Ekström am Norisring: "Schwärzeste Rennen meiner Karriere"

, 29.06.2016

Mattias Ekström will das Norisring-Wochenende so schnell wie möglich abhaken - Trotzdem stellt sich der Schwede der Kritik und will in Zandvoort zurückschlagen

So ein Wochenende hat selbst Routinier Mattias Ekström offenbar noch nicht erlebt. Der 37-Jährige zog sich auf dem Norisring am Samstag den Zorn der gesamten Mercedes-Fraktion zu, als er das Führungsduo aus Christian Vietoris und Robert Wickens in Kurve 1 von der Strecke räumte. Einen Tag später hieß es in der gleichen Kurve wieder "Schweden vs. Stuttgart": Dieses Mal krachte Ekström in Paul di Resta hinein. In beiden Fällen war damit auch sein eigenes Rennen beendet.

"Ich bin alt genug und habe gelernt, mit Kritik umzugehen. Ich kann gut einstecken, kann aber auch gut austeilen", erklärt Ekström, der sich an beiden Tagen eine Menge Kritik anhören musste. "Man kann die Schuld ja nicht auf jemand anderen schieben. Die haben ja nicht den Fehler gemacht. Derjenige, der hinterherfährt, hat die Verantwortung", gesteht der erfahrene Audi-Pilot.

Trotzdem ist er "richtig enttäuscht", dass er ohne einen einzigen Zähler vom Norisring abreisen musste. Denn Ekström - und das vergisst man schnell - hatte in beiden Rennen die Pace, um es mindestens auf das Podium zu schaffen. "Ich habe im Leben schon schlimmere Sachen erlebt. Sport bleibt Sport. Ich werde ein paar Tage Pause machen, nach Schweden fahren, und dann in Zandvoort wieder volle Attacke gehen", erklärt der Schwede.

Trotzdem gibt der Routiner, der bereits 169 Starts, 21 Siege und zwei Meistertitel in der DTM auf dem Buckel hat , zu: "Die beiden Tage würde ich schon als die schwärzesten Rennen meiner Karriere bezeichnen." Gleichzeitig erklärt er aber auch: "Es sind nicht die Siege, die die großen Sportler groß gemacht haben. Es sind die Rückschläge, von denen man sich erholen und weiterkämpfen muss."

Genau diese Fähigkeit dürfte nun auch bei Ekström gefragt sein. Er selbst habe "kein Problem damit", nach den Vorfällen vom Norisring nun unter besonderer Beobachtung zu stehen. Kurios: Noch in Spielberg hatte Ekström für Aufsehen gesorgt, weil er einigen seiner DTM-Kollegen die nötige fahrerische Klasse für die Serie absprach. Am Norisring kamen diese Aussagen nun wie ein Bumerang zurück.

"Ich könnte auch hingehen und nichts sagen. Dann würdet ihr alle meckern. Wenn ich meine Meinung sage, dann meckert Mercedes und sagt: 'Der jammert nur...' Aber davon lebt der Sport. An dem Tag, an dem ich nichts mehr sage, seid ihr auch alle arbeitslos", erklärt der selbstbewusste Schwede, der auch weiterhin kein Blatt vor den Mund nehmen will.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere DTM-News

Am Norisring gab es mehrere strittige Situationen in beiden Rennen

Nach Norisring-Wochenende: Wut bei Mercedes bleibt

Nach dem turbulenten Wochenende auf dem Norisring leckt man im Lager von Mercedes immer noch klaffende Wunden. In den beiden Wertungsläufen zur DTM-Saison 2016 in Nürnberg hatte Audi-Pilot Mattias …

Nico Müller durfte am Norisring seinen ersten Sieg in der DTM bejubeln

Norisring-Sieger Nico Müller: "Will regelmäßig vorne …

In den bislang acht Wertungsläufen der DTM-Saison 2016 gab es sieben verschiedene Sieger. Einzig Edoardo Mortara (Audi) schaffte in Hockenheim und zuletzt am Norisring zwei Erfolge. Am vergangenen …

BMW jubelt: Nicht das schnellste Auto, aber trotzdem zweimal auf dem Podium

BMW führt die Meisterschaft an: Zu clever für die Gegner?

Den stärksten Speed hatte BMW auf dem Norisring keinesfalls. Sowohl Audi als auch Mercedes waren den Münchenern am Wochenende augenscheinlich überlegen. Trotzdem sammelte der amtierende …

Christian Vietoris sieht ein, dass er über das Ziel hinausgeschossen ist

Christian Vietoris: Spende und "Geschenk" für …

Tolle Aktion von Christian Vietoris: Nachdem der Mercedes-Pilot am Samstag vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro verdonnert wurde, weil er Mattias Ekström …

Kein Angriff: Lucas Auer blieb an Sonntag ganz brav hinter Paul di Resta

Auer steckt zurück: Mercedes-Schützenhilfe für Paul di Resta

Hat sich Mercedes im Kampf um den DTM-Titel bereits auf Paul di Resta festgelegt? Fakt ist, dass der Schotte, der in der Meisterschaft auf Rang drei liegt, am Sonntag auf dem Norisring Schützenhilfe von …

AUCH INTERESSANT
20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

AUTO-SPECIAL

20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

Härter, schneller und noch krasser: „Pikes Peak“ ist der „Heilige Gral“ unter den Bergrennen und geht in die Extreme. Volkswagen war dort so schnell wie niemand zuvor und schaffte es, einen …


Motorsport-Total.com

TOP ARTIKEL
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des Jahres
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des …
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der sportliche Einstieg
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der …
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV die Wende?
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo