes und abwechslungsreiches Programm an der Strecke geboten und die Zuschauerzahlen sind wieder gestiegen

Ein Rookie als DTM-Champion, viele - auch oft verbal - harte Duelle zwischen Fahrern und lästige Diskussionen abseits der Rennstrecken: Das war die Saison 2017. 'Motorsport-Total.com' beleuchtet in umfassenden Rückblicken noch einmal die Kernthemen des Jahres. Heute: Fanerlebnis Pitview und steigende Zuschauerzahlen.

Die Macher der DTM mit ITR-Boss Gerhard Berger an der Spitze haben sich 2017 viel einfallen lassen, um mehr Fans an die Strecke zu locken und ihnen ein einzigartiges Erlebnis am Rennwochenende zu bieten. Das Fahrerlager der DTM ist anders als in der Formel 1 für jedermann zugänglich und die DTM-Piloten jederzeit für ein Autogramm oder Selfie zu erreichen. Beim Pitwalk, also einer Art Spaziergang durch die Boxengasse, können die DTM-Anhänger einen Blick in das Heiligste werfen und den einen oder anderen Blick auf ihr Fahreridol erhaschen.

Doch seit diesem Jahr es geht auch noch näher ran: beim Pitview. In speziell dafür eingerichteten Garagen wird dem Publikum ein exklusiver Blick hinter die Kulissen gewährt. Während der Trainingseinheiten und dem Qualifying sind die Pitview-Boxen geöffnet und die DTM-Fans können den Mechanikern, Fahrern und Ingenieuren über die Schulter schauen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Highlight der DTM-Fans: Pitview

Nur eine Glasscheibe trennt die Boxen der Teams von den Zuschauern. Doch der Spirit, und vor allem der Motorenlärm, kommt ungefiltert an und sorgt für große Begeisterung bei den Rennfans. "Die Fans sind quasi in unserer Box. Das Fenster ist so nahe an unserem Auto", sagt BMW-Fahrer Bruno Spengler und ergänzt: "Vor dem Training oder Rennen sind alle Teammitglieder fokussiert und angespannt - der Fan kann das sehen und miterleben!"

"In keiner Serie kommt man näher ran, als in der DTM", fügt Mercedes-Mann Lucas Auer hinzu. Und die Fans geben ihm recht. "Es ist toll, den Mechanikern über die Schulter zu schauen. Man bekommt einen tollen Einblick! Klasse gemacht!", sagt ein begeisterter Fan in der Pitview-Box. "Es ist mega cool! Einfach unbeschreiblich!", schwärmt ein Anderer.

An den neuen Leckerbissen der DTM mussten sich die Fahrer und Teammitglieder zu Beginn der Saison erst noch gewöhnen. War man zuvor noch relativ abgeschottet in der Garage, wird man seit diesem Jahr von vielen Augen hinter der Glasscheibe beobachtet. "Manchmal fühle ich mich wie ein Tier im Zoo. Wenn ich meinen Helm anziehe, stehen da jede Menge Leute da und fotografieren mich", scherzt Mercedes-Pilot Robert Wickens.

Näher ran geht nicht!

Und BMW-Mann Marco Wittmann hat ein ganz besonderes Ritual, wenn er in die Box kommt. "Ich winke den Leuten immer zu, wenn ich in die Box komme und sage hallo zu ihnen", so der enttronte DTM-Champion. "Ich finde es klasse für die Zuschauer, dass sie in die Boxen schauen können! Sie können die Autos sehen, teilweise auch wenn sie offen sind, das war vorher nicht möglich."

Ablenken lässt er sich durch die interessierten Zuschauer nicht: "In der Vorbereitungsphase auf die Session blendest du das aber aus, weil du dann im Tunnel bist und dich konzentrierst."

Dass der Pitview bei den Fans gut ankommt, zeigten die langen Schlangen vor dem Pitview-Eingang. Denn aus Sicherheitsgründen ist die Anzahl der Zuschauer, die gleichzeitig in die Garage schauen dürfen, begrenzt. Doch die Wartezeiten sind gering und jeder kann einen exklusiven Blick hinter die Kulissen genießen.

Fanta Vier und Anastacia heizen musikalisch ein

Die DTM-Fans bekamen in diesem Jahr auch musikalisch was auf die Ohren. Bekannte Musikgrößen wie die Fantastischen Vier und Rockrühre Anastacia heizten den Besuchern auch abseits der Rennaction ein. Beim "Fan-Festival" in Hockenheim im Oktober bekamen die 152.000 Zuschauer vor Ort einen kleinen Vorgeschmack, wie die DTM in Zukunft aussehen könnte. Lexus und Nissan absolvierten mit je einem ihrer Super-GT-Autos Test- und Demonstrationsrunden und präsentierten ihre Fahrzeuge dem europäischen Publikum.

Die DTM ist wieder im Aufschwung. Zuletzt hatte die deutsche Tourenwagenserie mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen. Doch 2017 kann die DTM wieder steigende Quoten verzeichnen. Insgesamt 640.000 Zuschauer fanden den Weg an die Rennstrecken der neun DTM-Wochenenden 2017, was einem Wochenendschnitt von 71.111 Personen und einer deutlichen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

2016 waren es 617.000 Zuschauer auf den Tribünen, 2015 kamen 637.000 an die Strecke. 2014 waren es in Summe zwar mehr Zuschauer (704.500), allerdings fanden in diesem Jahr auch zehn Events statt. Im Schnitt waren 2014 70.450 Personen vor Ort und damit weniger als in der abgelaufenen Saison 2017.

Die größte Zuschauerzahl der vergangenen zehn Jahre wurde 2012 verzeichnet: Die DTM-Rückkehr von BMW zog insgesamt 818.500 Motorsportbegeisterte zu den elf Veranstaltungen der Saison (durchschnittlich 74.409 pro Event).

Das Rennwochenende am Norisring und das Saisonfinale in Hockenheim bleiben der größte Zuschauermagnet. Das Highlight auf dem Stadtkurs in Nürnberg verfolgten 2017 125.000 Zuschauer, das Finale lockte 152.000 Fans an.

2018 wird die DTM wohl wieder boomen: Die neue Saison ist die letzte für DTM-Urgestein Mercedes. Die Stuttgarter werden nach über 30 Jahren die Tourenwagenserie verlassen und sich in Richtung Formel E verabschieden. Sehr wahrscheinlich wird die Abschiedstour der Sterne wieder zahlreiche Fans auf die Tribünen locken.

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